시간의 밖에 서다 - W. G. 제발트의 기억풍경
Außer der Zeit Stehen - Die Gedächtnislandschaft bei W. G. Sebald
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초록
In vorliegender Arbeit wird das Zeitverständnis in W. G. Sebalds Text Austerlitz(2001) behandelt. Sein Verständnis der Zeit ist, wie es bei Philosophen üblich ist, weder eine schematische Begriffsbestimmung von der Zeit noch deren argumentative Ergründung, sondern zeigt sich vor allem in seiner Haltung angesichts der Zeit. Solange er sich als Schriftsteller begreiftt, bedeutet diese Haltung eine epische Gegenreaktion gegen die zerstörerische Wirkung der Zeit. Sein formgebender Wille, der in dieser Haltung enthalten ist, konstituiert also seine schriftstellerische Identität. Der Text Austerlitz ist, vereinfacht gesagt, eine Art von Gedächtnislandschaft. In dieser Gedächtnislandschaft verlangt der Dichter nach einer außerhalb der Zeit stehenden anderen Wirklichkeit. Was ist diese außerhalb der Zeit stehende Wirklichkeit? Sie ist nicht die vorhandene, lineare, physikalische Zeit, sondern eine fiktionale und imaginierte Zeit, die diese übersteigt. Letztere ist eher eine dynamische, erstere hingegen eine starre. In der anderen Zeit werfen wir Fragen auf wie die, was wir im heutigen Leben vernachlässigt haben, wie fern die jetzige Wirklichkeit von den ursprünglichen Träume und Wünsche liegt und wie sie dadurch zu einem Widerspruch zu diesen geraten ist. Austerlitz beschreibt in dieser ‘von Grund auf verkehrten’ Welt eine andere Zeit und eine andere Wirklichkeit als die vorhandene, indem er außer der Zeit sein will. Die Möglichkeit der anderen Zeit wird in der konkreten Zeiterfahrung vermittels Erinnerung fiktional imaginiert. Die literarische Gedächtnislandschaft Sebalds entwickelt sich im Spannungsverhältnis zwischen dem Vergangenen und dem Gegenwärtigen, Fakt und Imagination. Seine Prosa ist ein melancholisches Zeugnis von der vergangenen Zeit durch die Erinnerung aber auch ein erhellender Prospekt von kommenden Zeiten. Lichtere Verhältnisse werden uns nur durch intensive Fixierung der Dunkelheit für eine Zeit lang geschenkt.
Abstract
In vorliegender Arbeit wird das Zeitverständnis in W. G. Sebalds Text Austerlitz(2001) behandelt. Sein Verständnis der Zeit ist, wie es bei Philosophen üblich ist, weder eine schematische Begriffsbestimmung von der Zeit noch deren argumentative Ergründung, sondern zeigt sich vor allem in seiner Haltung angesichts der Zeit. Solange er sich als Schriftsteller begreiftt, bedeutet diese Haltung eine epische Gegenreaktion gegen die zerstörerische Wirkung der Zeit. Sein formgebender Wille, der in dieser Haltung enthalten ist, konstituiert also seine schriftstellerische Identität. Der Text Austerlitz ist, vereinfacht gesagt, eine Art von Gedächtnislandschaft. In dieser Gedächtnislandschaft verlangt der Dichter nach einer außerhalb der Zeit stehenden anderen Wirklichkeit. Was ist diese außerhalb der Zeit stehende Wirklichkeit? Sie ist nicht die vorhandene, lineare, physikalische Zeit, sondern eine fiktionale und imaginierte Zeit, die diese übersteigt. Letztere ist eher eine dynamische, erstere hingegen eine starre. In der anderen Zeit werfen wir Fragen auf wie die, was wir im heutigen Leben vernachlässigt haben, wie fern die jetzige Wirklichkeit von den ursprünglichen Träume und Wünsche liegt und wie sie dadurch zu einem Widerspruch zu diesen geraten ist. Austerlitz beschreibt in dieser ‘von Grund auf verkehrten’ Welt eine andere Zeit und eine andere Wirklichkeit als die vorhandene, indem er außer der Zeit sein will. Die Möglichkeit der anderen Zeit wird in der konkreten Zeiterfahrung vermittels Erinnerung fiktional imaginiert. Die literarische Gedächtnislandschaft Sebalds entwickelt sich im Spannungsverhältnis zwischen dem Vergangenen und dem Gegenwärtigen, Fakt und Imagination. Seine Prosa ist ein melancholisches Zeugnis von der vergangenen Zeit durch die Erinnerung aber auch ein erhellender Prospekt von kommenden Zeiten. Lichtere Verhältnisse werden uns nur durch intensive Fixierung der Dunkelheit für eine Zeit lang geschenkt.
참고문헌 (5)
- 안미현, "아우스터리츠" (2009), 을유문화사
- W. G. Sebald, "Austerlitz" (2001), München
- W. G. Sebald, "Die Ringe des Saturn" (1997), Eine englische Wallfahrt
- Joseph Cuomo, "A Conversation with W. G. Sebald, in Lynne Scharon Schwarz, The Emergence of Memory, Conversation with W. G. Sebald", pp.93~117 (2007)
- Martin Swales, "Theoretical Reflections on the Work of W. G. Sebald, in) W. G. Sebald - A Critical Companion", pp.23~28 (2004), Univ. of Washington Press
