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Die Darstellung des Undarstellbaren - Die Ironie und der offene Universalismus bei Friedrich Schlegel -

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주제분류독일어와문학

초록

„Es giebt für die Kunst keinen gefährlichen Irrthum, als sie in Politik und Universalität zu suchen wie Schiller.“(KA XVI, 101, LP 194) Es ist offenkundig, dass Friedrich Schlegel mit dieser Äußerung Schillers universalistische Konzeption der autonomen Kunst kritisiert, in der der von jeglicher Funktion für die Nützlichkeit freien Kunst paradoxerweise eine geschichtsphilosophisch konzipierte, universale Funktion zugeschrieben wird, nämlich die Funktion, die Existenz des erkennenden und handelnden Subjekts überhaupt zu ermöglichen und darüber hinaus alle Probleme seiner Zeit zu lösen (vgl. Joo 2013a). In diesem Zusammenhang sind Schlegels folgende Fragmente zu verstehen: „Es gibt auch eine oekonomische Poesie – Voß; eine politische – Schiller“(KA XVIII, 96, PhL II 808), und „Schiller ist ein poetischer Philosoph, aber kein philosophischer Dichter.“(KA XVI, 177, LP 1114) In Schillers ästhetischer Theorie werde die autonome Kunst durch ihre politische Universalisierung und philosophische Systematisierung schließlich also nicht mehr rein poetisch und selbstreferentiell. In der Schlegel-Forschung wurde die Auffassung in diesem Zusammenhang vertreten, dass sich Schlegels ästhetische Theorie von der universalistischen Denkweise völlig distanziert und sich ausschließlich auf die Selbstreferenz des Ästhetischen richtet, wie es Karl Heinz Bohrer repräsentativ gezeigt hat (vgl. Bohrer 1983, Bohrer 1994). Die vorliegende Arbeit versucht solch eine so plausibel scheinende Ansicht auf die Probe zu stellen. Denn es scheint bei Friedrich Schlegel nicht um eine absolute Distanzierung von der Universalität überhaupt, sondern vielmehr um einen anderen Universalismus als einen politischen und systematisch abgeschlossenen Universalismus bei Schiller zu gehen, der in beiden zitierten Fragmenten Schlegels kritisiert wurde. Im Folgenden wird zuerst also die gerade erwähnte These von der Loslösung von der universalistischen Referenz in der ästhetischen Theorie Schlegels kritisch in Betracht gezogen. Dann wird sein Konzept von der Ironie im Zusammenhang mit der systemtheoretischen Paradox-Konzeption analysiert, und zwar als ein typisches Beispiel für seine Auffassung vom offenen Universalismus.

Abstract

„Es giebt für die Kunst keinen gefährlichen Irrthum, als sie in Politik und Universalität zu suchen wie Schiller.“(KA XVI, 101, LP 194) Es ist offenkundig, dass Friedrich Schlegel mit dieser Äußerung Schillers universalistische Konzeption der autonomen Kunst kritisiert, in der der von jeglicher Funktion für die Nützlichkeit freien Kunst paradoxerweise eine geschichtsphilosophisch konzipierte, universale Funktion zugeschrieben wird, nämlich die Funktion, die Existenz des erkennenden und handelnden Subjekts überhaupt zu ermöglichen und darüber hinaus alle Probleme seiner Zeit zu lösen (vgl. Joo 2013a). In diesem Zusammenhang sind Schlegels folgende Fragmente zu verstehen: „Es gibt auch eine oekonomische Poesie – Voß; eine politische – Schiller“(KA XVIII, 96, PhL II 808), und „Schiller ist ein poetischer Philosoph, aber kein philosophischer Dichter.“(KA XVI, 177, LP 1114) In Schillers ästhetischer Theorie werde die autonome Kunst durch ihre politische Universalisierung und philosophische Systematisierung schließlich also nicht mehr rein poetisch und selbstreferentiell. In der Schlegel-Forschung wurde die Auffassung in diesem Zusammenhang vertreten, dass sich Schlegels ästhetische Theorie von der universalistischen Denkweise völlig distanziert und sich ausschließlich auf die Selbstreferenz des Ästhetischen richtet, wie es Karl Heinz Bohrer repräsentativ gezeigt hat (vgl. Bohrer 1983, Bohrer 1994). Die vorliegende Arbeit versucht solch eine so plausibel scheinende Ansicht auf die Probe zu stellen. Denn es scheint bei Friedrich Schlegel nicht um eine absolute Distanzierung von der Universalität überhaupt, sondern vielmehr um einen anderen Universalismus als einen politischen und systematisch abgeschlossenen Universalismus bei Schiller zu gehen, der in beiden zitierten Fragmenten Schlegels kritisiert wurde. Im Folgenden wird zuerst also die gerade erwähnte These von der Loslösung von der universalistischen Referenz in der ästhetischen Theorie Schlegels kritisch in Betracht gezogen. Dann wird sein Konzept von der Ironie im Zusammenhang mit der systemtheoretischen Paradox-Konzeption analysiert, und zwar als ein typisches Beispiel für seine Auffassung vom offenen Universalismus.

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