후기 자본주의 사회 비판과 유토피아의 환상 폭로 - 크리스티안 크라흐트의 『파저란트』를 중심으로
Kritik der spätkapitalistischen Gesellschaft und Desillusionierung des utopischen Denkens im Roman Faserland von Christian Kracht
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초록
In seinem Buch Generation Golf hat Florian Illies behauptet, dass Christian Kracht mit dem Roman Faserland den Geschmack und die Gemüter der neuen Generation in Deutschland in den 90er Jahren vertritt. Diese Auffassung hat sich so rasch verbreitet, dass man Kracht als Gründer der neuen deutschen Popliteratur angesehen hat. Allerdings basiert dies auf einem Missverständnis, das daraus hervorgeht, dass man den Erzähler mit dem Autor verwechselt. Daher gilt es, das namenlose Erzähler-Ich vom Autor zu unterscheiden, vor allem, weil die Leser dadurch eine kritische Distanz zur Konsum- und Popkultur der spätkapitalistischen Gesellschaft gewinnen können, der der Erzähler ausgesetzt ist. Im Unterschied zum Erzähler bedient sich der Autor der popkulturellen Elemente und Phänomene, um sie wiederum zu kritisieren. Daher kann Kracht nicht als Gründer der neuen deutschen Popliteratur gelten. Außer der Kritik am Markenfetischismus und an der Popkultur in den westeuropäischen Ländern steht auch der Diskurs über Utopien im Mittelpunkt des Romans Faserland. Seit der Neuzeit hat die westeuropäische Gesellschaft aufgrund der aufklärerischen Geschichtsphilosophie am Glauben an die individuelle Entwicklung und den geschichtlichen Fortschritt festgehalten. Trotz des Zweiten Weltkriegs und des Faschismus ist die feste Überzeugung nicht erschüttert worden, dass die Menschheit die Fehler der Vergangenheit überwinden und in der Zukunft eine utopische Gesellschaft errichten kann. In Faserland verlässt das Erzähler-Ich jedoch sein Heimatland Deutschland, das ihn mit den historischen Verbrechen belastet, um sein Glück in der Schweiz, als einem freien und idealen Land, zu verwirklichen. Jedoch ist es sehr fragwürdig, ob der Autor eine Utopie in der Schweiz findet. In der vorliegenden Arbeit wird gezeigt, wie der Autor anhand vieler Vorausdeutungen und Verweisungen den Glauben des Erzählers an die Utopie als Illusion entlarvt und eine posthistorische Auffassung vertritt.
Abstract
In seinem Buch Generation Golf hat Florian Illies behauptet, dass Christian Kracht mit dem Roman Faserland den Geschmack und die Gemüter der neuen Generation in Deutschland in den 90er Jahren vertritt. Diese Auffassung hat sich so rasch verbreitet, dass man Kracht als Gründer der neuen deutschen Popliteratur angesehen hat. Allerdings basiert dies auf einem Missverständnis, das daraus hervorgeht, dass man den Erzähler mit dem Autor verwechselt. Daher gilt es, das namenlose Erzähler-Ich vom Autor zu unterscheiden, vor allem, weil die Leser dadurch eine kritische Distanz zur Konsum- und Popkultur der spätkapitalistischen Gesellschaft gewinnen können, der der Erzähler ausgesetzt ist. Im Unterschied zum Erzähler bedient sich der Autor der popkulturellen Elemente und Phänomene, um sie wiederum zu kritisieren. Daher kann Kracht nicht als Gründer der neuen deutschen Popliteratur gelten. Außer der Kritik am Markenfetischismus und an der Popkultur in den westeuropäischen Ländern steht auch der Diskurs über Utopien im Mittelpunkt des Romans Faserland. Seit der Neuzeit hat die westeuropäische Gesellschaft aufgrund der aufklärerischen Geschichtsphilosophie am Glauben an die individuelle Entwicklung und den geschichtlichen Fortschritt festgehalten. Trotz des Zweiten Weltkriegs und des Faschismus ist die feste Überzeugung nicht erschüttert worden, dass die Menschheit die Fehler der Vergangenheit überwinden und in der Zukunft eine utopische Gesellschaft errichten kann. In Faserland verlässt das Erzähler-Ich jedoch sein Heimatland Deutschland, das ihn mit den historischen Verbrechen belastet, um sein Glück in der Schweiz, als einem freien und idealen Land, zu verwirklichen. Jedoch ist es sehr fragwürdig, ob der Autor eine Utopie in der Schweiz findet. In der vorliegenden Arbeit wird gezeigt, wie der Autor anhand vieler Vorausdeutungen und Verweisungen den Glauben des Erzählers an die Utopie als Illusion entlarvt und eine posthistorische Auffassung vertritt.
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