그리피우스와 브레히트의 소네트
Sonette bei Gryphius und Brecht
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초록
Andreas Gryphius, der zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges lebte, gilt als der maßgebliche Sonettdichter des deutschen Barock. Das im 13. Jahrhundert in Sizilien entstandene und im 16. Jahrhundert in ganz Europa verbreitete Sonett hat in Deutschland erst bei Gryphius eigenständige Aussagekraft gewonnen. Gryphius verarbeitet in dieser strengen Versform die Erfahrung des Krieges und vereinigt sie mit dem religiösen Thema seiner Zeit, der vanitas mundi. Brecht jedoch bekennt sich und wird auch allgemein anerkannt als Dichter der unregelmäßigen, reimlosen und eigenrhythmischen Lyrik. Sein Sonettwerk wird innerhalb der Brechtforschung bislang noch vernachlässigt. In der vorliegenden Arbeit wird zunächst anhand der Sonette Gryphius' die Sonettform und deren Rezeption in Deutschland betrachtet und dann anhand der Brechtschen Liebessonette von 1933/34 erörtert, was das Bindeglied zwischen dem Sonett Gryphius' und dem Brechtschen ist, welches Potential der Sonettform bei Brecht aktualisiert wird und was das Neue oder die neue Wirklichkeit des Brechtschen Sonettwerkes ist. Der Dreißigjährige Krieg im 17. Jahrhundert wurde damals - wie später im 20. Jahrhundert die Weltkriege - als Ereignis absoluter Zerstörungskraft wahrgenommen. Im Verlauf des Krieges wurden große Teile der deutschen Länder verwüstet. Das Erlebnis dieses Krieges wirft einen langen Schatten auf die deutsche Kultur. Noch 150 Jahre später schreibt Schiller sowohl eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges als auch die Dramentrilogie zum Sturz Wallensteins. Brecht, der zu Kriegszeiten im 20. Jahrhundert lebte, lässt sein Drama Mutter Courage und ihre Kinder vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges spielen, um zu zeigen, wie der Krieg und die Verfolgung ökonomischer Interessen ineinander fließen und letztlich bis hin zur Zerstörung der Menschheit ausartende Folgen haben können. Der Zeitgenosse Brechts, Johannes Becher, sieht in der festgesetzten Sonettform „das Sinnbild einer Ordnungsmacht“ und sogar die „Rettung vor dem Chaos“. Brecht pflegte das Liebessonett wie eine Kompensation zu schreiben, wenn er von der Geliebten entfernt war. Sicher wäre es das Chaos und der Krieg mit sich selbst, wenn die Liebe nicht da wäre. Der Abstand von der Rettung zur Kompensation wäre auch nicht so weit. Außerdem liegt es nahe, dass Brecht das epische Merkmal und die reflektierend-dialektische Struktur der Sonettform beachtete. In Sonetten wird die These des Aufgesangs im Abgesang erläutert, kommentiert oder widerlegt und in den letzten Zeilen eine Schlussfolgerung gezogen. Diese strukturellen Merkmale nutzte Brecht bei seiner didaktischen Literatur, was seine Studien-Sonette (1938) zeigen. Das Sonett war auch bei Brecht eine günstige Form zur „Abklärung eines zunächst nur undeutlich formulierbaren Problembereichs“(Breuer).
Abstract
Andreas Gryphius, der zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges lebte, gilt als der maßgebliche Sonettdichter des deutschen Barock. Das im 13. Jahrhundert in Sizilien entstandene und im 16. Jahrhundert in ganz Europa verbreitete Sonett hat in Deutschland erst bei Gryphius eigenständige Aussagekraft gewonnen. Gryphius verarbeitet in dieser strengen Versform die Erfahrung des Krieges und vereinigt sie mit dem religiösen Thema seiner Zeit, der vanitas mundi. Brecht jedoch bekennt sich und wird auch allgemein anerkannt als Dichter der unregelmäßigen, reimlosen und eigenrhythmischen Lyrik. Sein Sonettwerk wird innerhalb der Brechtforschung bislang noch vernachlässigt. In der vorliegenden Arbeit wird zunächst anhand der Sonette Gryphius' die Sonettform und deren Rezeption in Deutschland betrachtet und dann anhand der Brechtschen Liebessonette von 1933/34 erörtert, was das Bindeglied zwischen dem Sonett Gryphius' und dem Brechtschen ist, welches Potential der Sonettform bei Brecht aktualisiert wird und was das Neue oder die neue Wirklichkeit des Brechtschen Sonettwerkes ist. Der Dreißigjährige Krieg im 17. Jahrhundert wurde damals - wie später im 20. Jahrhundert die Weltkriege - als Ereignis absoluter Zerstörungskraft wahrgenommen. Im Verlauf des Krieges wurden große Teile der deutschen Länder verwüstet. Das Erlebnis dieses Krieges wirft einen langen Schatten auf die deutsche Kultur. Noch 150 Jahre später schreibt Schiller sowohl eine Geschichte des Dreißigjährigen Krieges als auch die Dramentrilogie zum Sturz Wallensteins. Brecht, der zu Kriegszeiten im 20. Jahrhundert lebte, lässt sein Drama Mutter Courage und ihre Kinder vor dem Hintergrund des Dreißigjährigen Krieges spielen, um zu zeigen, wie der Krieg und die Verfolgung ökonomischer Interessen ineinander fließen und letztlich bis hin zur Zerstörung der Menschheit ausartende Folgen haben können. Der Zeitgenosse Brechts, Johannes Becher, sieht in der festgesetzten Sonettform „das Sinnbild einer Ordnungsmacht“ und sogar die „Rettung vor dem Chaos“. Brecht pflegte das Liebessonett wie eine Kompensation zu schreiben, wenn er von der Geliebten entfernt war. Sicher wäre es das Chaos und der Krieg mit sich selbst, wenn die Liebe nicht da wäre. Der Abstand von der Rettung zur Kompensation wäre auch nicht so weit. Außerdem liegt es nahe, dass Brecht das epische Merkmal und die reflektierend-dialektische Struktur der Sonettform beachtete. In Sonetten wird die These des Aufgesangs im Abgesang erläutert, kommentiert oder widerlegt und in den letzten Zeilen eine Schlussfolgerung gezogen. Diese strukturellen Merkmale nutzte Brecht bei seiner didaktischen Literatur, was seine Studien-Sonette (1938) zeigen. Das Sonett war auch bei Brecht eine günstige Form zur „Abklärung eines zunächst nur undeutlich formulierbaren Problembereichs“(Breuer).
참고문헌 (17)
- Brecht, Bertolt, "Große kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe", pp.11 14 22 28~ (1988)
- Gryphius, Andreas, "Gesamtausgabe der deutschsprachigen Werke", pp.1~ (1963)
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- Frey, Daniel, "Einfhrung in die deutsche Metrik" (1996), Mnchen
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- Gelfert, Hans-Dieter, "Wie interpretiert man ein Gedicht?" (2004), Stuttgart
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- Das lyrische Gedicht. Definitionen zu Theorie und Geschichte der Gattung, "Der Lyriker Bertolt Brecht" (1933)
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