소설에 나타나는 ‘악의 평범성 연구’ -『책 읽어주는 남자』와『도가니』를 중심으로 -
Studie über ‘Die Banalität des Bösen’ - mittels Der Vorleser und Dogani
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Die vorliegende Arbeit vergleicht und analysiert die Aspekte der ‘Banalität des Bösen’ in Bernhard Schlinks Der Vorleser und Ji-Young Gongs Dogani und setzt sich dabei mit dem Problem der in der heutigen Gesellschaft allgegenwärtigen ‘Möglichkeit des Bösen’ auseinander. Der Begriff ‘Banalität des Bösen’, der erstmals von Hanna Arendt in Eichmann in Jerusalem - Ein Bericht von der Banaltät des Bösen (1963) geprägt wurde, befasst sich damit, dass das Böse nicht in der Form einer unbarmherzigen, grausamen Kreatur existiert, sondern bei jedem beliebigen Menschen an die Oberfläche kommen kann. Die Ursachen solch einer ‘Banalität des Bösen’ lassen sich in einer ‘Unfähigkeit zu denken’, ‘Unfähigkeit, sich auszudrücken’ und einem ‘Unvermögen, vom Gesichtspunkt eines anderen Menschen aus sich irgendetwas vorzustellen’ zusammenfassen. Der Vorleser und Dogani stimmen darin überein, dass sich beide Werke auf eine wahre Begebenheit berufen und vor der ‘Banalität des Bösen’ und ihrer Gefahr warnen. Anhand der Gräueltaten der Nazimitläufer verdeutlicht Der Vorleser die Tatsache, dass kollektive Betäubung durch Gedankenlosigkeit, absoluten Mangel an Kommunikation und Vorstellungskraft Unheil hervorgebracht hat. Ferner wird durch die sich langsam verbreitende Betäubung unter den Zuhörern der Gerichtsverhandlung angedeutet, dass die Möglichkeit der Wiederholung solch eines Unheils zu jeder Zeit besteht. In Dogani wird anhand des ‘Kartells des Schweigens’, aufgebaut durch die selbstsüchtigen Begierden der Oberschicht, die sich an ihr Hab und Gut klammern, und anhand der ‘Betäubung des Schweigens’ der Umstehenden, die sich trotz ihres Wissens abgewandt haben, um ihr ruhiges Leben zu wahren, hervorgehoben, dass normale Menschen nicht nur das Böse verschleiern und unterstützen können, sondern sich darüber hinaus bei Gelegenheit auch selbst am Bösen beteiligen können. Andererseits werden in Dogani im Kontrast zum Vorleser auch positive Bestrebungen geschildert, den Zustand der ‘Betäubumg des Schweigens’ zu brechen, die Wahrheit ans Licht zu bringen und dadurch dem Fallstrick der ‘Banalität des Bösen’ zu entkommen. In beiden Romanen wird sichtbar, dass in jedem normalen Menschen ein Eichmann latent verborgen ist, und dass dieser Eichmann in uns hervortreten wird, sobald die Fähigkeit zu denken und kommunizieren zum Stillstand kommt und - gleich wie einem ‘Rädchen im Getriebe’ inmitten einer Organisation oder Gesellschaft - lediglich nur den auferlegten Rollen und Pflichten nachgegangen wird oder nur ein eigennütziges Leben verfolgt wird. In diesem Zusammenhang appellieren Der Vorleser und Dogani, dass das Problem der ‘Banalität des Bösen’ in Zukunft jederzeit bei jedem Menschen auftauchen kann, und hieraus ergibt sich die Bedeutung der beiden Romane.
Abstract
Die vorliegende Arbeit vergleicht und analysiert die Aspekte der ‘Banalität des Bösen’ in Bernhard Schlinks Der Vorleser und Ji-Young Gongs Dogani und setzt sich dabei mit dem Problem der in der heutigen Gesellschaft allgegenwärtigen ‘Möglichkeit des Bösen’ auseinander. Der Begriff ‘Banalität des Bösen’, der erstmals von Hanna Arendt in Eichmann in Jerusalem - Ein Bericht von der Banaltät des Bösen (1963) geprägt wurde, befasst sich damit, dass das Böse nicht in der Form einer unbarmherzigen, grausamen Kreatur existiert, sondern bei jedem beliebigen Menschen an die Oberfläche kommen kann. Die Ursachen solch einer ‘Banalität des Bösen’ lassen sich in einer ‘Unfähigkeit zu denken’, ‘Unfähigkeit, sich auszudrücken’ und einem ‘Unvermögen, vom Gesichtspunkt eines anderen Menschen aus sich irgendetwas vorzustellen’ zusammenfassen. Der Vorleser und Dogani stimmen darin überein, dass sich beide Werke auf eine wahre Begebenheit berufen und vor der ‘Banalität des Bösen’ und ihrer Gefahr warnen. Anhand der Gräueltaten der Nazimitläufer verdeutlicht Der Vorleser die Tatsache, dass kollektive Betäubung durch Gedankenlosigkeit, absoluten Mangel an Kommunikation und Vorstellungskraft Unheil hervorgebracht hat. Ferner wird durch die sich langsam verbreitende Betäubung unter den Zuhörern der Gerichtsverhandlung angedeutet, dass die Möglichkeit der Wiederholung solch eines Unheils zu jeder Zeit besteht. In Dogani wird anhand des ‘Kartells des Schweigens’, aufgebaut durch die selbstsüchtigen Begierden der Oberschicht, die sich an ihr Hab und Gut klammern, und anhand der ‘Betäubung des Schweigens’ der Umstehenden, die sich trotz ihres Wissens abgewandt haben, um ihr ruhiges Leben zu wahren, hervorgehoben, dass normale Menschen nicht nur das Böse verschleiern und unterstützen können, sondern sich darüber hinaus bei Gelegenheit auch selbst am Bösen beteiligen können. Andererseits werden in Dogani im Kontrast zum Vorleser auch positive Bestrebungen geschildert, den Zustand der ‘Betäubumg des Schweigens’ zu brechen, die Wahrheit ans Licht zu bringen und dadurch dem Fallstrick der ‘Banalität des Bösen’ zu entkommen. In beiden Romanen wird sichtbar, dass in jedem normalen Menschen ein Eichmann latent verborgen ist, und dass dieser Eichmann in uns hervortreten wird, sobald die Fähigkeit zu denken und kommunizieren zum Stillstand kommt und - gleich wie einem ‘Rädchen im Getriebe’ inmitten einer Organisation oder Gesellschaft - lediglich nur den auferlegten Rollen und Pflichten nachgegangen wird oder nur ein eigennütziges Leben verfolgt wird. In diesem Zusammenhang appellieren Der Vorleser und Dogani, dass das Problem der ‘Banalität des Bösen’ in Zukunft jederzeit bei jedem Menschen auftauchen kann, und hieraus ergibt sich die Bedeutung der beiden Romane.
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