형상의 질곡을 가르는 저항의 언어 - 페터 바이스의 "라오콘"
Die Sprache des Widerstands, die die Fesseln des Bildes sprengt. ?ber Peter Weiss‘ 『Laokoon』
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초록
Laokoon oder über die Grenzen der Sprache, die Lessingpreis-Rede von Peter Weiss ist ein kunstvoll gestalteter Text, in dem Autobiographisches, Ästhetisches und Politisches geschickt zusammengefügt werden. Man wollte ihn als ein literarisches und politisches Manifest lesen, in dem er seine eigene künstlerische Position als Maler selbstkritisch neu bewertet und sich als einen neuen, politisch engagierten Schriftsteller vorgestellt hat. So geht es für Weiss nicht mehr um das Bild bzw. die bildende Kunst, die er quasi-autistisch eingeordnet hat, sondern um die Sprache und die Literatur, mit der er sich nun diskursiv, ja politisch beschäftigt und beschäftigen wird. Mit diesem Manifest scheint er also eine endgültige Absage sowohl an seine Vergangenheit als auch an das Bild erteilt zu haben und schliesslich einen “Kampf gegen die Bilder” eingefordert zu haben. Peter Weiss hat sich aber nie von dem Bild abgewandt, wenn auch er nicht mehr malt. Für ihn war das Bild ein autistisches Medium, das sich mit den Schmerzen begnügt, während die Sprache ein diskursives und vernünftiges Medium sei, das den Ursprung der Schmerzen wissen will. Aufgrund dieser Auffassung, die er mit Lessing teilt, hat er zwar seine politisch motivierte Auswahl der sprachlichen Kunst gegenüber der bildenden Kunst begründet. Er war sich aber immer bewusst, dass ‘die Grenzen der Sprache’ eben durch das Bild gezogen sind, weil das Bild eine noch tiefere, ursprünglichere und sprachlich unfassbare Region ist. Sein Schreiben, das über die Grenzen der Denk-und Ausdrucksfähigkeit hinausgehen will, müsste also immer eine 'Arbeit am Bild' sein. Anhand dieser ästhetischen Erkenntnis von dem Verhältnis zwischen Bild und Sprache hat er sich seiner literarischen Aufgabe von der Versprachlichung des Bildes gestellt, deren politische Bedeutung darin liegt, die unaussprechbare Intensität der Schmerzen im Bild durch die Diskursivität der Sprache in die Intensität des Widerstands zu übertragen. Bei der Arbeit am Bild hat er die geschichtlich bedingten Schmerzen im Signifikant des Bildes gefunden, die noch nicht verbalisiert und gerade deswegen in dem Horizont unserer Geschichte und unseres Bewusstseins noch nicht wahrgenommen wurden. Mit der ästhetischen Erkenntnis und politisch-literarischen Praxis, die innerlich nicht immer versöhnt war, hat Peter Weiss sowohl das semiotisch-aufklärerische Programm als auch den avantgardistischen Formalismus hinter sich gelassen.
Abstract
Laokoon oder über die Grenzen der Sprache, die Lessingpreis-Rede von Peter Weiss ist ein kunstvoll gestalteter Text, in dem Autobiographisches, Ästhetisches und Politisches geschickt zusammengefügt werden. Man wollte ihn als ein literarisches und politisches Manifest lesen, in dem er seine eigene künstlerische Position als Maler selbstkritisch neu bewertet und sich als einen neuen, politisch engagierten Schriftsteller vorgestellt hat. So geht es für Weiss nicht mehr um das Bild bzw. die bildende Kunst, die er quasi-autistisch eingeordnet hat, sondern um die Sprache und die Literatur, mit der er sich nun diskursiv, ja politisch beschäftigt und beschäftigen wird. Mit diesem Manifest scheint er also eine endgültige Absage sowohl an seine Vergangenheit als auch an das Bild erteilt zu haben und schliesslich einen “Kampf gegen die Bilder” eingefordert zu haben. Peter Weiss hat sich aber nie von dem Bild abgewandt, wenn auch er nicht mehr malt. Für ihn war das Bild ein autistisches Medium, das sich mit den Schmerzen begnügt, während die Sprache ein diskursives und vernünftiges Medium sei, das den Ursprung der Schmerzen wissen will. Aufgrund dieser Auffassung, die er mit Lessing teilt, hat er zwar seine politisch motivierte Auswahl der sprachlichen Kunst gegenüber der bildenden Kunst begründet. Er war sich aber immer bewusst, dass ‘die Grenzen der Sprache’ eben durch das Bild gezogen sind, weil das Bild eine noch tiefere, ursprünglichere und sprachlich unfassbare Region ist. Sein Schreiben, das über die Grenzen der Denk-und Ausdrucksfähigkeit hinausgehen will, müsste also immer eine 'Arbeit am Bild' sein. Anhand dieser ästhetischen Erkenntnis von dem Verhältnis zwischen Bild und Sprache hat er sich seiner literarischen Aufgabe von der Versprachlichung des Bildes gestellt, deren politische Bedeutung darin liegt, die unaussprechbare Intensität der Schmerzen im Bild durch die Diskursivität der Sprache in die Intensität des Widerstands zu übertragen. Bei der Arbeit am Bild hat er die geschichtlich bedingten Schmerzen im Signifikant des Bildes gefunden, die noch nicht verbalisiert und gerade deswegen in dem Horizont unserer Geschichte und unseres Bewusstseins noch nicht wahrgenommen wurden. Mit der ästhetischen Erkenntnis und politisch-literarischen Praxis, die innerlich nicht immer versöhnt war, hat Peter Weiss sowohl das semiotisch-aufklärerische Programm als auch den avantgardistischen Formalismus hinter sich gelassen.
참고문헌 (14)
- Jens, "Dantes Spuren und die Mythosrezeption in Peter Weiss' Roman ”Die Ästhetik des Widerstands”"
- Der Wettstreit der Medien im Andenken der Toten, "Bildgeschichte und Billdreflexion", pp.23~42
- Klaus, "Arbeit am Bild als Widerstandsleistung", pp.246~284 (1983)
- Sepp, "Anmerkungen zum Zusammenhang zwischen schriftstellerischem filmischem und bildkünstlerischem Werk bei Peter Weiss", pp.116~127 (1985)
- Gotthold Ephraim, "Laokoon oder über die Grenzen der Malerei und Poesie" (1994)
- Rector, "Laokoon oder der vergebliche Kampf gegen die Bilder Medienwechsel und Politisierung bei Peter Weiss", pp.24~41
- Weiss, "10 Arbeitspunkte eines Autors in der geteilten Welt", pp.2 14~23 (1971)
- Weiss, "10 Arbeitspunkte eines Autors in der geteilten Welt", pp.2 14~23 (1971)
- Weiss, "Stück in zwei Akten", pp.265~416 (1977)
- Weiss, "Stück in zwei Akten", pp.265~416 (1977)
- Weiss, "Laokoon oder über die Grenzen der Sprache", pp.170~187 (1968)
- Weiss, "Laokoon oder über die Grenzen der Sprache", pp.170~187 (1968)
- Johann Joachim, "Mit einer Einleitung von Hellmut Sichtermann", Winckelmann
- Johann Joachim, "Mit einer Einleitung von Hellmut Sichtermann", Winckelmann
