원작과 개작 - 렌츠의 『가정교사 혹은 사교육의 장점』과 브레히트의 개작 『가정교사』 비교
Das Original und die Bearbeitung - Eine vergleichende Studie zum Drama Hofmeister von Lenz und seiner Bearbeitung von Brecht
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초록
In der vorliegenden Arbeit soll Brechts Bearbeitung des 1774 erschienenen Dramas Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung von Lenz mit dem Original verglichen und auf Unterschiede untersucht werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Figurenverhältnisse zwischen Läuffer und dem Geheimen Rat und auf die Veränderungen in der Handlung, den Figuren und Motiven gerichtet.Die Handlung wird in der Bearbeitung von Brecht gekürzt und akzentuiert. Die im Original an mehreren Figuren entwickelte Handlung konzentriert sich in der Bearbeitung auf die Läuffer Handlung und dadurch auf die thematische Ebene.Das Verstümmelungs- und Entmannunsmotiv, das im Original zum Hauptpunkt der Handlung wird, wird in der Brechtschen Bearbeitung verändert und modifiziert. Läuffer verstümmelt sich nicht mehr aus religiöser oder moralischer Reue für seinen zügellosen Sexualtrieb. Er handelt aus Angst vor sozialem Abstieg. Seine Verhaltensweise ist durch die sozialen Verhältnisse motiviert. Er durchschaut aber nicht die Widersprüche dieser Verhältnisse und seines Handelns. Brechts Intention, den klassischen Dramen einen sozial-realistischen Sinn zu geben, wird in seiner Bearbeitung des Hofmeisters realisiert, indem die verdeckten sozialen Verhältnisse klar sichtbar gemacht werden.Nachdem Brecht im Jahr 1949 in die DDR zurückgekehrt war, beschäftigte er sich mit der Bearbeitung der klassischen Dramenstücke. Den Hintergrund seiner Bearbeitung muss man im Kontext der damaligen Kulturpolitik der DDR sehen. Brecht wandte sich gegen die damalige kulturpolitische Linie der DDR, weil die Kulturpolitk der DDR an die idealistische Tradition der klassischen Literatur anschließen wollte. Im Lenz‘schen Drama vertritt der Geheime Rat diese idealistische Vorstellung der individuellen Freiheit und staatlichen Erziehung und dirigiert von oben Figuren in allen wichtigen Szenen nach eigenem Willen. Diese Figur bleibt in Brechts Bearbeitung wirkungslos und wird lächerlich gemacht. Seine Rolle als Vertreter des Idealismus wird parodisiert. Bei Lenz spielt die bürgerliche Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Er inszeniert die Probleme der bürgerlichen Gesellschaft wie die staatliche Erziehung oder die uneheliche Mutterschaft, um dann eine Lösung der Konflikte herauszuarbeiten.Brecht war der Meinung, dass das Drama Hofmeister von Lenz f́ür die Bürger in der Anfangszeit der bürgerlichen Gesellschaft geschrieben war, während seine Bearbeitung des Hofmeisters für das Volk im neuen revolutionären Zeitalter geschrieben ist. Brecht betont den Unterschied des dazwischen liegenden Zeitalters. Brecht sah, daß die deutsche Misere in der deutschen Erziehung und dem deutschen Lehrer lag und immer noch liegt. Brecht war der Meinung, dass Lenz diese Probleme sozialkritisch gesehen hat, aber keine ernsthafte realistische Lösungsmöglichkeit angedeutet hat, insofern sich alle Probleme in tragik-komischer Form glatt auflösen. Den Grund sah Brecht in der Ideologie der bürgerlichen Harmonie und des individualistischen Idealismus. Brechts Intention bringt die Figur des Hofmeisters im Epilog zum Ausdruck, wenn er Schüler und Lehrer der neuen Zeit vor Unterwürfigkeit warnt. Das Publikum soll sich davon distanzieren und befreien. Brecht wollte mit der Bearbeitung des Hofmeisters die idealitische Traditon von Lenz durchbrechen und die Problematik des Hofmeisters in der bürgerlichen Gesellschaft, so wie sie Lenz dargestellt hatte, sichtbar machen.
Abstract
In der vorliegenden Arbeit soll Brechts Bearbeitung des 1774 erschienenen Dramas Der Hofmeister oder Vorteile der Privaterziehung von Lenz mit dem Original verglichen und auf Unterschiede untersucht werden. Besonderes Augenmerk wird dabei auf die Figurenverhältnisse zwischen Läuffer und dem Geheimen Rat und auf die Veränderungen in der Handlung, den Figuren und Motiven gerichtet.Die Handlung wird in der Bearbeitung von Brecht gekürzt und akzentuiert. Die im Original an mehreren Figuren entwickelte Handlung konzentriert sich in der Bearbeitung auf die Läuffer Handlung und dadurch auf die thematische Ebene.Das Verstümmelungs- und Entmannunsmotiv, das im Original zum Hauptpunkt der Handlung wird, wird in der Brechtschen Bearbeitung verändert und modifiziert. Läuffer verstümmelt sich nicht mehr aus religiöser oder moralischer Reue für seinen zügellosen Sexualtrieb. Er handelt aus Angst vor sozialem Abstieg. Seine Verhaltensweise ist durch die sozialen Verhältnisse motiviert. Er durchschaut aber nicht die Widersprüche dieser Verhältnisse und seines Handelns. Brechts Intention, den klassischen Dramen einen sozial-realistischen Sinn zu geben, wird in seiner Bearbeitung des Hofmeisters realisiert, indem die verdeckten sozialen Verhältnisse klar sichtbar gemacht werden.Nachdem Brecht im Jahr 1949 in die DDR zurückgekehrt war, beschäftigte er sich mit der Bearbeitung der klassischen Dramenstücke. Den Hintergrund seiner Bearbeitung muss man im Kontext der damaligen Kulturpolitik der DDR sehen. Brecht wandte sich gegen die damalige kulturpolitische Linie der DDR, weil die Kulturpolitk der DDR an die idealistische Tradition der klassischen Literatur anschließen wollte. Im Lenz‘schen Drama vertritt der Geheime Rat diese idealistische Vorstellung der individuellen Freiheit und staatlichen Erziehung und dirigiert von oben Figuren in allen wichtigen Szenen nach eigenem Willen. Diese Figur bleibt in Brechts Bearbeitung wirkungslos und wird lächerlich gemacht. Seine Rolle als Vertreter des Idealismus wird parodisiert. Bei Lenz spielt die bürgerliche Gesellschaft eine entscheidende Rolle. Er inszeniert die Probleme der bürgerlichen Gesellschaft wie die staatliche Erziehung oder die uneheliche Mutterschaft, um dann eine Lösung der Konflikte herauszuarbeiten.Brecht war der Meinung, dass das Drama Hofmeister von Lenz f́ür die Bürger in der Anfangszeit der bürgerlichen Gesellschaft geschrieben war, während seine Bearbeitung des Hofmeisters für das Volk im neuen revolutionären Zeitalter geschrieben ist. Brecht betont den Unterschied des dazwischen liegenden Zeitalters. Brecht sah, daß die deutsche Misere in der deutschen Erziehung und dem deutschen Lehrer lag und immer noch liegt. Brecht war der Meinung, dass Lenz diese Probleme sozialkritisch gesehen hat, aber keine ernsthafte realistische Lösungsmöglichkeit angedeutet hat, insofern sich alle Probleme in tragik-komischer Form glatt auflösen. Den Grund sah Brecht in der Ideologie der bürgerlichen Harmonie und des individualistischen Idealismus. Brechts Intention bringt die Figur des Hofmeisters im Epilog zum Ausdruck, wenn er Schüler und Lehrer der neuen Zeit vor Unterwürfigkeit warnt. Das Publikum soll sich davon distanzieren und befreien. Brecht wollte mit der Bearbeitung des Hofmeisters die idealitische Traditon von Lenz durchbrechen und die Problematik des Hofmeisters in der bürgerlichen Gesellschaft, so wie sie Lenz dargestellt hatte, sichtbar machen.
참고문헌 (9)
- B. Brecht, "Gro? kommentierte Berliner und Frankfurter Ausgabe, 30 B?de, Hrsg. v. W. Hecht, J. Knopf u.a. Berlin und Weimar", F.a.M. 1988-1998, 1988
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- Wilfried Barner, "Geschichte der deutschen Literatur von den Anf?gen bis zur Gegenwart" (1994)
- W. Emmerich, "Kleine Literaturgeschichte der DDR" (1996)
- Werner Hecht, "Bertolt Brecht, Sein Leben und Werk, Berlin-DDR 1969", ~ (1969)
- Walter Hinderer, "Brechts Dramen. Neue Interpretationen, Stuttgart 1984", ~ (1984)
- Klaus-Detlef M?ler, "Bertolt Brecht" (1985)
- 얀 크노프, "인물과 사상사", ~ (2007)
- 한국브레히트학회, "브레히트의 연극세계" (2001), 열음사
