현존적 항소 - W. G. 제발트가 쓰는 이유 -
Protest als Existenzberechtigung: warum W. G. Sebald schreibt
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초록
In der vorliegenden Arbeit wird am Text Austerlitz(2001) von W. G. Sebald die Frage behandelt, warum der Autor schreibt, also was den Existenzgrund seiner schriftstellerischen Tätigkeit konstituiert. In seinem Text Austerlitz werden viele Elemente erzählerisch dargestellt: was der Ich-Erzähler beim Wandern sieht, denkt und schreibt. Das ist eine facettenreiche Mischung aus Reflexion, Bericht, Nacherzählung und Erinnerung. Was sich in dem Romantext ereignet, wird normalerweise nicht als solches erfahren, weil der Leser in der Regel die endgültige Fassung in den Händen hält, in der alle Spuren der Korrektur und der Überarbeitung des Textes getilgt sind. An der Wirklichkeit wird, sei es bewusst oder unbewusst, immer irgendwie gesägt, gehämmert und gestrichen oder hinzugefügt. Dies zeigt sich deutlich an dem Propagandafilm Der Führer schenkt den Juden eine Stadt, den die Nazis zur Legitimierung ihres Vorgehens gedreht hatten. Ein großer Teil der in diesem Film Mitwirkenden war nicht mehr am Leben oder schon vorschollen, als dessen Kopie nach Kriegsende gefunden wurde. Gegen diese trügerische Wiklichkeit des Sichtbaren mobilisiert Sebald eine Methode namens ‘bricolage’, die darin besteht, dass er das zufällig Gesammelte und willkürlich Aufgezeichnete unterschiedlich arrangiert und komponiert, um daraus eine neue Sinnkorrelation daraus herzustellen. Durch den ‘rettenden’ Blick des Schriftstellers für das scheinbar Triviale wird das Abgelegene und das nicht-mehr-Beachtete rehabilitiert, indem geheime Verbindungen zwischen völlig verschiedenen Dingen entstehen. So wird der ethische Sinn sichtbar, der Sebalds Schreibarbeit zugrund liegt. Wenn die Erinnerung sich grundsätzlich dem Vergessen, der Gewalt und der Unterdrückung widersetzt, so ist die erinnernde Schreibarbeit, die sich in sprachloser Solidarität mit den zahlreichen Namenlosen vollzieht, eine Form von Protest, in dem der Schriftsteller die Existenzberechtigung für sein Schaffen findet. Durch diese Schreibpraxis gelingt es dem Ich-Erzähler allmählich, seine verschütteten Erlebnissen zu rekonstruieren, und seine Identität zu erschließen. Schreiben als ein reflexives Hineinversenken in die erfahrenen Gegenstände ermöglicht eine Vorstellung über deren mögliche, bessere Wirklichkeit.
Abstract
In der vorliegenden Arbeit wird am Text Austerlitz(2001) von W. G. Sebald die Frage behandelt, warum der Autor schreibt, also was den Existenzgrund seiner schriftstellerischen Tätigkeit konstituiert. In seinem Text Austerlitz werden viele Elemente erzählerisch dargestellt: was der Ich-Erzähler beim Wandern sieht, denkt und schreibt. Das ist eine facettenreiche Mischung aus Reflexion, Bericht, Nacherzählung und Erinnerung. Was sich in dem Romantext ereignet, wird normalerweise nicht als solches erfahren, weil der Leser in der Regel die endgültige Fassung in den Händen hält, in der alle Spuren der Korrektur und der Überarbeitung des Textes getilgt sind. An der Wirklichkeit wird, sei es bewusst oder unbewusst, immer irgendwie gesägt, gehämmert und gestrichen oder hinzugefügt. Dies zeigt sich deutlich an dem Propagandafilm Der Führer schenkt den Juden eine Stadt, den die Nazis zur Legitimierung ihres Vorgehens gedreht hatten. Ein großer Teil der in diesem Film Mitwirkenden war nicht mehr am Leben oder schon vorschollen, als dessen Kopie nach Kriegsende gefunden wurde. Gegen diese trügerische Wiklichkeit des Sichtbaren mobilisiert Sebald eine Methode namens ‘bricolage’, die darin besteht, dass er das zufällig Gesammelte und willkürlich Aufgezeichnete unterschiedlich arrangiert und komponiert, um daraus eine neue Sinnkorrelation daraus herzustellen. Durch den ‘rettenden’ Blick des Schriftstellers für das scheinbar Triviale wird das Abgelegene und das nicht-mehr-Beachtete rehabilitiert, indem geheime Verbindungen zwischen völlig verschiedenen Dingen entstehen. So wird der ethische Sinn sichtbar, der Sebalds Schreibarbeit zugrund liegt. Wenn die Erinnerung sich grundsätzlich dem Vergessen, der Gewalt und der Unterdrückung widersetzt, so ist die erinnernde Schreibarbeit, die sich in sprachloser Solidarität mit den zahlreichen Namenlosen vollzieht, eine Form von Protest, in dem der Schriftsteller die Existenzberechtigung für sein Schaffen findet. Durch diese Schreibpraxis gelingt es dem Ich-Erzähler allmählich, seine verschütteten Erlebnissen zu rekonstruieren, und seine Identität zu erschließen. Schreiben als ein reflexives Hineinversenken in die erfahrenen Gegenstände ermöglicht eine Vorstellung über deren mögliche, bessere Wirklichkeit.
참고문헌 (14)
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