포이히트방어의 초기 역사소설에 나타난 인도사상 -『유대인 쥐스 Jud Süß』를 중심으로-
Die indische Lehre in den frühen historischen Romanen von Lion Feuchtwanger -Am Beispiel von Jud Süß-
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초록
Lion Feuchtwanger, der an den Universitäten München und Berlin Sanskrit-Literatur studierte und selber die Lehre Buddhas immer wieder las, konnte die altindischen literarischen Originale lesen und einige von ihnen direkt ins Deutsche übersetzen und überarbeiten. Er gehört auch zu denjenigen deutschen Schriftstellern, die einst von dem “Indien- und Buddha-Erlebnis” beeinflußt sind, und die den tiefen humanistischen und pazifistischen Ideengehalt und den Fortschritt bzw. die Gerechtigkeit der Menschheit zum Ausdruck bringen wollten. Auch er, der sich vor allem während und nach dem Ersten Weltkrieg intensiv mit der indischen und buddhistischen Philosophie und Literatur beschäftigt hatte, war einer der deutschen Intellektuellen, die in der “Weisheit des Ostens” und “Philosophie der betrachtenden Passivität” einen Ausweg aus dem Dilemma des nach Weltherrschaftstrebenden Europas suchen wollten. Für Feuchtwanger war der erste Weltkrieg “ein Musterbeispiel für die Sinnlosigkeit allen Tuns”, und dieses Erlebnis eines unbegreiflichen und sinnlosen Kriegs bewegte ihn dazu, wie auch bei einigen anderen deutschen Intellektuellen, für die asiatische bzw. indische Geisteshaltung und Weisheit zu begeistern. Diese östliche und buddhistische Lebensphilosophie, die nicht nur in seinen Dramen, sondern auch insbesondere in seinen frühen historischen Romanen wiederzufinden ist, wurde zu einem zentralen Thema seines literarischen Schaffens. Feuchtwanger war damals von der Idee erfüllt, daß sich die weiße Menschheit von der Anbetung der Macht zum Nicht-Tun und Nicht-Wollen bekehren müsse, und daß durch die Beschäftigung mit indischer Philosophie und Weltanschauung dem wirklichen historischen Prozeßdes aussichtslosen Europas etwas entgegengestellt werden müsse. Feuchtwangers Hinwendung zur indischen Philosophie des Verzichts und des Nichttuns war eine Konsequenz seiner Kriegserfahrung und auch seine pazifistische Hoffnung auf die Schwächung der imperialistischen Kolonialpolitik. In dieser Arbeit behandele ich den frühen historischen Roman Jud Süß, der vor allem unter den starken Einflüssen der asiatischen und buddhistischen Lebensan- schauung stehende Entwicklung von Menschen erzählen, die den Weg von Europa nach Indien, vom Handeln zum Betrachten, vom Tun zum Nichttun und von Nietzsche zu Buddha gehen. In der Dichotomie Europa (Deutschland) und Asien (Indien) setzte sich der kosmopolitisch denkende Feuchtwanger mit der Frage eines jüdischen Selbstbewußtseins auseinander und versuchte die Lösung der deutsch- jüdischen Identität zu finden.
Abstract
Lion Feuchtwanger, der an den Universitäten München und Berlin Sanskrit-Literatur studierte und selber die Lehre Buddhas immer wieder las, konnte die altindischen literarischen Originale lesen und einige von ihnen direkt ins Deutsche übersetzen und überarbeiten. Er gehört auch zu denjenigen deutschen Schriftstellern, die einst von dem “Indien- und Buddha-Erlebnis” beeinflußt sind, und die den tiefen humanistischen und pazifistischen Ideengehalt und den Fortschritt bzw. die Gerechtigkeit der Menschheit zum Ausdruck bringen wollten. Auch er, der sich vor allem während und nach dem Ersten Weltkrieg intensiv mit der indischen und buddhistischen Philosophie und Literatur beschäftigt hatte, war einer der deutschen Intellektuellen, die in der “Weisheit des Ostens” und “Philosophie der betrachtenden Passivität” einen Ausweg aus dem Dilemma des nach Weltherrschaftstrebenden Europas suchen wollten. Für Feuchtwanger war der erste Weltkrieg “ein Musterbeispiel für die Sinnlosigkeit allen Tuns”, und dieses Erlebnis eines unbegreiflichen und sinnlosen Kriegs bewegte ihn dazu, wie auch bei einigen anderen deutschen Intellektuellen, für die asiatische bzw. indische Geisteshaltung und Weisheit zu begeistern. Diese östliche und buddhistische Lebensphilosophie, die nicht nur in seinen Dramen, sondern auch insbesondere in seinen frühen historischen Romanen wiederzufinden ist, wurde zu einem zentralen Thema seines literarischen Schaffens. Feuchtwanger war damals von der Idee erfüllt, daß sich die weiße Menschheit von der Anbetung der Macht zum Nicht-Tun und Nicht-Wollen bekehren müsse, und daß durch die Beschäftigung mit indischer Philosophie und Weltanschauung dem wirklichen historischen Prozeßdes aussichtslosen Europas etwas entgegengestellt werden müsse. Feuchtwangers Hinwendung zur indischen Philosophie des Verzichts und des Nichttuns war eine Konsequenz seiner Kriegserfahrung und auch seine pazifistische Hoffnung auf die Schwächung der imperialistischen Kolonialpolitik. In dieser Arbeit behandele ich den frühen historischen Roman Jud Süß, der vor allem unter den starken Einflüssen der asiatischen und buddhistischen Lebensan- schauung stehende Entwicklung von Menschen erzählen, die den Weg von Europa nach Indien, vom Handeln zum Betrachten, vom Tun zum Nichttun und von Nietzsche zu Buddha gehen. In der Dichotomie Europa (Deutschland) und Asien (Indien) setzte sich der kosmopolitisch denkende Feuchtwanger mit der Frage eines jüdischen Selbstbewußtseins auseinander und versuchte die Lösung der deutsch- jüdischen Identität zu finden.
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