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독일 낭만주의에서의 언어, 번역, 해석

Sprache, Übersetzung und Interpretation in der deutschen Romantik

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주제분류독일어와문학

초록

In dieser Studie wurde die Übersetzungspraxis in der Romantikzeit anhand von Hölderlins Sophokles-Übersetzungen und von Shakespeare-Übersetzungen betrachtet. Dabei lässt sich feststellen, dass diese beiden Felder romantischer Übersetzungen gegensätzlich angelegt sind. Während die Sophokles-Übersetzungen ein repräsentatives Beispiel für eine streng am Ausgangstext orientierte Übersetzung darstellen, in der die Welt der Ausgangstexte getreu wiedergeben wird, trifft man dagegen bei den Shakespeare-Übersetzungen auf eine völlig andere Erscheinungsform, nämlich auf ein sprachlich und inhaltlich verdeutschtes Shakespeare-Bild. Hölderlin sieht das Ziel seiner Übersetzung darin, dass er die Leser vor der Fremdheit der anderen Kultur nicht schützt, sondern sie umgekehrt in die Fremdheit hineinführt. Dagegen zeigen die Romantiker wie W. A. Schlegel eine völlig andere Haltung: sie verschmelzen das Fremde mit der eigenen Kultur und schaffen damit eine vollkommen neue Gestalt. In dieser Art der Übersetzung sieht man bereits, dass das nationalliterarische Paradigma, das in die zweite Hälfte des 19. Jhs. hineingeht, immer mehr einbürgernde, verständliche Übersetzungen verlangt. Trotz ihrer teilweise sehr unterschiedlichen und sich widersprechenden Vorgehensweisen haben die beiden Übersetzungsarten in der deutschen Literaturgeschichte im Nachhinein enorme Wirkungen ausgeübt. Unter den heutigen Gesichtspunkt muss man einen Schluß ziehen, dass die dualistischen Kriterien der ausgangstextorientierten oder zieltextorientierten Übersetzung unproduktive Klassifizierungen präsentieren. Sie haben im Grunde nicht nur mit persönlichen Neigungen der Übersetzer, sondern auch mit geschichtlich bedingten Kulturbedürfnissen einer Epoche zu tun. Kein Volk kann von sich selbst und nur in der eigenen Sprache sein eigenes Wesen richtig entdecken. Selbst ein traditionsreiches Volk kann nur durch Dialoge zwischen der eigenen und fremden Kulturen fortleben. Übersetzung bedeutet nicht, von einer Sprache in die andere Sprache überzugehen, sondern sie bedeutet, Dialoge mit der fremden Sprache und Kultur zu führen. Es sind Dialoge, welche aber die eigene Sprache erwecken und transparent machen. In dieser Hinsicht betonen auch Schleiermacher und Humboldt die ‘bildende’ Funktion des Übersetzens; es lehre die Achtung vor dem Fremden und das Talent der individuellen Anschauung.

Abstract

In dieser Studie wurde die Übersetzungspraxis in der Romantikzeit anhand von Hölderlins Sophokles-Übersetzungen und von Shakespeare-Übersetzungen betrachtet. Dabei lässt sich feststellen, dass diese beiden Felder romantischer Übersetzungen gegensätzlich angelegt sind. Während die Sophokles-Übersetzungen ein repräsentatives Beispiel für eine streng am Ausgangstext orientierte Übersetzung darstellen, in der die Welt der Ausgangstexte getreu wiedergeben wird, trifft man dagegen bei den Shakespeare-Übersetzungen auf eine völlig andere Erscheinungsform, nämlich auf ein sprachlich und inhaltlich verdeutschtes Shakespeare-Bild. Hölderlin sieht das Ziel seiner Übersetzung darin, dass er die Leser vor der Fremdheit der anderen Kultur nicht schützt, sondern sie umgekehrt in die Fremdheit hineinführt. Dagegen zeigen die Romantiker wie W. A. Schlegel eine völlig andere Haltung: sie verschmelzen das Fremde mit der eigenen Kultur und schaffen damit eine vollkommen neue Gestalt. In dieser Art der Übersetzung sieht man bereits, dass das nationalliterarische Paradigma, das in die zweite Hälfte des 19. Jhs. hineingeht, immer mehr einbürgernde, verständliche Übersetzungen verlangt. Trotz ihrer teilweise sehr unterschiedlichen und sich widersprechenden Vorgehensweisen haben die beiden Übersetzungsarten in der deutschen Literaturgeschichte im Nachhinein enorme Wirkungen ausgeübt. Unter den heutigen Gesichtspunkt muss man einen Schluß ziehen, dass die dualistischen Kriterien der ausgangstextorientierten oder zieltextorientierten Übersetzung unproduktive Klassifizierungen präsentieren. Sie haben im Grunde nicht nur mit persönlichen Neigungen der Übersetzer, sondern auch mit geschichtlich bedingten Kulturbedürfnissen einer Epoche zu tun. Kein Volk kann von sich selbst und nur in der eigenen Sprache sein eigenes Wesen richtig entdecken. Selbst ein traditionsreiches Volk kann nur durch Dialoge zwischen der eigenen und fremden Kulturen fortleben. Übersetzung bedeutet nicht, von einer Sprache in die andere Sprache überzugehen, sondern sie bedeutet, Dialoge mit der fremden Sprache und Kultur zu führen. Es sind Dialoge, welche aber die eigene Sprache erwecken und transparent machen. In dieser Hinsicht betonen auch Schleiermacher und Humboldt die ‘bildende’ Funktion des Übersetzens; es lehre die Achtung vor dem Fremden und das Talent der individuellen Anschauung.

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