<메데아>를 통해서 본 신화의 변형과 창조 - 문화콘텐츠 개발의 가능성을 위한 고찰
Die Schaffung und Variation des Mythos bei Medea: Eine Betrachtung über die Möglichkeit der Herstellung von Kulturgütern
0
조회
0
다운로드
3
인용
0
참고문헌
키워드
초록
Der Inhalt des Mythos ist keine ewig und gleich bleibende Erzählung. Sie kann sich jederzeit durch die Ideologie und Moral eines bestimmten Zeitalters variieren. Im Mythos spiegeln sich der Zeitgeist und der Zeitalter wider. In diesem Sinne ist Medea keine Ausnahme. Bis jetzt sind viele Medeabilder zu sehen gewesen, von Euripides bis zu Christa Wolf. Bei uns gilt Medea als eine kaltblütige Kindermörderin, die aus Rache an ihrem Mann die beiden eigenen Kinder umgebracht haben soll. Aber es gibt auch andere Quellen, die uns eine ganz andere Geschichte erzählen. Nicht Medea habe die Kinder umgebracht, sondern die Korinther seien die Kindermörder gewesen, denn sie hätten ein Opferlamm gegen die Epidemie und das Erdbeben gebraucht. Sie schoben Medea die Schuld für die schwierige Situation zu. Vor Euripides sind keine Quellen zu finden, in denen Medea als eine Kindermörderin auftritt. Wir können annehmen, dass Euripides den Medeamythos auf eigene Weise verändert hat. Bei Euripides ist die Tatsache betont, dass Medea eine Barbarin ist und nicht aus Griechenland stammt. Nur eine Barbarin, die keine Zivilisation wie die von Hellas besitzt, könne eine so schreckliche Tat begehen. Euripides betrachtete das zivilisierte Griechentum als dem Barbarentum weit überlegen. Auf diese Weise wollte Euripides die Denkweise und Weltanschauung seiner Zeitgenossen in seinem Werk wiedergeben. In diesem Sinne war es ihm gelungen, Medea als Kulturprodukt zu etablieren. Seither herrscht das feste Bild von Medea als Kindmörderin vor. Dieselben Bilder können wir sogar bis zu Grillparzer nachverfolgen. Jahnn hingegen präsentiert uns ein anderes Bild von Medea. Bei ihm erscheint Medea als eine schwarze Frau, die exzessive sexuelle Begierde zum Ausdruck bringt. Jahnn will dadurch den Rassismus und das eurozentrische Gedankengut kritisieren. Dies stellt ein gutes Beispiel des damaligen Zeitgeistes dar. Bei Heiner Müller hingegen wird der Kolonialismus der Europäer kritisiert, und vor dem Ende der modernen Zivilisation gewarnt. Bei Christa Wolf kann man eine ganze andere Gestaltung von Medea sehen, die keine Kindermöderin und eher ein Opfer der damaligen Männergesellschaft ist. Durch Medea will Wolf die feministische Stimme in unserer Gesellschaft bestärken. Auf diese Weise erscheint Medea in einem neuen Licht. Auch in Korea kann man ein Beispiel für eine solche Abwandlung finden. Jaewan Park hat ein koreanisches Bild von Medea geprägt. Bei seinem Theaterstück Medea Complex verkörpert Medea eine typische koreanische Mutter, die ihren Kindern eine blinde Liebe entgegenbringt. Bei ihm bringt Medea ihre Kinder um, weil diese in Schwierigkeiten geraten und hilflos sind. Medea begeht danach Selbstmord. Diese Medea ist nicht mehr die europäische Medea, die aus Rache an ihrem Mann die eigenen Kinder ermordet. In der koreanischen Version will die Mutter das Schicksal der eigenen Kinder teilen. Sie kann das unausweichliche und schreckliche Schicksal der Kinder nicht ertragen und will lieber mit ihnen sterben. Medea Complex ist als ein gutes Beispiel dafür, wie man durch Variation eines ausländischen Kunstwerkes ein neues eigenes Kulturprodukt schaffen kann. Eine ähnliche Entwicklung kann man auch bei dem Musical U-Bahn Linie 1 von Mingi Kim finden. Er hat Linie 1 - Das Musikal von Volker Ludwig variiert und dadurch zu einem koreanischen Kulturgut gemacht. Es ist durchaus möglich, ausländische Kulturgüter und Kulturprodukte auf diese Weise kreativ zu bearbeiten und dabei qualitativ weit höhere Kulturprodukte herzustellen.
Abstract
Der Inhalt des Mythos ist keine ewig und gleich bleibende Erzählung. Sie kann sich jederzeit durch die Ideologie und Moral eines bestimmten Zeitalters variieren. Im Mythos spiegeln sich der Zeitgeist und der Zeitalter wider. In diesem Sinne ist Medea keine Ausnahme. Bis jetzt sind viele Medeabilder zu sehen gewesen, von Euripides bis zu Christa Wolf. Bei uns gilt Medea als eine kaltblütige Kindermörderin, die aus Rache an ihrem Mann die beiden eigenen Kinder umgebracht haben soll. Aber es gibt auch andere Quellen, die uns eine ganz andere Geschichte erzählen. Nicht Medea habe die Kinder umgebracht, sondern die Korinther seien die Kindermörder gewesen, denn sie hätten ein Opferlamm gegen die Epidemie und das Erdbeben gebraucht. Sie schoben Medea die Schuld für die schwierige Situation zu. Vor Euripides sind keine Quellen zu finden, in denen Medea als eine Kindermörderin auftritt. Wir können annehmen, dass Euripides den Medeamythos auf eigene Weise verändert hat. Bei Euripides ist die Tatsache betont, dass Medea eine Barbarin ist und nicht aus Griechenland stammt. Nur eine Barbarin, die keine Zivilisation wie die von Hellas besitzt, könne eine so schreckliche Tat begehen. Euripides betrachtete das zivilisierte Griechentum als dem Barbarentum weit überlegen. Auf diese Weise wollte Euripides die Denkweise und Weltanschauung seiner Zeitgenossen in seinem Werk wiedergeben. In diesem Sinne war es ihm gelungen, Medea als Kulturprodukt zu etablieren. Seither herrscht das feste Bild von Medea als Kindmörderin vor. Dieselben Bilder können wir sogar bis zu Grillparzer nachverfolgen. Jahnn hingegen präsentiert uns ein anderes Bild von Medea. Bei ihm erscheint Medea als eine schwarze Frau, die exzessive sexuelle Begierde zum Ausdruck bringt. Jahnn will dadurch den Rassismus und das eurozentrische Gedankengut kritisieren. Dies stellt ein gutes Beispiel des damaligen Zeitgeistes dar. Bei Heiner Müller hingegen wird der Kolonialismus der Europäer kritisiert, und vor dem Ende der modernen Zivilisation gewarnt. Bei Christa Wolf kann man eine ganze andere Gestaltung von Medea sehen, die keine Kindermöderin und eher ein Opfer der damaligen Männergesellschaft ist. Durch Medea will Wolf die feministische Stimme in unserer Gesellschaft bestärken. Auf diese Weise erscheint Medea in einem neuen Licht. Auch in Korea kann man ein Beispiel für eine solche Abwandlung finden. Jaewan Park hat ein koreanisches Bild von Medea geprägt. Bei seinem Theaterstück Medea Complex verkörpert Medea eine typische koreanische Mutter, die ihren Kindern eine blinde Liebe entgegenbringt. Bei ihm bringt Medea ihre Kinder um, weil diese in Schwierigkeiten geraten und hilflos sind. Medea begeht danach Selbstmord. Diese Medea ist nicht mehr die europäische Medea, die aus Rache an ihrem Mann die eigenen Kinder ermordet. In der koreanischen Version will die Mutter das Schicksal der eigenen Kinder teilen. Sie kann das unausweichliche und schreckliche Schicksal der Kinder nicht ertragen und will lieber mit ihnen sterben. Medea Complex ist als ein gutes Beispiel dafür, wie man durch Variation eines ausländischen Kunstwerkes ein neues eigenes Kulturprodukt schaffen kann. Eine ähnliche Entwicklung kann man auch bei dem Musical U-Bahn Linie 1 von Mingi Kim finden. Er hat Linie 1 - Das Musikal von Volker Ludwig variiert und dadurch zu einem koreanischen Kulturgut gemacht. Es ist durchaus möglich, ausländische Kulturgüter und Kulturprodukte auf diese Weise kreativ zu bearbeiten und dabei qualitativ weit höhere Kulturprodukte herzustellen.
참고문헌 (25)
- 박재완, "메데이아 콤플렉스" (2005)
- 천병희, "Euripides: Tragödien in: 에우리피데스 비극" (2007), 단국대학교출판부
- Grillparzer, Franz, "Das goldene Vließ. Dramatisches Gedicht in drei Abteilungn, hrsg. v. Helmut Wachmeier, Stuttgart 1994", ~ (1994)
- "Heroides, Publius Ovidius Naso: Liebesbriefe. Heroides - Epistulae. Lateinisch", Deutsch, übersetzt und hrsg. von Bruno W. Häuptli, Zürich 1995, 1995
- Jahnn, Hans Henny, "Medea. Tragödie, Mit einem Nachwort von Heinz Ludwig Arnold, Stuttgart 2004 (Reclam: Universal-Bibliothek Nr. 8711)", ~ (2004)
- "Ders. : Dramen, hrsg. v. Walter Muschg, 2 Bde., Frankfurt", M. 1963, Bd. 1, 1963
- Müller, Heiner, "Verkommens Ufer Medeamaterial Landschaft mit Argonauten", pp.91~101 (1983), Ders
- Rhodos, Apollonios von, "Das Argonautenepos, übersetzt und hrsg. (Griechisch", Deutsch) von Reinhold Glei, pp.1996, ~
- Deutsch, übersetzt und hrsg, "Medea. Lateinisch", pp.1993, Seneca, L. Annaeus
- Wolf, Christa, "Medea. Stimmen, München 1996", ~ (1996)
- 김맹하, "Hans Henny Jahnn 의 Media연구 - 생명이 넘치는 고풍화", 독일어문학, 14(3), pp.43~65 (2006), 한국독일어문학회
- 김맹하, "메데아 신화의 소재와 모티브 역사 - 오이리피데스의 메데아에서 볼프의 메데아까지", 헤세연구, 5, pp.149~178 (2001)
- 김희경, "이야기를 파는 나라 일본" (2008), 미래의 창
- 안성찬, "문명 속의 야만 ․ 1 - 차별의 문명담론", pp.123~147 (2009), 인물과 사상사
- 최연구, "문화콘텐츠란 무엇인가" (2007), 살림
- Atwood, Margaret, "Zu Christa Wolfs Medea, in: Christa Wolfs Medea, Voraussetzungen zu einem Text. Mythos und Bild, hrsg. v. Marianne Hochgeschurz, Berlin 1998, S. 69-74", ~ (1998)
- Glaser, Horst Albert, "Medea oder Frauenehre, Kindsmord und Emanzipation: zur Geschichte eines Mythos, Frankfurt", M., Bern, pp.Bruxelles, NewYork[DOI]
- Glei, Reinhold F., "Der Argonautenmythos im 20. Jahrhundert: drei Rezeptionsbeispiele, in: Mythos im Text. Zur Literatur des 20. Jahrhunderts, hrsg. v. Rolf Grimmiger", Iris Hermann, Bielefeld 1988, S. 235-252, 1988
- Kenkel, Konrad, "Medea-Dramen. Entmythisierung und Remythisierung Euripides, Klinger, Grillparzer, Jahnn, Anouilh, Bonn 1979", ~ (1979)
- Kleinhardt, Werner, "Medea. Originalität und Variation in der Darstellung einer Rache. Diss. Hamburg 1962", ~ (1962)
- "Ders. : Gesammelte Irrtümer. Interviews und Gespräche, Frankfurt", M. 1986, S. 130-140, 1986
- Muschg, Walter, "Zu Hans Henny Jahnns "Medea", in: Worte und Werte, Bruno Markwardt zum 60. Geburtstag, hrsg. v. Gustav Erdmann und Alfons Eichstaedt, Berlin 1961, S. 276-280", ~ (1961)
- Schulz, Genia, "Medea. Zu einem Motiv im Werk Heiner Müllers, in: Weiblichkeit und Tod in der Literatur, hrsg. v. Renate Berger", Inge Stephan, Köln, pp.1987, ~
- Wolf, Christa, "Kammann, Petra: Warum Medea?, in: Christa Wolfs Medea: Voraus- setzungen zu einem Text. Mythos und Bild, hrsg. v. Marianne Hochgeschurz, Berlin 1998, S. 49-57", ~ (1998)
