Vom Frontsoldaten zum Revolutionsschreck. Bertolt Brechts Fatzer und einige seiner Nachfolger
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초록
Bis heute ist es eine weitverbreitete Ansicht, dass Bertolt Brecht, nach einer „anarchischen“ Jugend, zum überzeugten Kommunisten und einem der exponiertesten kulturellen Repräsentanten einer sozialistischen Gesellschaftsform wurde. Für sie zu kämpfen und – in Anlehnung an ein Marx-Zitat – „die Welt zu verändern“, habe er, in Theorie und Praxis, sein Episches Theater geschaffen; so die Lehrmeinung vieler Jahre. Während der letzten Jahre hat sich in der Forschung jedoch auch zaghaft, aber kontinuierlich, die Meinung manifestiert, dass die Wirklichkeit anders aussieht. Das zeigt vor allem Brechts frühe Zeit, die oft nur als Phase angesehen wurde, in der er sich mehr als „Bürgerschreck“ inszenierte als dass er bedeutendere Werke schrieb. Dabei entwickelte Brecht aus seiner Wahrnehmung des Ersten Weltkrieges heraus und des Elends, das dieser mit sich brachte, ein Verständnis der Revolution als Fortsetzung des Krieges und des Leides – nun allerdings unter anderer ideologischer, das heißt roter Flagge. Direkt nachweisbar ist das erstmals in Zusammenhang mit der Räterevolutionen 1919 in Deutschland und Bayern, deren Auswirkungen Brecht in Augsburg vor ungefähr hundert Jahren unmittelbar mitbekam. Man kann sagen, dass dies zu Schlüsselerfahrungen Brechts wurden, die seine letztliche Immunität dem Kommunismus, der Revolution gegenüber, bestimmen sollte, bis hin zu seiner Zeit in der DDR, bis zu seinem Tod – trotz anderer Lippenbekenntnisse. Konstanten seines Werkes erweisen dies, wie nun im Folgenden exemplarisch verdeutlicht werden wird.
Abstract
Bis heute ist es eine weitverbreitete Ansicht, dass Bertolt Brecht, nach einer „anarchischen“ Jugend, zum überzeugten Kommunisten und einem der exponiertesten kulturellen Repräsentanten einer sozialistischen Gesellschaftsform wurde. Für sie zu kämpfen und – in Anlehnung an ein Marx-Zitat – „die Welt zu verändern“, habe er, in Theorie und Praxis, sein Episches Theater geschaffen; so die Lehrmeinung vieler Jahre. Während der letzten Jahre hat sich in der Forschung jedoch auch zaghaft, aber kontinuierlich, die Meinung manifestiert, dass die Wirklichkeit anders aussieht. Das zeigt vor allem Brechts frühe Zeit, die oft nur als Phase angesehen wurde, in der er sich mehr als „Bürgerschreck“ inszenierte als dass er bedeutendere Werke schrieb. Dabei entwickelte Brecht aus seiner Wahrnehmung des Ersten Weltkrieges heraus und des Elends, das dieser mit sich brachte, ein Verständnis der Revolution als Fortsetzung des Krieges und des Leides – nun allerdings unter anderer ideologischer, das heißt roter Flagge. Direkt nachweisbar ist das erstmals in Zusammenhang mit der Räterevolutionen 1919 in Deutschland und Bayern, deren Auswirkungen Brecht in Augsburg vor ungefähr hundert Jahren unmittelbar mitbekam. Man kann sagen, dass dies zu Schlüsselerfahrungen Brechts wurden, die seine letztliche Immunität dem Kommunismus, der Revolution gegenüber, bestimmen sollte, bis hin zu seiner Zeit in der DDR, bis zu seinem Tod – trotz anderer Lippenbekenntnisse. Konstanten seines Werkes erweisen dies, wie nun im Folgenden exemplarisch verdeutlicht werden wird.
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