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Kulturhistorische Bedeutung der vor Luther gedruckten deutschen Bibeln

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주제분류독일어와문학

초록

Seit Gutenbergs Druckwerk, der 42-zeiligen lateinischen Bibel, blieb die Heilige Schrift von der Inkunabelzeit bis heute das wichtigste gedruckte Buch. Die Geschichte der Buchdruckerkunst ist untrennbar mit der Verbreitung der Bibel verbunden. Vor der Herausgabe der Lutherbibel erschienen bereits 18 deutsche Bibeldrucke in Deutschland. Die Zeit der Herausgabe umfasst die Zeit von 1466 bis 1522. Die 18 vorlutherischen Bibeln kann man in zwei Gruppen unterteilen: in 14 hochdeutsche und in 4 niederdeutsche Textfassungen. Im ersten Kapitel werden Informationen der vor Luther gedruckten 18 deutschen Bibeln angegeben. Buchwissenschaftliche Auskünfte über Drucker, Druckort, Druckdatum, Format, Umfang, Layout, Typographie, Illustrationen und Initialen werden ausführlich beschrieben und vor allem in Tabellenform zusammengestellt. Das zweite Kapitel behandelt Eigenschaften der vorlutherischen Bibeln, insbesondere unter dem Aspekt des Textes, der Illustrationen und der Typographie. Grundlage der Mentel-Bibel von 1466 ist eine Übersetzung aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Der Text ist eine Wort-für-Wort-Übersetzung der lateinischen Bibel Vulgata, die auf die unterschiedlichen Sprachgegebenheiten keine Rücksicht nimmt. So entstand ein schwer verständlicher Text, der ohne bedeutende Veränderungen von Ausgabe zu Ausgabe weiterverwendet und schließlich auch zur Basis für eine niederdeutsche Übertragung wurde. Die Illustrationsfolgen der vorlutherischen Bibeln stehen fest in der Tradition der mittelalterlichen Kunst. Die symbolhaften Formeln der spätmittelalterlichen Bildsprache lassen sich ohne genauere Kenntnis des Textes ablesen. An den vorlutherischen Bibeln lässt sich die Entwickung der Typographie von der gotischen Schrift bis zur Schwabacher verfolgen. Am Ende des Mittelalters löste sich die gotische Schrift Textura auf. Die Schrift der deutschen Bibeln wird gefälliger und lesbarer. Warum druckte man so viele deutsche Bibeln? Wozu brauchte man so viele deutsche Bibeln? Welche Funktion haben diese volkssprachlichen Bibeldrucke erfüllt? Das dritte Kapitel versucht, diese Fragen zu beantworten. Die römisch-katholische Kirche verbot andere Ausgaben als die der lateinischen Vulgata zu lesen oder zu besitzen. Vor der Erfindung der Buchdruckkunst war das sog. 'Bibelverbot' problemlos, da dee Großteil der Bevölkerung analphabetisch und der Bibelpreis zu hoch war. Aber mit der Einführung der Druckkunst änderte sich die Situation. Laien konnten nun volkssprachliche Bibeln lesen und kaufen. Deutsche Bibeln wurden zuerst als Hilfsmittel zur Verständigung der Vulgata benutzt. Danach wurden sie endlich zur Lesebibel für Laien.

Abstract

Seit Gutenbergs Druckwerk, der 42-zeiligen lateinischen Bibel, blieb die Heilige Schrift von der Inkunabelzeit bis heute das wichtigste gedruckte Buch. Die Geschichte der Buchdruckerkunst ist untrennbar mit der Verbreitung der Bibel verbunden. Vor der Herausgabe der Lutherbibel erschienen bereits 18 deutsche Bibeldrucke in Deutschland. Die Zeit der Herausgabe umfasst die Zeit von 1466 bis 1522. Die 18 vorlutherischen Bibeln kann man in zwei Gruppen unterteilen: in 14 hochdeutsche und in 4 niederdeutsche Textfassungen. Im ersten Kapitel werden Informationen der vor Luther gedruckten 18 deutschen Bibeln angegeben. Buchwissenschaftliche Auskünfte über Drucker, Druckort, Druckdatum, Format, Umfang, Layout, Typographie, Illustrationen und Initialen werden ausführlich beschrieben und vor allem in Tabellenform zusammengestellt. Das zweite Kapitel behandelt Eigenschaften der vorlutherischen Bibeln, insbesondere unter dem Aspekt des Textes, der Illustrationen und der Typographie. Grundlage der Mentel-Bibel von 1466 ist eine Übersetzung aus der Mitte des 14. Jahrhunderts. Der Text ist eine Wort-für-Wort-Übersetzung der lateinischen Bibel Vulgata, die auf die unterschiedlichen Sprachgegebenheiten keine Rücksicht nimmt. So entstand ein schwer verständlicher Text, der ohne bedeutende Veränderungen von Ausgabe zu Ausgabe weiterverwendet und schließlich auch zur Basis für eine niederdeutsche Übertragung wurde. Die Illustrationsfolgen der vorlutherischen Bibeln stehen fest in der Tradition der mittelalterlichen Kunst. Die symbolhaften Formeln der spätmittelalterlichen Bildsprache lassen sich ohne genauere Kenntnis des Textes ablesen. An den vorlutherischen Bibeln lässt sich die Entwickung der Typographie von der gotischen Schrift bis zur Schwabacher verfolgen. Am Ende des Mittelalters löste sich die gotische Schrift Textura auf. Die Schrift der deutschen Bibeln wird gefälliger und lesbarer. Warum druckte man so viele deutsche Bibeln? Wozu brauchte man so viele deutsche Bibeln? Welche Funktion haben diese volkssprachlichen Bibeldrucke erfüllt? Das dritte Kapitel versucht, diese Fragen zu beantworten. Die römisch-katholische Kirche verbot andere Ausgaben als die der lateinischen Vulgata zu lesen oder zu besitzen. Vor der Erfindung der Buchdruckkunst war das sog. 'Bibelverbot' problemlos, da dee Großteil der Bevölkerung analphabetisch und der Bibelpreis zu hoch war. Aber mit der Einführung der Druckkunst änderte sich die Situation. Laien konnten nun volkssprachliche Bibeln lesen und kaufen. Deutsche Bibeln wurden zuerst als Hilfsmittel zur Verständigung der Vulgata benutzt. Danach wurden sie endlich zur Lesebibel für Laien.

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