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Schriftpolitik im Nationalsozialismus

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주제분류독일어와문학

초록

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in vier Abschnitte. Der erste Abschnitt behandelt die Entstehung und Entwicklung der Zweischriftigkeit im deutschen Sprachraum bis zum Jahr 1933. Die Genese der Fraktur und Antiqua und der beginnende Schriftstreit vom 9. Jahrhundert bis zur Machtergreifung des Nationalsozialismus werden hier knapp skizziert. Im zweiten Abschnitt wird der Frakturgebrauch von 1933 bis 1940 beschrieben. Die Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 führt zunächst zu einem Aufschwung der Frakturschrift. Im Zeitraum 1933 bis 1936 stieg der Anteil der in Fraktur gedruckten Bücher an der deutschen Buchproduktion von etwa 44 auf rund 60% an. Jedoch endete dieser Aufschwung bereits vor Kriegsbeginn und wurde im Frühjahr 1940 durch einen allgemeinen Rückgang der Fraktur abgelöst. Im März 1940 kündigte sich eine Änderung der offiziellen Haltung der nationalsozialistischen Parteiführung zur Schriftfrage durch den Erlass Goebbels’ an, alles für das Ausland bestimmte Propagandamaterial zukünftig in Antiqua zu drucken. Ein Jahr später schließlich wurde der Gebrauch der Fraktur von den Machthabern verboten. Im geheimen Rundschreiben 3.1.1941 gab Martin Bormann bekannt, dass Hitler die Einführung der Antiqua als ‘Normalschrift’ angeordnet hatte. Der dritte Abschnitt analysiert den Inhalt des Rundschreibens und den Hintergrund dieses Frakturverbots. Im letzten Abschnitt werden der tatsächliche Ablauf der Umsetzung und die Reaktionen der Öffentlichkeit beschrieben. Der Plan, auf Antiqua umzustellen, wurde zunächst vor dem deutschen Volk geheimgehalten. Es lassen sich keine Bekanntmachungen oder Kommentare der deutschen Presse zur Umstellung aus dem Halbjahr nach dem Bormann-Erlass finden. Durch den Wechsel von Zeitungen auf Antiquasatz wurde in deutsche Öffentlichkeit zum ersten Mal sichtbar mit der Entscheidung Hitlers in der Schriftfrage konfrontiert. Widerstand gegen das Verbot der Frakturschrift regte sich jedoch nicht.

Abstract

Die vorliegende Arbeit gliedert sich in vier Abschnitte. Der erste Abschnitt behandelt die Entstehung und Entwicklung der Zweischriftigkeit im deutschen Sprachraum bis zum Jahr 1933. Die Genese der Fraktur und Antiqua und der beginnende Schriftstreit vom 9. Jahrhundert bis zur Machtergreifung des Nationalsozialismus werden hier knapp skizziert. Im zweiten Abschnitt wird der Frakturgebrauch von 1933 bis 1940 beschrieben. Die Machtergreifung Hitlers im Jahr 1933 führt zunächst zu einem Aufschwung der Frakturschrift. Im Zeitraum 1933 bis 1936 stieg der Anteil der in Fraktur gedruckten Bücher an der deutschen Buchproduktion von etwa 44 auf rund 60% an. Jedoch endete dieser Aufschwung bereits vor Kriegsbeginn und wurde im Frühjahr 1940 durch einen allgemeinen Rückgang der Fraktur abgelöst. Im März 1940 kündigte sich eine Änderung der offiziellen Haltung der nationalsozialistischen Parteiführung zur Schriftfrage durch den Erlass Goebbels’ an, alles für das Ausland bestimmte Propagandamaterial zukünftig in Antiqua zu drucken. Ein Jahr später schließlich wurde der Gebrauch der Fraktur von den Machthabern verboten. Im geheimen Rundschreiben 3.1.1941 gab Martin Bormann bekannt, dass Hitler die Einführung der Antiqua als ‘Normalschrift’ angeordnet hatte. Der dritte Abschnitt analysiert den Inhalt des Rundschreibens und den Hintergrund dieses Frakturverbots. Im letzten Abschnitt werden der tatsächliche Ablauf der Umsetzung und die Reaktionen der Öffentlichkeit beschrieben. Der Plan, auf Antiqua umzustellen, wurde zunächst vor dem deutschen Volk geheimgehalten. Es lassen sich keine Bekanntmachungen oder Kommentare der deutschen Presse zur Umstellung aus dem Halbjahr nach dem Bormann-Erlass finden. Durch den Wechsel von Zeitungen auf Antiquasatz wurde in deutsche Öffentlichkeit zum ersten Mal sichtbar mit der Entscheidung Hitlers in der Schriftfrage konfrontiert. Widerstand gegen das Verbot der Frakturschrift regte sich jedoch nicht.

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