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브레히트의 서사성과 마리루이제 플라이써의 서사성 -뇌과학적 관점으로 바라본 남성과 여성의 성향 차이

Das Epische bei B. Brecht und das Epische bei M. L. Fleißer -Geschlechtsspezifische Präferenzen aus neurowissenschaftlicher Sicht

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In dieser Arbeit geht es nicht primär um die Feststellung geschlechtsspezifischer Unterschiede, sondern um eine Textanalyse auf der Grundlage von Ergebnissen neurowissenschaftlicher Studien der jüngeren Zeit, die unter anderem kognitive Differenzen des folgenden Typs bestätigen: Frauen weisen im Durchschnitt bessere Leistungen in verbalen Test auf, während Männer bei räumlichen Aufgaben besser abschneiden. Marieluise Fleißer beginnt ihre Überlegungen von der weiblichen Dramatik mit folgender Frage: “warum steht der regen Beteiligung der Frau am Buchmarkt eine auffallend schwache in der dramatischen Produktion gegenüber?” Sie unterscheidet dabei die weiblichen Eigenschaften im Drama vom männlichen ebenso antithetisch, wie dies die neurowissenschaftliche Forschung bestätigen konnte. Fleißer meint, der Frau liege das Epische mehr, Stücke Schreiben sei hingegen eher eine männliche Angelegenheit. Auch für Fleißer ist das ideale Dramenstück ein Bau, dessen einzelne Teile gut balanciert und konstruiert sind. Handlungseinheit und Zielgerichtetheit des Dramenstoffes darf bei der Zerstückelung des Ganzen in Akte und Szenen nicht verloren gehen. Diese Fähigkeit, die Fleißer für ‘männlich’ hält, liegt weder ihr selbst noch vielen anderen weiblichen Stückeschreibern. Frauen brillieren eher im Epischen als im Dramatischen. Andererseits glaubt Fleißer aber auch an sich selbst und sieht eine Möglichkeit, männliche Konstruktionsbegabung und weibliche Intuition zusammenzuführen. Im Idealfall ließe sich damit ein Ideal verwirklichen, das bislang noch nicht realisiert wurde. In der zweiten Hälfte dieser Arbeit werden die angenommen geschlechtsspezifischen Eigenschaften konkret in den verschiedenen Fassungen des Stücks “Pioniere in Ingolstadt” von Fleißer verfolgt. Dabei wird besonders die zweite Fassung, die von Brecht stark bearbeitet wurde, mit anderen Fassungen verglichen. Mit Blick auf Fleißer und Brecht werden geschlechtsspezifische Unterschiede sichtbar, die von Fleißer selbst angenommen und von der modernen Neurowissenschaft inzwischen bestätigt wurden. Die Ähnlichkeiten der epischen Dramenstruktur bei Brecht und Fleißer beruhen unter anderem auf einer losen Szenenfolge, die bei Brecht eher kognitiv abstrakt, bei Fleißer eher atmosphärisch und anschaulich, fast episch entworfen wird. Der dramatische Bau in seiner räumlichen Konfiguration wird bei Fleißer weniger stark hervorgehoben. Brecht zielt darauf ab, das Publikum nicht gefühlsmäßig mitzureißen, sondern kognitiv anzuregen. Zu diesem Zweck werden in Brechts Stücken die Szenen zwar scheinbar lose verbunden, doch sind sie durch ein ideologisches und theatralisches Ziel trotzdem eng miteinander verklammert. Fleißers Stück setzt weniger auf ein nüchternes Planspiel in Hinblick auf einen ideologischen Zweck, sondern favorisiert einen atmosphärisch dichten, fast episch anmutenden Szenenbau. Hinter diesem Unterschied, scheint nicht nur eine zufällige und individuelle Begabungsdifferenz zu stehen, sondern biologische Unterschiede allgemeinerer Art, wie sie von Fleißer selbst behauptet wurden.

Abstract

In dieser Arbeit geht es nicht primär um die Feststellung geschlechtsspezifischer Unterschiede, sondern um eine Textanalyse auf der Grundlage von Ergebnissen neurowissenschaftlicher Studien der jüngeren Zeit, die unter anderem kognitive Differenzen des folgenden Typs bestätigen: Frauen weisen im Durchschnitt bessere Leistungen in verbalen Test auf, während Männer bei räumlichen Aufgaben besser abschneiden. Marieluise Fleißer beginnt ihre Überlegungen von der weiblichen Dramatik mit folgender Frage: “warum steht der regen Beteiligung der Frau am Buchmarkt eine auffallend schwache in der dramatischen Produktion gegenüber?” Sie unterscheidet dabei die weiblichen Eigenschaften im Drama vom männlichen ebenso antithetisch, wie dies die neurowissenschaftliche Forschung bestätigen konnte. Fleißer meint, der Frau liege das Epische mehr, Stücke Schreiben sei hingegen eher eine männliche Angelegenheit. Auch für Fleißer ist das ideale Dramenstück ein Bau, dessen einzelne Teile gut balanciert und konstruiert sind. Handlungseinheit und Zielgerichtetheit des Dramenstoffes darf bei der Zerstückelung des Ganzen in Akte und Szenen nicht verloren gehen. Diese Fähigkeit, die Fleißer für ‘männlich’ hält, liegt weder ihr selbst noch vielen anderen weiblichen Stückeschreibern. Frauen brillieren eher im Epischen als im Dramatischen. Andererseits glaubt Fleißer aber auch an sich selbst und sieht eine Möglichkeit, männliche Konstruktionsbegabung und weibliche Intuition zusammenzuführen. Im Idealfall ließe sich damit ein Ideal verwirklichen, das bislang noch nicht realisiert wurde. In der zweiten Hälfte dieser Arbeit werden die angenommen geschlechtsspezifischen Eigenschaften konkret in den verschiedenen Fassungen des Stücks “Pioniere in Ingolstadt” von Fleißer verfolgt. Dabei wird besonders die zweite Fassung, die von Brecht stark bearbeitet wurde, mit anderen Fassungen verglichen. Mit Blick auf Fleißer und Brecht werden geschlechtsspezifische Unterschiede sichtbar, die von Fleißer selbst angenommen und von der modernen Neurowissenschaft inzwischen bestätigt wurden. Die Ähnlichkeiten der epischen Dramenstruktur bei Brecht und Fleißer beruhen unter anderem auf einer losen Szenenfolge, die bei Brecht eher kognitiv abstrakt, bei Fleißer eher atmosphärisch und anschaulich, fast episch entworfen wird. Der dramatische Bau in seiner räumlichen Konfiguration wird bei Fleißer weniger stark hervorgehoben. Brecht zielt darauf ab, das Publikum nicht gefühlsmäßig mitzureißen, sondern kognitiv anzuregen. Zu diesem Zweck werden in Brechts Stücken die Szenen zwar scheinbar lose verbunden, doch sind sie durch ein ideologisches und theatralisches Ziel trotzdem eng miteinander verklammert. Fleißers Stück setzt weniger auf ein nüchternes Planspiel in Hinblick auf einen ideologischen Zweck, sondern favorisiert einen atmosphärisch dichten, fast episch anmutenden Szenenbau. Hinter diesem Unterschied, scheint nicht nur eine zufällige und individuelle Begabungsdifferenz zu stehen, sondern biologische Unterschiede allgemeinerer Art, wie sie von Fleißer selbst behauptet wurden.

참고문헌 (18)

  1. Aristoteles, "Poetik" (1982), Reclam
  2. Bertolt Brecht, "Gesammelte Werke. 20 Bde. 1. Auflage 1967" (1982), Suhrkamp Verlag
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  4. M.L. Fleißer, "Gesammelte Werke" (1972), Suhrkamp Verlag
  5. M.L. Fleißer, "Das dramatische Empfinden bei den Frauen, In Gesammelte Werke, 4 Bde", pp.408~ (1929), M.L. Fleißer
  6. M.L. Fleißer, "Meine Biographie, In Gesammelte Werke, 4 Bde", pp.523~546
  7. M.L. Fleißer, "Zwei Premieren, In Gesammelte Werke, 4 Bde", pp.473~477
  8. M.L. Fleißer, "Pioniere in Ingolstadt" (1929), Arcadia
  9. Marieluise Fleißer, "Briefwechsel 1925-1974" (2001), Suhrkamp Verlag
  10. F. X. Kroetz, "Liegt die Dummheit auf der Hand?, In Materialien zum Leben und Schreiben der Marieluise Fleißer", pp.379~386 (1973), Suhrkamp
  11. G. Rühle, "Materialien zum Leben und Schreiben der Marieluise Fleißer" (1973), Suhrkamp Verlag
  12. 이언 맥길크리스트, "주인과 심부름꾼" (2011), 뮤진트리
  13. K. Eibl, "Animal Poeta. Bausteine der biologischen Kultur- und Literaturtheorie" (2004), mentis
  14. J. Knopf, "Brecht-Handbuch: Theater" (1980), Metzler
  15. S. Lautenbacher, "Gehirn und Geschlecht: Neurowissenschaft des kleinen Unterschieds zwischen Frau und Mann" (2007), Springer Medizin Verlag
  16. H. Lethen, "Neue Sachlichkeit 1924-1932: Studien zur Literatur des "Weißen Sozialismus"" (1970), Metzler
  17. Marco Del Giudice, "The Distance Between Mars and Venus: Measuring Global Sex Differences in Personality", PLoS ONE, 7(1), pp.e29265~ (2012)
  18. U. Strauch, "Antwort über Antwort auf die Frage: Gibt es eine weibliche Ästhetik?, In Frauen sehen ihre Zeit. Katalog zur Literaturausstellung des Landesfrauenbeirates Rheinland-Pfalz", pp.76~95 (1984)

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