Die postepische Dramatik. Am Beispiel von <Der goldene Drache> Schimmelpfennigs
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초록
Im Jahr 1926 machte Brecht kritische Bemerkung zur damaligen Theaterszene: „Aber im ganzen ist das Theater so tot, als es nur sein kann.“ Brecht deklarierte damit die Theaterlandschaft seiner Zeit als überholt und innovationsbedürftig. Ein Jahrhundert später behaupten analog dazu andere Theatermacher, das Brechttheater sei tot. Hat das Theater Brechts noch eine Chance für die Zukunft? Ist das Brechttheater, wie in den letzten Jahrzehnten oft behauptet wurde, von der Zeit tatsächlich überholt, also tot? Die Brechtsche Theorie, die im letzten Jahrhundert als unabdingbare Grundlage zeitgenössischer Theaterformen diente, ist aber für viele zeitgenössische Theatermacher auch durch die technischen und politischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte noch nicht verloren. Brechts Theorie wird dabei freilich von Theatermachern in vielfacher Weise an die veränderten gesellschaftlichen und ästhetischen Auseinandersetzungen der Gegenwart angepasst. Als Beispiel lässt sich die Verwendung von Mikroports nennen. Andere Varianten sind der Auftritt von Laiendarstellern, die in der Nachfolge von Brechts Lehrstückgedanken bei der Gruppe „Rimini Protokoll“ als „Experten des Alltags“ auf der Bühne stehen, oder die Stücke von René Pollesch, die sich gegen herkömmliche Figurenpsychologie wenden. Die Frage, ob das Brechttheater tatsächlich überholt oder aktueller denn je ist, kann man trotz dieser Ansätze nicht sofort beantworten. Zuvor wäre zu klären, was eigentlich das Brechttheater von heute ist. Wir wollen dieses anhand des Begriffs „Postbrecht“ zu erklären versuchen. Den Begriff „Postbrecht“ können wir sowohl im Sinne eines „Brecht zufolge“, aber auch als „nach Brecht“ auffassen, also Nachfolge und Wende zugleich. Mit diesem Begriff „Postbrecht“ hat auch Hans-Thies Lehmann sein postdramatisches Theater begründet: So kann von einem postbrechtschen Theater die Rede sein, das gerade nicht nichts mit Brecht zu schaffen hat, sondern sich von den in Brechts Werk sedimentierten Ansprüchen und Fragen an Theater betroffen weiß, aber die Antworten Brechts nicht mehr akzeptieren kann.
Abstract
Im Jahr 1926 machte Brecht kritische Bemerkung zur damaligen Theaterszene: „Aber im ganzen ist das Theater so tot, als es nur sein kann.“ Brecht deklarierte damit die Theaterlandschaft seiner Zeit als überholt und innovationsbedürftig. Ein Jahrhundert später behaupten analog dazu andere Theatermacher, das Brechttheater sei tot. Hat das Theater Brechts noch eine Chance für die Zukunft? Ist das Brechttheater, wie in den letzten Jahrzehnten oft behauptet wurde, von der Zeit tatsächlich überholt, also tot? Die Brechtsche Theorie, die im letzten Jahrhundert als unabdingbare Grundlage zeitgenössischer Theaterformen diente, ist aber für viele zeitgenössische Theatermacher auch durch die technischen und politischen Entwicklungen der letzten Jahrzehnte noch nicht verloren. Brechts Theorie wird dabei freilich von Theatermachern in vielfacher Weise an die veränderten gesellschaftlichen und ästhetischen Auseinandersetzungen der Gegenwart angepasst. Als Beispiel lässt sich die Verwendung von Mikroports nennen. Andere Varianten sind der Auftritt von Laiendarstellern, die in der Nachfolge von Brechts Lehrstückgedanken bei der Gruppe „Rimini Protokoll“ als „Experten des Alltags“ auf der Bühne stehen, oder die Stücke von René Pollesch, die sich gegen herkömmliche Figurenpsychologie wenden. Die Frage, ob das Brechttheater tatsächlich überholt oder aktueller denn je ist, kann man trotz dieser Ansätze nicht sofort beantworten. Zuvor wäre zu klären, was eigentlich das Brechttheater von heute ist. Wir wollen dieses anhand des Begriffs „Postbrecht“ zu erklären versuchen. Den Begriff „Postbrecht“ können wir sowohl im Sinne eines „Brecht zufolge“, aber auch als „nach Brecht“ auffassen, also Nachfolge und Wende zugleich. Mit diesem Begriff „Postbrecht“ hat auch Hans-Thies Lehmann sein postdramatisches Theater begründet: So kann von einem postbrechtschen Theater die Rede sein, das gerade nicht nichts mit Brecht zu schaffen hat, sondern sich von den in Brechts Werk sedimentierten Ansprüchen und Fragen an Theater betroffen weiß, aber die Antworten Brechts nicht mehr akzeptieren kann.
참고문헌 (24)
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