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하이너 뮐러의 아버지 유령

Vatergespenster bei Heiner Müller

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Ausgehend von der durch das Schuldbewusstsein gefärbten Wahrnehmung des Autor-Sohnes zielt die vorliegende Untersuchung darauf ab, die literarisch beschriebene Beziehung zum Vater-Gespenst zu charakterisieren und ihren Wandel nachzuvollziehen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle die Schuld in seinem schriftstellerischen Denkprozess spielt. Ein Auslöser für die Schuldwahrnehmung ist jedoch nicht primär im Kindheitserlebnis von 1934 zu sehen, das der Text Der Vater behandelt, sondern vielmehr in der kritischen Reflexion der Gefühle gegenüber dem Vater nach der vollzogenen Trennung. Vor diesem Hintergrund entsteht ein latentes Bedürfnis der Revision einer als unrecht erachteten Beziehung zum Vater. Von diesem Vater wird Autor ‘heimgesucht’, so dass man den Vater als ‘Vater-Gespenst’ bezeichnen kann. Die daraus entstandene Zwangsvorstellung, die beim Autor-Sohn Heiner Müller unbeabsichtigt oder beabsichtigt verdeckt bleibt, taucht in seinem Werk immer wieder auf. (Ich sitze auf einem Balkon… und Neujahrsbrief 1963) Die vorwiegend politisch legitimierte Abgrenzung gegen den schwachen Vater und das Plädoyer für einen stärkeren Vater in Gestalt des Sozialismus treten fortan in ein spannungsgeladenes Verhältnis, das eine starke Triebkraft für literarische Produktion darstellt. Die sukzessive Gewichtsverlagerung vom Wunsch nach einem stärkeren Vater auf die Notwendigkeit eines Dialoges mit dem toten Vater, also Vater-Gespenst ist die Basis für Müllers literarische Auseinandersetzung mit dem gespenstischen Vaterprinizp. Dabei hat die Vatergewalt bestimmte Strukturmerkmale. Nach der politischen Wende in Deutschland werden deutliche Veränderungen im Werk Müllers sichtbar. Produktiv ist dieser Zustand insofern, als er alles Geschehene, Gedachte und Geschriebene grundsätzlich in Frage stellt und Revisionen notwendig erscheinen lässt. Was bleibt, ist jedoch der einsame, schwache Vater als Sediment der Geschichte.

Abstract

Ausgehend von der durch das Schuldbewusstsein gefärbten Wahrnehmung des Autor-Sohnes zielt die vorliegende Untersuchung darauf ab, die literarisch beschriebene Beziehung zum Vater-Gespenst zu charakterisieren und ihren Wandel nachzuvollziehen. Dabei steht die Frage im Mittelpunkt, welche Rolle die Schuld in seinem schriftstellerischen Denkprozess spielt. Ein Auslöser für die Schuldwahrnehmung ist jedoch nicht primär im Kindheitserlebnis von 1934 zu sehen, das der Text Der Vater behandelt, sondern vielmehr in der kritischen Reflexion der Gefühle gegenüber dem Vater nach der vollzogenen Trennung. Vor diesem Hintergrund entsteht ein latentes Bedürfnis der Revision einer als unrecht erachteten Beziehung zum Vater. Von diesem Vater wird Autor ‘heimgesucht’, so dass man den Vater als ‘Vater-Gespenst’ bezeichnen kann. Die daraus entstandene Zwangsvorstellung, die beim Autor-Sohn Heiner Müller unbeabsichtigt oder beabsichtigt verdeckt bleibt, taucht in seinem Werk immer wieder auf. (Ich sitze auf einem Balkon… und Neujahrsbrief 1963) Die vorwiegend politisch legitimierte Abgrenzung gegen den schwachen Vater und das Plädoyer für einen stärkeren Vater in Gestalt des Sozialismus treten fortan in ein spannungsgeladenes Verhältnis, das eine starke Triebkraft für literarische Produktion darstellt. Die sukzessive Gewichtsverlagerung vom Wunsch nach einem stärkeren Vater auf die Notwendigkeit eines Dialoges mit dem toten Vater, also Vater-Gespenst ist die Basis für Müllers literarische Auseinandersetzung mit dem gespenstischen Vaterprinizp. Dabei hat die Vatergewalt bestimmte Strukturmerkmale. Nach der politischen Wende in Deutschland werden deutliche Veränderungen im Werk Müllers sichtbar. Produktiv ist dieser Zustand insofern, als er alles Geschehene, Gedachte und Geschriebene grundsätzlich in Frage stellt und Revisionen notwendig erscheinen lässt. Was bleibt, ist jedoch der einsame, schwache Vater als Sediment der Geschichte.

참고문헌 (16)

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