본문 바로가기
KERD
논문KCI 등재

W. G. 제발트의 『아우스터리츠』에 나타난 기억과 공간의 수사학

Rhetorik der Mnemonik und des Raums in W. G. Sebalds Austerlitz

1

조회

0

다운로드

6

인용

0

참고문헌

키워드

주제분류독일어와문학

초록

In dieser Studie wird versucht, das Konzept der rhetorischen Mnemonikkunst auf den Romantext Austerlitz W. G. Sebalds anzuwenden, und geprüft, ob man damit die Gedächtnisfrage, eine zentrale Thematik dieses Texts, angemessen analysieren kann. Wie der legendäre Meister des Gedächtnisses in der Antike, Simonides von Keos, die Toten identifiziern konnte, indem er sich an ihre Plätze im gestürzten Bankettsraum erinnerte, unternimmt Sebald, bald als Architekt, bald als Archäologe, in den glatt renovierten deutschen Städten der Nachkriegszeit die Spuren der Zerstörung, des Zerfalls und des Todes wieder zu entdecken. Während der antike Meister auf das angeborene, natürliche Gedächtnis angewiesen war, rekonstruiert Sebald hingegen wie ein Sammler anhand allmöglicher Literatur und Materialien die verloren gegangenen Gedächtnisse sowie die Identität der Hauptperson Austerlitz. Indem der Autor Austerlitz in vielen europäischen Städten konsequent herumwandern lässt, sucht dieser nach Spuren seiner Kindheit, von der er sich bewusst oder unbewusst distanzierte. Wie in der rhetorischen Mnemonikkunst behauptet wird, dass sich ein Redner mithilfe der Struktur und der Bilder der imaginierten Räume besser erinnern kann, reaktiviert auch er durch die wiederholten Betrachtungen der unauffälligen, unbedeutenden Gegenstände und Räume seine verschwundenen Gedächtnisse. Die auf diese Weise erinnerte Vergangenheit wird mit verschiedenen rhetorischen Figuren wiedergegeben. Außerdem haben in Texten Sebalds die zahlreichen räumlichen Faktoren wie Landschaft, Stadtteile, Straßen, Architektur (Festung, Bunker, Palast, Kino, Turm, Häuser etc.) und viele Instrumente wie Uhr, Schreibzeuge, Kriegs- und Foltermachinen Ähnlichkeiten mit den traditionellen Ikonen der Mnemonikkunst. Unter diesem Gesichtspunkt ruft der betrachtete Text Sebalds die alte Tradition der Gedächtniskunst in unserer Zeit wieder ins Leben, und setzt die Aufgabe des Literaten fort, die kollektiven Gedächtnisse einer Gesellschaft zu bewahren. Dabei bedeutet das Gedächtnis nicht bloß die Speicherung der Fakten, sondern auch ‘Rewriting’ und Rehabilitation der vergessenen Tatsachen. Auf diese Weise will er die Geschichte Europas und vor allem der Juden, die in Vergessenheit zu geraten drohen, aufs Neue ans Licht bringen.

Abstract

In dieser Studie wird versucht, das Konzept der rhetorischen Mnemonikkunst auf den Romantext Austerlitz W. G. Sebalds anzuwenden, und geprüft, ob man damit die Gedächtnisfrage, eine zentrale Thematik dieses Texts, angemessen analysieren kann. Wie der legendäre Meister des Gedächtnisses in der Antike, Simonides von Keos, die Toten identifiziern konnte, indem er sich an ihre Plätze im gestürzten Bankettsraum erinnerte, unternimmt Sebald, bald als Architekt, bald als Archäologe, in den glatt renovierten deutschen Städten der Nachkriegszeit die Spuren der Zerstörung, des Zerfalls und des Todes wieder zu entdecken. Während der antike Meister auf das angeborene, natürliche Gedächtnis angewiesen war, rekonstruiert Sebald hingegen wie ein Sammler anhand allmöglicher Literatur und Materialien die verloren gegangenen Gedächtnisse sowie die Identität der Hauptperson Austerlitz. Indem der Autor Austerlitz in vielen europäischen Städten konsequent herumwandern lässt, sucht dieser nach Spuren seiner Kindheit, von der er sich bewusst oder unbewusst distanzierte. Wie in der rhetorischen Mnemonikkunst behauptet wird, dass sich ein Redner mithilfe der Struktur und der Bilder der imaginierten Räume besser erinnern kann, reaktiviert auch er durch die wiederholten Betrachtungen der unauffälligen, unbedeutenden Gegenstände und Räume seine verschwundenen Gedächtnisse. Die auf diese Weise erinnerte Vergangenheit wird mit verschiedenen rhetorischen Figuren wiedergegeben. Außerdem haben in Texten Sebalds die zahlreichen räumlichen Faktoren wie Landschaft, Stadtteile, Straßen, Architektur (Festung, Bunker, Palast, Kino, Turm, Häuser etc.) und viele Instrumente wie Uhr, Schreibzeuge, Kriegs- und Foltermachinen Ähnlichkeiten mit den traditionellen Ikonen der Mnemonikkunst. Unter diesem Gesichtspunkt ruft der betrachtete Text Sebalds die alte Tradition der Gedächtniskunst in unserer Zeit wieder ins Leben, und setzt die Aufgabe des Literaten fort, die kollektiven Gedächtnisse einer Gesellschaft zu bewahren. Dabei bedeutet das Gedächtnis nicht bloß die Speicherung der Fakten, sondern auch ‘Rewriting’ und Rehabilitation der vergessenen Tatsachen. Auf diese Weise will er die Geschichte Europas und vor allem der Juden, die in Vergessenheit zu geraten drohen, aufs Neue ans Licht bringen.

참고문헌 (14)

  1. Sebald, W. G., "Austerlitz" (2003), Frankfurt a. M.
  2. Ders, "Die Beschreibung des Unglücks. Zur österreichischen Literatur von Stifter bis Handke" (2003), Frankfurt a. M.
  3. 이경진, "제발트 문학에 나타난 멜랑코리 연구", 석사, pp.2008
  4. Arnold, Heinz Ludwig, "W. G. Sebald", Text + Kritik, 158 (2003)
  5. Assmann, Jan, "Das kulturelle Gedächtnis. Schrift, Erinnerung und politische Identität in frühen Hochkulturen" (2007)
  6. Bachelard, Gaston, "공간의 시학" (2003), 동문선
  7. Draaisma, Douwe, "기억의 메타포" (2006), 에코 리브르
  8. Johannsen, Anja K., "Kisten, Krypten, Labyrinthe. Raumfigurationen in der Gegenwartsliteratur" (2008), W.G. Sebald
  9. Loquai, Franz, "Labyrinthische Spurensuche. W. G. Sebalds Roman “Austerlitz”", literaturkritik, 7 (2001)
  10. Martin, Sigurd, "Verschiebebahnhöfe der Erinnerung. Zum Werk W. G. Sebalds" (2007), Würzburg
  11. Mendilow, A. A., "시간과 소설" (1998), 예림기획
  12. Sloane, Thomas O., "Encyclopedia of Rhetoric" (2001), Oxford University Press
  13. Radisch, Iris, "Der Waschbär der falschen Welt", Zeit Online, 15 (2000)
  14. Weinrich, Harald, "망각의 강 레테" (2004), 문학동네

관련 논문AI추천

이 간행물의 다른 논문 (21건)