하이너 뮐러의 『그림쓰기』에 나타난 기억과 메타 기억
Gedächtnis und Meta-Gedächtnis in Heiner Müllers Bildbeschreibung
0
조회
0
다운로드
1
인용
0
참고문헌
키워드
초록
In meiner Arbeit wird Heiner Müllers Theatertext Bildbeschreibung unter dem Geschichtspunkt des Gedächtnisses und Meta-Gedächtnisses analysiert, indem sie vor allem einen ‘doppelten’ Blick als das Theater-Material in seinem Implikationen zu begründen versucht. Müllers Text formuliert das ästhetische Verhältnis von Theater und Subjekt, von Bühne und Blick und deren Konvergenzpunkt, dem Gedächtnis. Gleichzeitig kennzeichnet er das Gedächtnis als meta-theatralische Reflexion auf die Szene und deren Rezeptionsweise. Hier entsteht das Gedächtnis im Zwischenbereich von Text, Bild und Rezipient. Hier geht es zunächst um Freuds Meta- Psychologie, aus der sich ein Gedächtnismoment ableiten lässt, das als Meta-Gedächtnis zu bezeichnen ist, da es in sich alle Modelle vom Unbewußten, von der Regression sowie deren Textprinzipien des Vergessens und der Wiederholung vereinigt. Was Freuds Psychoanalyse auszeichnet, ist die Mythologisierung des Gedächtnisses. Freuds eigener Diskurs unterliegt der Spaltung in einen doppelten Blick, der das Andere in der Wiederholung des Gleichen immer wieder mythisch auf das ewige Gedächtnis zurückwirft. In Müllers Bildbeschreibung fällt das Ich immer wieder auf das leblose Bildmaterial zurück. Damit erinnert Müllers Text Freuds Diktum, welches besagt, dass das Leblose früher da war als das Lebende. Hier folgt die Bewegung der Triebe ihrem vergessenen Gedächtnis, das sie eigentlich auf den Ruhezustand zurückwirft. In Müllers Text wird die Gedächtnisdynamik des Vergessenen aufgenommen, indem er das Ich im Textmaterial auflöst. Was Bildbeschreibung sinnlich erfahrbar macht, ist die Aporie eines Ichs, das sich mit Hilfe des Gedächtnisses zu fassen versucht. Alles, was dieses Gedächtnis erinnert, sind Auflösungsbilder, die das Ich nicht zu festigen vermögen. Und im Text setzt das Gedächtnis sich zwischen unbewußten Gewaltbilder selbst in Szene. Das Gedächtnis inszeniert sich im Zwischenraum von Bildmaterial und Betrachter als Mythos. Dieser Zwischenraum ist der Ort des Theaters zwischen Bühne und Zuschaueraum, in dem sich zwei Blicke überlagern. Was darin erinnert wird, sind Gewaltphantasien. In Müllers Text nimmt eine Objektbeziehung mythische Dimensionen an, indem sie vom konkreten Material des Bildes ausgehend auf die Geschichte als Gewaltgeschichte übertragen wird. Mißlingt die Objektbeziehung, sieht das Ich sich auf sein Gedächtnis zurückgeworfen, welches es Sinn produzieren lässt, der das Ich zu zersetzen beginnt. Gedächtnis erinnert an das, was nicht erinnert werden kann, weil sich das Material des Bildes einem eindeutigen Zugriff verweigert. Was erinnert wird, sind immer Umformungen aus dem Fundus des mythischen ewigen Gedächtnisses, das seinen Grund vergessen hat. Gedächtnis meint in Müllers Bildbeschreibung jenen Produktionsprozeß, der sich zwischen Material und Betrachter entfaltet. Dieses ästhetische Gedächtnis ist als Meta-Gedächtnis in einem metatheatralischen Text zu verstehen, der zwischen Blick und Blick ein Gedächtnismodell aufblitzen lässt, das sich mit der Spaltung des Ichs beschäftigt. Müllers Text stellt eine metatheatralische Reflexion auf das Theater als (Meta-) Gedächtnis von Verdrängten dar.
Abstract
In meiner Arbeit wird Heiner Müllers Theatertext Bildbeschreibung unter dem Geschichtspunkt des Gedächtnisses und Meta-Gedächtnisses analysiert, indem sie vor allem einen ‘doppelten’ Blick als das Theater-Material in seinem Implikationen zu begründen versucht. Müllers Text formuliert das ästhetische Verhältnis von Theater und Subjekt, von Bühne und Blick und deren Konvergenzpunkt, dem Gedächtnis. Gleichzeitig kennzeichnet er das Gedächtnis als meta-theatralische Reflexion auf die Szene und deren Rezeptionsweise. Hier entsteht das Gedächtnis im Zwischenbereich von Text, Bild und Rezipient. Hier geht es zunächst um Freuds Meta- Psychologie, aus der sich ein Gedächtnismoment ableiten lässt, das als Meta-Gedächtnis zu bezeichnen ist, da es in sich alle Modelle vom Unbewußten, von der Regression sowie deren Textprinzipien des Vergessens und der Wiederholung vereinigt. Was Freuds Psychoanalyse auszeichnet, ist die Mythologisierung des Gedächtnisses. Freuds eigener Diskurs unterliegt der Spaltung in einen doppelten Blick, der das Andere in der Wiederholung des Gleichen immer wieder mythisch auf das ewige Gedächtnis zurückwirft. In Müllers Bildbeschreibung fällt das Ich immer wieder auf das leblose Bildmaterial zurück. Damit erinnert Müllers Text Freuds Diktum, welches besagt, dass das Leblose früher da war als das Lebende. Hier folgt die Bewegung der Triebe ihrem vergessenen Gedächtnis, das sie eigentlich auf den Ruhezustand zurückwirft. In Müllers Text wird die Gedächtnisdynamik des Vergessenen aufgenommen, indem er das Ich im Textmaterial auflöst. Was Bildbeschreibung sinnlich erfahrbar macht, ist die Aporie eines Ichs, das sich mit Hilfe des Gedächtnisses zu fassen versucht. Alles, was dieses Gedächtnis erinnert, sind Auflösungsbilder, die das Ich nicht zu festigen vermögen. Und im Text setzt das Gedächtnis sich zwischen unbewußten Gewaltbilder selbst in Szene. Das Gedächtnis inszeniert sich im Zwischenraum von Bildmaterial und Betrachter als Mythos. Dieser Zwischenraum ist der Ort des Theaters zwischen Bühne und Zuschaueraum, in dem sich zwei Blicke überlagern. Was darin erinnert wird, sind Gewaltphantasien. In Müllers Text nimmt eine Objektbeziehung mythische Dimensionen an, indem sie vom konkreten Material des Bildes ausgehend auf die Geschichte als Gewaltgeschichte übertragen wird. Mißlingt die Objektbeziehung, sieht das Ich sich auf sein Gedächtnis zurückgeworfen, welches es Sinn produzieren lässt, der das Ich zu zersetzen beginnt. Gedächtnis erinnert an das, was nicht erinnert werden kann, weil sich das Material des Bildes einem eindeutigen Zugriff verweigert. Was erinnert wird, sind immer Umformungen aus dem Fundus des mythischen ewigen Gedächtnisses, das seinen Grund vergessen hat. Gedächtnis meint in Müllers Bildbeschreibung jenen Produktionsprozeß, der sich zwischen Material und Betrachter entfaltet. Dieses ästhetische Gedächtnis ist als Meta-Gedächtnis in einem metatheatralischen Text zu verstehen, der zwischen Blick und Blick ein Gedächtnismodell aufblitzen lässt, das sich mit der Spaltung des Ichs beschäftigt. Müllers Text stellt eine metatheatralische Reflexion auf das Theater als (Meta-) Gedächtnis von Verdrängten dar.
참고문헌 (26)
- Müller, Heiner, "Bildbeschreibung, In ders.: Shakespeare Factory 1", pp.7~14 (1996)
- 김영목, "심미적 기억과 연극 - 드라마 기능 연구", 뷔히너와 현대문학, 26, pp.63~92 (2006), 한국뷔히너학회
- 김영목, "상상력으로서의 생산적 기억*연극에 나타난 기억의 재현 방식 연구", 독일언어문학, (38), pp.151~180 (2007), 한국독일언어문학회
- 정민영, "하이너 뮐러 극작론" (1998), 사랑의학교
- 최문규, "파편과 형세 - 발터 벤야민의 미학" (2012), 서강대학교 출판부
- 프로이트, 지그문트, "쾌락원칙을 넘어서" (1997), 열린책들
- Benjamin, Walter, "Ursprung des deutschen Trauerspiels. In: ders.: Abhandlungen: Gesammelte Schriften Band I, 1. Hg. v. Rolf Tiedemann u. Hermann Schweppenhäuser", pp.1991, Frankfurt
- Ders, "Das Passagen-Werk: Gesammelte Schriften, Band V, 1. Hg. v. R. Tiedemann", pp.1991, Frankfurt
- Ders, "Über den Begriff der Geschichte. In: ders.: Abhandlungen: Gesammelte Schriften, Band I, 2", pp.1991, Frankfurt
- Bersani, Leo, "The Freudian Body: Psychoanalyse and Art" (1981)
- Bohrer, Karl Heinz, "Plötzlichkeit: Zum Augenblick des ästhetischen Scheins", pp.1981, Frankfurt
- Eke, Norbert Otto, "Heiner Müller: Apokalypse und Utopie" (1989), Paderborn
- Fischer-Lichte, Erika, "Semiotik des Theaters Band 1: Das System der theatralischen Zeichen" (1983)
- Freud, Sigmund, "Trauer und Melancholie, In ders.: Studienausgabe Band III: Psychologie des Unbewußten", pp.193~212 (1975)
- Lacan, Jacques, "Das Spiegelstadium als Bilner der Ichfunktion, In ders.: Schriften I", pp.61~70 (1986)
- Laplanche, Jean u., "Das Vokabular der Psychoanalyse" (1989)
- Lehmann, Hans-Thies, "Theater der Blicke: Zu Heiner Müllers ‘Bildbeschreibung’, In Dramatik der DDR", pp.186~202 (1987)
- Menke, Christoph, "Die Souveränität der Kunst: Ästhetische Erfahrung nach Adorno und Derrida", pp.82~91 (1991)
- Müller, Heiner, "Rotwelsch" (1982)
- Ders, "Krieg ohne Schlacht: Leben in zwei Diktaturen" (1992)
- Ders, "Gesammelte Irrtümer: Interview und Gespräche" (1986)
- Raddatz, Frank-Michael, "Dämonen unterm roten Stern: Zur Geschichtsphilosophie und Ästhetik Heiner Müllers" (1991)
- Rapp, Uri, "Handeln und Zuschauen. Untersuchungen über den theatersoziologischen Aspekt in der menschlichen Interaktion" (1973)
- Starobinski, Jean, "Psychoanalyse und Literatur" (1990)
- Vaßen, Florian, "Der Tod des Körpers in der Geschichte, In Text+Kritik", Heiner Müller, 73, pp.45~57 (1982)
- Weber, Samuel, "Freud-Legende: Vier Studien zum psychoanalytischen Denken" (1990)
