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1990년대 독일 문학담론에 나타난 기상 변화 - 크라흐트의 소설 『파저란트』를 중심으로 -

Klimawechsel im deutschen Literaturdiskurs der 90er Jahre - in bezug auf Christian Krachts Roman Faserland -

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주제분류독일어와문학

초록

Christian Krachts Debütroman Faserland, der, im Jahr 1995 veröffentlicht, so kontroverse Reaktionen hervorrief, gilt heute als historische Wendemarke in der deutschen Gegenwartsliteratur. Kracht stand damals im Mittelpunkt einer heftigen Debatte über die literarische Qualität der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Seit Faserland hat gleichwohl die Darstellung der sogenannten Generation Golf prominenten Einlass in die Literatur gefunden. Die vorliegende Arbeit beabsichtigt, die Tiefenstruktur von Faserland unter den folgenden vier Gesichtspunkten zu erörtern. Erstens: der Ich-Erzähler des Romans tritt als popmoderner Flaneur auf, dessen Blick auf die Metropole weitgehend erloschen ist und dessen Rauschmittel nicht länger die Masse ist, sondern nunmehr aus der Konsumwelt stammt. Im Roman wird von Freunden, Parties, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Reisen berichtet, wobei Krachts Erzähler auf der Suche nach Erlebnissen ist, die ihn von seiner Langeweile erlösen. Hier zeigt sich, dass der Autor mit seinem popmodernen Flaneur einen Typus porträtiert, den die Berliner Republik nach der Wende hervorgebracht hat. Zweitens: es geht um die Frage, ob die Liste der Markennamen, die im Roman häufig vorkommen, von Warenfetischismus zeugt. Bei der Analyse der Erzählerperspektive zeigt sich, dass sich unter der Markenbezeichnung weniger die Affirmation gegenüber dem bundesdeutschen Luxusland verbirgt als vielmehr der Zweifel an der Selbstvergewisserung mittels der Mode und der Warenwelt. Im Rückgriff auf Baßlers Studie lässt sich behaupten, dass Krachts Roman mit dem vermeintlich oberflächlichen Verfahren, die Markennamen zu katalogisieren, einen sehr lange vernachlässigten Anspruch der Literatur erhebt, jeweilige Gegenwartskultur zu archivieren. Drittens: dem Roman liegt die Auseinandersetzung mit der anscheinend ungebrochenen politischen und kulturellen Dominanz der 68er Generation zugrunde. Den Affekt gegen den dominierenden 68er-Diskurs darf man aber nicht soweit interpretieren, von daraus auf neokonservatives Denken zu schließen. Wenn man den Habitus des gegenkulturellen Protests gegen die 68er Generation näher betrachtet, zeigt sich, dass Krachts Erzähler gegen die Kultur der Konformisten des Andersseins ankämpft. Schließlich: der Erzähler greift immer wieder auf das Deutschland-Motiv zurück. Dessen leitmotivischer Gebrauch dient dazu, eine eigenwillige Abrechnung mit der quälenden Frage nach der deutschen Schuld und Verantwortung vorzunehmen. Um sowohl gegen den Neonationalismus als auch gegen den Faschismusentwurf der 68er Generation zu protestieren, verwendet er Strategien wie Entpolitisierung, Ästhetisierung der Politik oder Sinnreduktion der Geschichte.

Abstract

Christian Krachts Debütroman Faserland, der, im Jahr 1995 veröffentlicht, so kontroverse Reaktionen hervorrief, gilt heute als historische Wendemarke in der deutschen Gegenwartsliteratur. Kracht stand damals im Mittelpunkt einer heftigen Debatte über die literarische Qualität der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Seit Faserland hat gleichwohl die Darstellung der sogenannten Generation Golf prominenten Einlass in die Literatur gefunden. Die vorliegende Arbeit beabsichtigt, die Tiefenstruktur von Faserland unter den folgenden vier Gesichtspunkten zu erörtern. Erstens: der Ich-Erzähler des Romans tritt als popmoderner Flaneur auf, dessen Blick auf die Metropole weitgehend erloschen ist und dessen Rauschmittel nicht länger die Masse ist, sondern nunmehr aus der Konsumwelt stammt. Im Roman wird von Freunden, Parties, Alkohol- und Drogenkonsum sowie Reisen berichtet, wobei Krachts Erzähler auf der Suche nach Erlebnissen ist, die ihn von seiner Langeweile erlösen. Hier zeigt sich, dass der Autor mit seinem popmodernen Flaneur einen Typus porträtiert, den die Berliner Republik nach der Wende hervorgebracht hat. Zweitens: es geht um die Frage, ob die Liste der Markennamen, die im Roman häufig vorkommen, von Warenfetischismus zeugt. Bei der Analyse der Erzählerperspektive zeigt sich, dass sich unter der Markenbezeichnung weniger die Affirmation gegenüber dem bundesdeutschen Luxusland verbirgt als vielmehr der Zweifel an der Selbstvergewisserung mittels der Mode und der Warenwelt. Im Rückgriff auf Baßlers Studie lässt sich behaupten, dass Krachts Roman mit dem vermeintlich oberflächlichen Verfahren, die Markennamen zu katalogisieren, einen sehr lange vernachlässigten Anspruch der Literatur erhebt, jeweilige Gegenwartskultur zu archivieren. Drittens: dem Roman liegt die Auseinandersetzung mit der anscheinend ungebrochenen politischen und kulturellen Dominanz der 68er Generation zugrunde. Den Affekt gegen den dominierenden 68er-Diskurs darf man aber nicht soweit interpretieren, von daraus auf neokonservatives Denken zu schließen. Wenn man den Habitus des gegenkulturellen Protests gegen die 68er Generation näher betrachtet, zeigt sich, dass Krachts Erzähler gegen die Kultur der Konformisten des Andersseins ankämpft. Schließlich: der Erzähler greift immer wieder auf das Deutschland-Motiv zurück. Dessen leitmotivischer Gebrauch dient dazu, eine eigenwillige Abrechnung mit der quälenden Frage nach der deutschen Schuld und Verantwortung vorzunehmen. Um sowohl gegen den Neonationalismus als auch gegen den Faschismusentwurf der 68er Generation zu protestieren, verwendet er Strategien wie Entpolitisierung, Ästhetisierung der Politik oder Sinnreduktion der Geschichte.

참고문헌 (18)

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