루터성경의 사회문화사
Soziokulturelle Geschichte der Lutherbibel
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초록
Die Lutherbibel ist eine Übersetzung der Bibel aus der althebräischen, der aramaischen bzw. der altgriechischen Sprache in die deutsche Sprache. Die Übersetzung wurde von Martin Luther unter Mitarbeit weiterer Theologen angefertigt. Im September 1522 war eine erste Auflage des Neuen Testamentes fertig, 1534 eine vollständige Bibel. Die Verbreitung der Lutherbibel ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Wittenberg allein verzeichnet von 1522-1546 10 Auflagen der Vollbibel und rund 80 Teilausgaben, vornehmlich des Neuen Testaments. Schätzungsweise waren damals schon eine halbe Million Lutherbibeln im Umlauf. Das bedeutet von Anfang an eine Lese-Revolution. Breite Volksschichten werden erstmals erreicht. Der ‘gemeine mann’ tritt in die Geschichte ein. Die Bibel ist lange einziges Schulbuch in den protestantischen Ländern. Mit ihr lernt man buchstabieren, lesen,schreiben, Kernstellen auswendig lernen. Im Wesentlichen ist die Lutherbibel stets nur orthographisch der jeweils gültigen Schreibweise angepasst worden. Die textliche Grundlage bildet dabei die Fassung von 1545, die so genannte “Biblia Germanica”, eine Überarbeitung der ersten Ausgabe von 1534. Die Stuttgarter Jubiläumsbibel von 1912, die Lutherrevision von 1964 und die gegenwärtige Fassung der Lutherbibel von 1984 orientieren sich an ihr. Ein wichtiger Erfolgsfaktor in der überregionalen Durchsetzung des neuen Schriftdeutschen ist die Textstabilität der Lutherbibel. Sie währt fast 400 Jahre und wird dogmatisch verteidigt, weniger in der Orthographie als in den als konstitutiv betrachteten Bereichen des Wortschatzes, der Syntax und des Stils. Luthers Einfluss auf das Deutsche als Volkssprache ist kaum zu überschätzen. Auch wenn vor ihm Deutsch gesprochen und geschrieben wurde, wird Luther mit seiner Bibelübersetzung zum größten Förderer einer einheitlichen neuhochdeutschen Schriftsprache. Hinsichtlich Lautstand, Orthographie, Flexion und Syntax hat er einen Mittelweg zwischen den bestehenden Schreibdialekten gefunden. Und die Bibel war nicht irgendeine Abhandlung, die nur Gelehrte interessiert hätte. Die Lutherbibel wurde in allen Schichten mit Interesse und Aufmerksamkeit gelesen. Dadurch konnte sich die deutsche Sprache allmählich einheitlich etablieren, auch im Rheinland und in Bayern, wo die regionalen Idiome noch länger vorherrschten, vor allem deshalb, weil diese Gebiete traditionell katholisch geprägt sind. Im protestantischen Norden und Osten Deutschlands setzte sich das “Lutherdeutsch” hingegen rasch durch.
Abstract
Die Lutherbibel ist eine Übersetzung der Bibel aus der althebräischen, der aramaischen bzw. der altgriechischen Sprache in die deutsche Sprache. Die Übersetzung wurde von Martin Luther unter Mitarbeit weiterer Theologen angefertigt. Im September 1522 war eine erste Auflage des Neuen Testamentes fertig, 1534 eine vollständige Bibel. Die Verbreitung der Lutherbibel ist eine unglaubliche Erfolgsgeschichte. Wittenberg allein verzeichnet von 1522-1546 10 Auflagen der Vollbibel und rund 80 Teilausgaben, vornehmlich des Neuen Testaments. Schätzungsweise waren damals schon eine halbe Million Lutherbibeln im Umlauf. Das bedeutet von Anfang an eine Lese-Revolution. Breite Volksschichten werden erstmals erreicht. Der ‘gemeine mann’ tritt in die Geschichte ein. Die Bibel ist lange einziges Schulbuch in den protestantischen Ländern. Mit ihr lernt man buchstabieren, lesen,schreiben, Kernstellen auswendig lernen. Im Wesentlichen ist die Lutherbibel stets nur orthographisch der jeweils gültigen Schreibweise angepasst worden. Die textliche Grundlage bildet dabei die Fassung von 1545, die so genannte “Biblia Germanica”, eine Überarbeitung der ersten Ausgabe von 1534. Die Stuttgarter Jubiläumsbibel von 1912, die Lutherrevision von 1964 und die gegenwärtige Fassung der Lutherbibel von 1984 orientieren sich an ihr. Ein wichtiger Erfolgsfaktor in der überregionalen Durchsetzung des neuen Schriftdeutschen ist die Textstabilität der Lutherbibel. Sie währt fast 400 Jahre und wird dogmatisch verteidigt, weniger in der Orthographie als in den als konstitutiv betrachteten Bereichen des Wortschatzes, der Syntax und des Stils. Luthers Einfluss auf das Deutsche als Volkssprache ist kaum zu überschätzen. Auch wenn vor ihm Deutsch gesprochen und geschrieben wurde, wird Luther mit seiner Bibelübersetzung zum größten Förderer einer einheitlichen neuhochdeutschen Schriftsprache. Hinsichtlich Lautstand, Orthographie, Flexion und Syntax hat er einen Mittelweg zwischen den bestehenden Schreibdialekten gefunden. Und die Bibel war nicht irgendeine Abhandlung, die nur Gelehrte interessiert hätte. Die Lutherbibel wurde in allen Schichten mit Interesse und Aufmerksamkeit gelesen. Dadurch konnte sich die deutsche Sprache allmählich einheitlich etablieren, auch im Rheinland und in Bayern, wo die regionalen Idiome noch länger vorherrschten, vor allem deshalb, weil diese Gebiete traditionell katholisch geprägt sind. Im protestantischen Norden und Osten Deutschlands setzte sich das “Lutherdeutsch” hingegen rasch durch.
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