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근대적 번역주체: 번역담론과 번역윤리의 변천과정 - 울리히 폰 빌라모비츠-묄렌도르프의 번역론을 중심으로

Wandlungsprozess des modernen Übersetzungsdiskurses und der Übersetzungsethik - Insbesondere bei Ulrich von Willamowitz-Moellendorf

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주제분류독일어와문학

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Diese Studie geht von der Voraussetzung aus, dass der Übersetzer mittels seiner Übersetzungspraxis zur Erweiterung der Muttersprache, des Stils und auch schließlich der Schreibweise beiträgt und damit die Entwicklung der Muttersprache fördert. Von dieser Grundannahme ausgehend wird in dieser Studie der Wandlungsprozess des Übersetzungsdiskurses nach der deutschen Romantik untersucht und dabei wird überwiegend auf die Übersetzungsansichten Ulrich von Willamowitz-Moellendorfs(1848-1931) fokusiert. Zum Vergleich werden aber auch die antiken Übersetzungen von Wilhelm von Humboldt herangezogen. Die deutschen Romantiker schaffen in der Übersetzungsgeschichte einen sprachlichen, erkenntnistheoretischen und methodologischen Wendepunkt, sofern sie die unendliche Sehnsucht nach dem Fremden zeigen, und durch die eifrige Aufnahme der fremden Kultur die Sinn- und Ausdruckskapazität der eigenen Sprache zu erweitern versuchen. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. schlägt jedoch die generelle Strömung des Übersetzungsdiskurses um, nämlich in Richtung des Gewohnten, des Eigenen und des Ethnischen. Das heißt, dass sich das weltbürgerliche Subjekt der deutschen Romantik im Laufe der Zeit ins koloniale Subjekt verwandelt, indem man die fremde Kultur eher einzubürgern versucht. Gerade diese Tendenz ist bei der Übersetzungspraxis eines berühmten Altphilologen und zugleich repräsentativen Übersetzers der Wilhelminischen Ära, Ulrich von Willamowitz-Moellendorfs, deutlich zu erkennen. Wenn beispielsweise Wilhelm v. Humboldt in seinen antiken Übersetzungen zum kulturellen Elitärismus neigt, indem er das Fremde der antiken Kultur einschließlich der Versmaße im Zieltext bewahrt und den Leser mit dieser ungewohnten Kultur konfrontiert, versucht Willamowitz-Moellendorf den Ausgangstext nach wissenschaftlichen, politischen Ansprüchen seiner Zeit zu bearbeiten: Das besagt, dass Willamowitz mithilfe der Übersetzung das antike, humanistische Kulturgut einem größeren Publikum seiner Zeit zugänglich machen will. Das heißt wiederum, dass der Leser einen antiken Text so lesen sollte, als läse er gerade einen deutschen Text. Es führt dann schließlich dazu, dass der Begriff der Nationalliteratur erheblich eingeengt wird, und stattdessen herrscht ein dogmatischer, ideologischer Charakter vor: Durch die Anpassung an das Gedanken- und Sprachsystem der eigenen Nation und an den eklektischen Zeitgeist sind die Beweglichkeit der Sprache und das Frische der Gefühle bei Willamowitz’ Übersetzungen zunehmend erstarrt. Dies weist darauf hin, dass der Übersetzungsdiskurs Willamowitz’ unverkennbar auf Ethnozentrismus abzielt.

Abstract

Diese Studie geht von der Voraussetzung aus, dass der Übersetzer mittels seiner Übersetzungspraxis zur Erweiterung der Muttersprache, des Stils und auch schließlich der Schreibweise beiträgt und damit die Entwicklung der Muttersprache fördert. Von dieser Grundannahme ausgehend wird in dieser Studie der Wandlungsprozess des Übersetzungsdiskurses nach der deutschen Romantik untersucht und dabei wird überwiegend auf die Übersetzungsansichten Ulrich von Willamowitz-Moellendorfs(1848-1931) fokusiert. Zum Vergleich werden aber auch die antiken Übersetzungen von Wilhelm von Humboldt herangezogen. Die deutschen Romantiker schaffen in der Übersetzungsgeschichte einen sprachlichen, erkenntnistheoretischen und methodologischen Wendepunkt, sofern sie die unendliche Sehnsucht nach dem Fremden zeigen, und durch die eifrige Aufnahme der fremden Kultur die Sinn- und Ausdruckskapazität der eigenen Sprache zu erweitern versuchen. In der zweiten Hälfte des 19. Jhs. schlägt jedoch die generelle Strömung des Übersetzungsdiskurses um, nämlich in Richtung des Gewohnten, des Eigenen und des Ethnischen. Das heißt, dass sich das weltbürgerliche Subjekt der deutschen Romantik im Laufe der Zeit ins koloniale Subjekt verwandelt, indem man die fremde Kultur eher einzubürgern versucht. Gerade diese Tendenz ist bei der Übersetzungspraxis eines berühmten Altphilologen und zugleich repräsentativen Übersetzers der Wilhelminischen Ära, Ulrich von Willamowitz-Moellendorfs, deutlich zu erkennen. Wenn beispielsweise Wilhelm v. Humboldt in seinen antiken Übersetzungen zum kulturellen Elitärismus neigt, indem er das Fremde der antiken Kultur einschließlich der Versmaße im Zieltext bewahrt und den Leser mit dieser ungewohnten Kultur konfrontiert, versucht Willamowitz-Moellendorf den Ausgangstext nach wissenschaftlichen, politischen Ansprüchen seiner Zeit zu bearbeiten: Das besagt, dass Willamowitz mithilfe der Übersetzung das antike, humanistische Kulturgut einem größeren Publikum seiner Zeit zugänglich machen will. Das heißt wiederum, dass der Leser einen antiken Text so lesen sollte, als läse er gerade einen deutschen Text. Es führt dann schließlich dazu, dass der Begriff der Nationalliteratur erheblich eingeengt wird, und stattdessen herrscht ein dogmatischer, ideologischer Charakter vor: Durch die Anpassung an das Gedanken- und Sprachsystem der eigenen Nation und an den eklektischen Zeitgeist sind die Beweglichkeit der Sprache und das Frische der Gefühle bei Willamowitz’ Übersetzungen zunehmend erstarrt. Dies weist darauf hin, dass der Übersetzungsdiskurs Willamowitz’ unverkennbar auf Ethnozentrismus abzielt.

참고문헌 (32)

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