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토마스 만의『바꾸어진 머리』연구

Eine Studie über Thomas Manns Erzählung ‘Die vertauschten Köpfe’

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주제분류독일어와문학

초록

Die meisten Äußerungen Thomas Manns zu seiner indischen Novelle, Die Vertauschten Köpfe, legen die Annahme nahe, daß der Autor selbst dieses Werk als eher beiläufig entstanden und unbedeutend angesehen hat: wenige andere, spätere Äußerungen weisen jedoch darauf hin, daß er diesem Text durchaus mehr Bedeutung beigemessen hat, als man zunächst vermuten könnte. Die Erzählung ist im Jahr 1940 erschienen, gehört also zu Thomas Manns Spätwerk. Im Laufe der Jahre wandelten sich diese Themen in Manns Werken, vom Gegensatz zwischen Künstlertum und Bürgertum in der Frühzeit über die Harmonie zwischen Künstlertum und Bürgertum, bis hin zum Thema von Humanität und Mythos in der Spätzeit. Dennoch bleibt als Grundthema die ironische Variation der Künstler-Bürger-Problematik. Auch in dieser indischen phantasievollen und exotischen Erzählung wird diese Thematik behandelt. Geist und Leben, Geist und Schönheit, Haupt und Körper, diese Antinomien sind Grundlage der Erzählung. Zwischen Geist und Körper herrscht eine permanente Spannung, die niemals aufgelöst werden kann. Trotz der offensichtlich erotischen Beziehung zwischen Geist und Körper kommt es nicht - wie man erwarten könnte - zu einer Vereinigung und Verständigung. Nur die kurze berauschende Illusion einer Vereinigung und Verständigung ist möglich: eine harmonische Verbindung von beidem, die Vollkommenheit bedeuten würde, kann in dieser Welt nicht gelingen. Thomas Mann legt In diesem Werk dar, daß die Beziehungen zwischen Haupt und Körper nicht darin bestehen, daß einseitig der Geist den Körper regiert, sondern daß beide sich gegenseitig beeinflussen, wobei aber Geist und Schönheit immer in einem polaren Verhältnis zu einander stehen: Sita bringt einen Sohn zur Welt, der aufgrund der Vertauschung der Köpfe Schridamans und Nandas zwei Väter hat. Dieser gemeinsame Sohn der drei Hauptfiguren vereinigt in sich die Schönheit Sitas, den Intellekt Schrida- mans und die körperliche Statur Nandas. Doch wegen seiner Kurzsichtigkeit und Hellhäutigkeit ist Samadhi - zu deutsch Sammlung oder Konzentraion - nicht die geglückte Synthese von Körperlichkeit und Geistigkeit, sondern höchstens ein Kompromiß: die Polarität bleibt in ihm erhalten.

Abstract

Die meisten Äußerungen Thomas Manns zu seiner indischen Novelle, Die Vertauschten Köpfe, legen die Annahme nahe, daß der Autor selbst dieses Werk als eher beiläufig entstanden und unbedeutend angesehen hat: wenige andere, spätere Äußerungen weisen jedoch darauf hin, daß er diesem Text durchaus mehr Bedeutung beigemessen hat, als man zunächst vermuten könnte. Die Erzählung ist im Jahr 1940 erschienen, gehört also zu Thomas Manns Spätwerk. Im Laufe der Jahre wandelten sich diese Themen in Manns Werken, vom Gegensatz zwischen Künstlertum und Bürgertum in der Frühzeit über die Harmonie zwischen Künstlertum und Bürgertum, bis hin zum Thema von Humanität und Mythos in der Spätzeit. Dennoch bleibt als Grundthema die ironische Variation der Künstler-Bürger-Problematik. Auch in dieser indischen phantasievollen und exotischen Erzählung wird diese Thematik behandelt. Geist und Leben, Geist und Schönheit, Haupt und Körper, diese Antinomien sind Grundlage der Erzählung. Zwischen Geist und Körper herrscht eine permanente Spannung, die niemals aufgelöst werden kann. Trotz der offensichtlich erotischen Beziehung zwischen Geist und Körper kommt es nicht - wie man erwarten könnte - zu einer Vereinigung und Verständigung. Nur die kurze berauschende Illusion einer Vereinigung und Verständigung ist möglich: eine harmonische Verbindung von beidem, die Vollkommenheit bedeuten würde, kann in dieser Welt nicht gelingen. Thomas Mann legt In diesem Werk dar, daß die Beziehungen zwischen Haupt und Körper nicht darin bestehen, daß einseitig der Geist den Körper regiert, sondern daß beide sich gegenseitig beeinflussen, wobei aber Geist und Schönheit immer in einem polaren Verhältnis zu einander stehen: Sita bringt einen Sohn zur Welt, der aufgrund der Vertauschung der Köpfe Schridamans und Nandas zwei Väter hat. Dieser gemeinsame Sohn der drei Hauptfiguren vereinigt in sich die Schönheit Sitas, den Intellekt Schrida- mans und die körperliche Statur Nandas. Doch wegen seiner Kurzsichtigkeit und Hellhäutigkeit ist Samadhi - zu deutsch Sammlung oder Konzentraion - nicht die geglückte Synthese von Körperlichkeit und Geistigkeit, sondern höchstens ein Kompromiß: die Polarität bleibt in ihm erhalten.

참고문헌 (15)

  1. Mann, Thomas, "Gesammelte Werke in dreizehn Bänden, zweite durchgesehene Auflage" (1974)
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  7. Goethe, Johann Wolfgang, "Goethes Werke in 14 Bänden Hrsg. von Erich Trunz" (1981)
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  9. Karst Roman, "Thomas Mann oder der deutsche Zwiespalt" (1997)
  10. Otto, Suanna, "Literarische Produktion als egozentrische Variation des Problems von Identitätsfindung und -stablilisierung. Ursprung, Grundlagen und Kon- sequenzen bei Thomas Mann" (1982)
  11. Pütz, Heinz Peter, "Kunst und Künstlerexistenz bei Nietzsche und Thomas Mann. Zum Problem des ästhetischen Perspektivismus in der Moderne" (1963)
  12. Renner, Rolf Günther, "Thomas Mann als phantastischer Realist. eine Überlegung anläßlich der Vertauschten Köpfe in Thomas Manns Studien" (1987)
  13. Tyroff, Siegmar, "Namen bei Thomsa Mann" (1975)
  14. Wiegmann, Hermann, "Die Erzählungen Thomas Manns, Interpretationen und Realien" (1992)
  15. Wysling, Hans, "Dichter über ihre Dichtungen, Thomas Mann Teil II: 1918-1943" (1979)

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