포이히트방어의 드라마적 소설『토마스 벤트』연구 -예술가의 역할 논쟁을 중심으로
Eine Studie zu dem dramatischen Roman Thomas Wendt von Lion Feuchtwangers -In Bezug auf die Auseinandersetzung mit der Rolle des Künstlers
0
조회
0
다운로드
2
인용
0
참고문헌
키워드
초록
Mit seiner skeptisch-pessimistischen Grundeinstellung schrieb Feuchtwanger den dramatischen Roman Thomas Wendt, der seinen Übergang vom Dramatiker zum Erzähler markiert. Feuchtwanger machte in Thomas Wendt den zentralen Konflikt von Handeln und Betrachten und seine weltanschauliche und künstlerische Entwicklung zum Mittelpunkt. Er gab über die Person des Helden hinaus Anschauungen und Gefühle fotografisch treu wieder, deswegen ist Thomas Wendt ohne die Revolution in Bayern und ohne die Ereignisse in München zwischen November 1918 und Mai 1919 nicht zu verstehen. In Thomas Wendt wurde wie in den beiden Geschichtsdramen (Jud Süß und Die häßliche Herzogin) exemplarisch eine Wandlung dargestellt. Dafür wählte Feuchtwanger die Gestalt eines Schriftstellers, um ihn den Weg von der Tat über den Erfolg zum beispielhaften Tatverzicht durchschreiten zu lassen. Nach wie vor sieht Feuchtwanger das geschichtliche Geschehen der Zeit bestimmt durch das entgegengesetzte Wirken idealer Triebkräfte, durch die Antithetik von Tun und Nichttun, Macht und Verzicht, europäischer und asiatischer Lebenshaltung, d. h. die Welt ist durch Aktionen nicht zu ändern, der Krieg dadurch nicht abzuschaffen. Der Held Thomas Wendt ist ein Intellektueller und Schriftsteller, der als betrachtender Künstler ein Werk über den römischen Sklavenführer und Rebell Spartakus schreibt. Er lehnt es zunächst ab, an den politischen Wirren seiner Zeit handelnd teilzunehmen. Aber nach der Enttäuschung über die Wirklichkeit erkennt er, daß nicht der Schriftsteller, sondern nur der aktiv handelnde Politiker die Zustände ändern kann. Er schließt sich sogleich linken Kreisen an, redigiert aktiv eine Zeitschrift. Aber immer wieder muß Wendt die brutalen Auswüchse der Revolution und das häufig gemeine Verhalten der Revolutionäre miterleben. Nach dem Sieg der Revolution wird er Ministerpräsident. Aber seine Rede auf der Revolutionsfeier macht seiner Umgebung klar, daß er ein Idealist geblieben ist, schon längst von der Alltagswirklichkeit der Revolution widerlegt. Thomas Wendt erkennt die Einsamkeit des Handelnden, die Vergeblichkeit des Tuns. Schließlich kehrt er in die Einsamkeit des Künstlerdaseins zurück. Wie bisher gesehen, behandelt Feuchtwanger in seinem dramatischen Roman Thomas Wendt das Dilemma zwischen Handeln und Betrachten, und er sieht, ebenso wie einige zeitgenössische Schriftsteller um ihn herum, eine Lösungsmöglichkeit in der östlichen, vor allem buddhistischen Lebensweise von Nichttun und Verzichten. Auch später durch die Figur des Jud Süß und Die häßliche Herzögin versucht Feuchtwanger nochmals, diesen Weg des europäischen Menschen vom Tun zum Nichttun zu zeigen.
Abstract
Mit seiner skeptisch-pessimistischen Grundeinstellung schrieb Feuchtwanger den dramatischen Roman Thomas Wendt, der seinen Übergang vom Dramatiker zum Erzähler markiert. Feuchtwanger machte in Thomas Wendt den zentralen Konflikt von Handeln und Betrachten und seine weltanschauliche und künstlerische Entwicklung zum Mittelpunkt. Er gab über die Person des Helden hinaus Anschauungen und Gefühle fotografisch treu wieder, deswegen ist Thomas Wendt ohne die Revolution in Bayern und ohne die Ereignisse in München zwischen November 1918 und Mai 1919 nicht zu verstehen. In Thomas Wendt wurde wie in den beiden Geschichtsdramen (Jud Süß und Die häßliche Herzogin) exemplarisch eine Wandlung dargestellt. Dafür wählte Feuchtwanger die Gestalt eines Schriftstellers, um ihn den Weg von der Tat über den Erfolg zum beispielhaften Tatverzicht durchschreiten zu lassen. Nach wie vor sieht Feuchtwanger das geschichtliche Geschehen der Zeit bestimmt durch das entgegengesetzte Wirken idealer Triebkräfte, durch die Antithetik von Tun und Nichttun, Macht und Verzicht, europäischer und asiatischer Lebenshaltung, d. h. die Welt ist durch Aktionen nicht zu ändern, der Krieg dadurch nicht abzuschaffen. Der Held Thomas Wendt ist ein Intellektueller und Schriftsteller, der als betrachtender Künstler ein Werk über den römischen Sklavenführer und Rebell Spartakus schreibt. Er lehnt es zunächst ab, an den politischen Wirren seiner Zeit handelnd teilzunehmen. Aber nach der Enttäuschung über die Wirklichkeit erkennt er, daß nicht der Schriftsteller, sondern nur der aktiv handelnde Politiker die Zustände ändern kann. Er schließt sich sogleich linken Kreisen an, redigiert aktiv eine Zeitschrift. Aber immer wieder muß Wendt die brutalen Auswüchse der Revolution und das häufig gemeine Verhalten der Revolutionäre miterleben. Nach dem Sieg der Revolution wird er Ministerpräsident. Aber seine Rede auf der Revolutionsfeier macht seiner Umgebung klar, daß er ein Idealist geblieben ist, schon längst von der Alltagswirklichkeit der Revolution widerlegt. Thomas Wendt erkennt die Einsamkeit des Handelnden, die Vergeblichkeit des Tuns. Schließlich kehrt er in die Einsamkeit des Künstlerdaseins zurück. Wie bisher gesehen, behandelt Feuchtwanger in seinem dramatischen Roman Thomas Wendt das Dilemma zwischen Handeln und Betrachten, und er sieht, ebenso wie einige zeitgenössische Schriftsteller um ihn herum, eine Lösungsmöglichkeit in der östlichen, vor allem buddhistischen Lebensweise von Nichttun und Verzichten. Auch später durch die Figur des Jud Süß und Die häßliche Herzögin versucht Feuchtwanger nochmals, diesen Weg des europäischen Menschen vom Tun zum Nichttun zu zeigen.
참고문헌 (20)
- 류용상, "포이히트방어와 브레히트의 상보적 관계. 공동작품『캘커타 5월 4일』을 중심으로", 12집, pp.31~55 (2004)
- Dahlke, Hans, "Neunzehnhundertachtzehn. Ein dramatischer Roman", pp.656~15 674 (1984)
- Feuchtwanger, Lion, "Thomas Wendt" (1920)
- Feuchtwanger, Lion, "Centum Opuscula. Eine Auswahl" (1956)
- Feuchtwanger, Lion, "Das Erlebnis und das Darma", pp.86~94 (1920)
- Das Erlebnis und das Darma, "Aus meinem Leben", pp.407~414 (1963)
- Frhwald, Wolfgang, "Der Heimkehrer auf der Bhne. Lion Feuchtwanger, Bertolt Brecht und die Erneuerung des Volksstckes in den zwanziger Ja", pp.169~199 (1983)
- Hilscher, Eberhard, "Poetische Weltbilder. Essays ber Heinrich Mann, Thomas Mann, Hermann Hesse, Robert Musil und Lion Feuchtwanger" (1977)
- Hofmann Wilhelm, "Karl Mannheim zur Einfhrung" (1996), Hamburg
- Jeske, Wolfgang, "Zahn, Peter", Lion Feuchtwanger, 1984, ~
- Kahn, Lothar, "Insight and Action" (1975)
- Kantrowitcz, Alfred, "Lion Feuchtwangers dramatischer Roman "Thomas Wendt"", pp.2 112~122 (1954)
- Kpke, Wulf, "Lion Feuchtwanger" (1983)
- Mensching, Gustav, "Die Weltreligionen" (1972)
- Mller-Funk, Wolfgang, "Literatur als geschichtliches Argument" (1981)
- Pischel, Joseph, "Lion Feuchtwanger" (1976)
- Skierka, Volker, "Lion Feuchtwanger" (1984)
- Sternburg, Wilhelm von, "Lion Feuchtwanger" (1999), Berlin
- Wesstein, Ulrich, "Vom dramatischen Roman zum epischen Theater. Eine Untersuchung der zeitgemssischen Voraussetzungen fr Brechts Theorie und Praxis" (1970)
- Wolf, Rudolf, "Wolf, Rudolf" (1984)
