역사의식과 공간의 내러티브 - 페터 바이스의 『저항의 미학』
Zum Geschichtsbewusstsein und Narrative des Orts in der Asthetik des Widerstands von Peter Weiss
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초록
In der Romantrilogie Die 훥thetik des Widerstands von Peter Weiss, 3 B?de jeim Jahr 1975, 1978, 1981 erschienen, nehmen Orte und ?tlichkeiten eine wichtigeStellung ein, um die komplexen historischen Geschehnisse in der deutschenArbeiter- und Widerstandsbewegung unter der nationalsozialistischen Herrschaftund damit einhergehendes, verzweigtes R?onnement miteinander zu verkn?fenund in eine Narrativik einzubinden. Den drei B?den des Romans kommen jeweilseinige bestimmte, zeitgeschichtlich signifikante Orte zuteil, die f? das erz?lendeIch, einen unbekannten Untergrundk?pfer auf der Basis, zur unmittelbaren B?neseiner politischen T?igkeit werden und ihm die M?lichkeit er?fnen, sich an diekollektive Bem?ung des antifaschistischen Kampfes anzuschlie?n. F? denersten Band nehmen Berlin und Spanien die Stellung dieses zentralen Ortes ein, f?den zweiten Band Paris und Schweden und f? den dritten Band Stockholm undBerlin. Der Roman ist jedoch weder Ortsroman noch Geschichtsroman imtraditionellen Sinne. Ihm liegt zwar ein authentischer Fall des politischen Terrorsim Nazi-Deutschland zugrunde, der mit der Hinrichtung der ganzen, unter demNamen 껽ote Kapelle?bekannten Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysenund Arvid Harnack im Dezember 1942 am Pl?zensee, Charlottenberg Berlin, zuEnde kam. Zu beachten ist aber eher die Erz?lperspektive, aus der der Fall betrachtet und berichtet wird: Er wird namlich nicht vom Standpunkt der großenreprasentativen Personlichkeiten, sondern aus der Sicht der einfachen Widerstandkampferund Arbeiter wie das Roman-Ich und seine engsten Freunde, Hans Coppi (1916 -22. Dez. 1942) und Horst Heilmann (1923 - 22. Dez. 1942), wiedergegeben underzahlt. Diese Perspektive von unten korrespondiert dann mit dem zweiten Prinzip derGeschichtskonstruktion im Roman, namlich sich die Geschichte als eine Kette vonKatastrophen vorzustellen: Das Ende des zweiten Weltkriegs im Mai 1945bedeutet aus der Sicht der von den Faschisten und Stalinisten Verfolgten undGeopferten weniger Sieg und Befreiung als ein totales Scheitern ihres großensozialistischen Ideals. Die vergangene Zeit des kollektiven antifaschistischenWiderstandskampfes erscheint mithin fur diejenigen als undurchsichtig undunbegreiflich, die sich unter dem Druck des zwangsneurotischen Schuldgefuhlseine Opferperspektive zu eigen gemacht haben, wie Peter Weiss, der als ein AchtelJude und Uberlebender Ausschwitz als seine Ortschaft erklart hat, dem dieFrankfurter Prozesse im Jahr 1963-65 zu seiner Jetztzeit im Sinne Benjaminsgeworden sind. Das penible Beschreiben und Sich-Vergewissern der Strassen undStrecken, Orte und Landstriche, auf die sich das Roman-Ich jeweils begibt, kannman dann als eine literaturasthetische Strategie verstehen, um die vergangenen,unkenntlich gewordenen Geschehnisse und Figuren aus der Sicht der Kampfendenauf der Basis, eben der am meisten Verfolgten und Geopferten, wieder fassbar zumachen. Alexander Hornold vergleicht deshalb das Roman-Ich als “Griffel”,anhand dessen auf das unbeschriebene Blatt der Geschichte erst verzeichnetwerden soll. Die vorliegende Arbeit versucht diesen komplexen Zusammenhangvom Weisschen Geschichtsverstandnis und den raumlichen Gestaltungen imRoman darzulegen. Damit soll aufgezeigt werden, welcher alternativer Sinn dortder Geschichte der vergangenen deutschen Arbeiter- und Widerstandsbewegungzugeschrieben wird, also wie ihrer dort anders als in der zeitgenossischenErinnerungskultur angedacht wird.
Abstract
In der Romantrilogie Die 훥thetik des Widerstands von Peter Weiss, 3 B?de jeim Jahr 1975, 1978, 1981 erschienen, nehmen Orte und ?tlichkeiten eine wichtigeStellung ein, um die komplexen historischen Geschehnisse in der deutschenArbeiter- und Widerstandsbewegung unter der nationalsozialistischen Herrschaftund damit einhergehendes, verzweigtes R?onnement miteinander zu verkn?fenund in eine Narrativik einzubinden. Den drei B?den des Romans kommen jeweilseinige bestimmte, zeitgeschichtlich signifikante Orte zuteil, die f? das erz?lendeIch, einen unbekannten Untergrundk?pfer auf der Basis, zur unmittelbaren B?neseiner politischen T?igkeit werden und ihm die M?lichkeit er?fnen, sich an diekollektive Bem?ung des antifaschistischen Kampfes anzuschlie?n. F? denersten Band nehmen Berlin und Spanien die Stellung dieses zentralen Ortes ein, f?den zweiten Band Paris und Schweden und f? den dritten Band Stockholm undBerlin. Der Roman ist jedoch weder Ortsroman noch Geschichtsroman imtraditionellen Sinne. Ihm liegt zwar ein authentischer Fall des politischen Terrorsim Nazi-Deutschland zugrunde, der mit der Hinrichtung der ganzen, unter demNamen 껽ote Kapelle?bekannten Widerstandsgruppe um Harro Schulze-Boysenund Arvid Harnack im Dezember 1942 am Pl?zensee, Charlottenberg Berlin, zuEnde kam. Zu beachten ist aber eher die Erz?lperspektive, aus der der Fall betrachtet und berichtet wird: Er wird namlich nicht vom Standpunkt der großenreprasentativen Personlichkeiten, sondern aus der Sicht der einfachen Widerstandkampferund Arbeiter wie das Roman-Ich und seine engsten Freunde, Hans Coppi (1916 -22. Dez. 1942) und Horst Heilmann (1923 - 22. Dez. 1942), wiedergegeben underzahlt. Diese Perspektive von unten korrespondiert dann mit dem zweiten Prinzip derGeschichtskonstruktion im Roman, namlich sich die Geschichte als eine Kette vonKatastrophen vorzustellen: Das Ende des zweiten Weltkriegs im Mai 1945bedeutet aus der Sicht der von den Faschisten und Stalinisten Verfolgten undGeopferten weniger Sieg und Befreiung als ein totales Scheitern ihres großensozialistischen Ideals. Die vergangene Zeit des kollektiven antifaschistischenWiderstandskampfes erscheint mithin fur diejenigen als undurchsichtig undunbegreiflich, die sich unter dem Druck des zwangsneurotischen Schuldgefuhlseine Opferperspektive zu eigen gemacht haben, wie Peter Weiss, der als ein AchtelJude und Uberlebender Ausschwitz als seine Ortschaft erklart hat, dem dieFrankfurter Prozesse im Jahr 1963-65 zu seiner Jetztzeit im Sinne Benjaminsgeworden sind. Das penible Beschreiben und Sich-Vergewissern der Strassen undStrecken, Orte und Landstriche, auf die sich das Roman-Ich jeweils begibt, kannman dann als eine literaturasthetische Strategie verstehen, um die vergangenen,unkenntlich gewordenen Geschehnisse und Figuren aus der Sicht der Kampfendenauf der Basis, eben der am meisten Verfolgten und Geopferten, wieder fassbar zumachen. Alexander Hornold vergleicht deshalb das Roman-Ich als “Griffel”,anhand dessen auf das unbeschriebene Blatt der Geschichte erst verzeichnetwerden soll. Die vorliegende Arbeit versucht diesen komplexen Zusammenhangvom Weisschen Geschichtsverstandnis und den raumlichen Gestaltungen imRoman darzulegen. Damit soll aufgezeigt werden, welcher alternativer Sinn dortder Geschichte der vergangenen deutschen Arbeiter- und Widerstandsbewegungzugeschrieben wird, also wie ihrer dort anders als in der zeitgenossischenErinnerungskultur angedacht wird.
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