아우슈비츠의 기억과 재현의 문제 - 생존자들의 증언을 중심으로
Aporien der Repräsentation beim Beschreiben der Auschwitz-Erinnerungen - in besonderen Bezug auf die Zeugnisse der Überlebenden
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초록
Das Beschreiben der Auschwitz-Erinnerungen stößt immer auf die Schwierigkeit, das Undarstellbare darstellen zu müssen. Die meisten Über- lebenden leiden an den grausamen Erlebnissen der Lagerzeit und versuchen vergeblich, sich von dem Trauma loszureißen. Auch die Zeugnisse der wenigen Überlebenden werden durch die besonderen Überlebensbedingungen jedes einzelnen verschiedentlich nuanciert, wodurch die Vermutung naheliegt, dass die Darstellung von Auschwitz keine Wiedergabe, sondern nur Konstruktion sei. Laut Agamben lassen sich Aporien von Auschwitz der Aporie historischer Erkenntnis selbst zuordnen: Nicht-Koinzidenz von Fakten und Wahrheit, von Konstatieren und Verstehen. Die Muselmänner, die auch ‘wandelnde Leichnahme’ oder ‘lebendige Tote’ genannt wurden, gehören zu den extremen Grenzfällen, deren Zustand weder von ihnen selbst noch von anderen bezeugt werden kann, weil sie vor dem körperlichen Tod schon dem Tode anheim- gefallen waren und ihr Nichtmenschen-Zustand dem menschlichen Augen undurchdringlich blieb. Trotzdem, oder gerade deswegen, sind die Muselmänner nach Primo Levi die eigentlichen Zeugen von Auschwitz. Bettelheim hat den pathologischen Zustand der Muselmänner mit dem kindlischen Autismus verglichen, das ist aber nur eine Analogie, die das Unvergleichbare vergleicht. Selbst denjenigen, die einmal Muselmänner waren, gelingt es nicht, ihre einstige Erfahrungen vollständig wiederzugeben. Als eine authentische Darstellbarkeit des Undarstellbaren gilt es, “eine unvordenkliche Relation zwischen dem Sagbaren und dem Unsagbaren”(Agamben) auszudrücken. Bekanntlich wurde der Massenmord funktionell und arbeitsteilig organisiert. Wegen solcher “Abstraktion der Vernichtung”(D. Diner) bleibt der Täterbereich verschlossen, und die meisten Verbrecher gaben vor, dass sie nur bürokratisch eingebundene Befehlsempfänger gewesen seien. Daraus ergibt sich die “Banalität des Bösen”(H. Arendt), vor der jede Erklärung versagt. Aber das Vernichtungssystem konnte nur um so totaler funktionieren, als das massen- hafte Verbrechen quasi ordnungsgemäß vollgezogen wurde. Das Lager war genau der Ort, wo der Ausnahmezustand zur Regel wurde. Die Mordszenen in der Gaskammer gehören auch zum toten Winkel des Berichtes, weil die unmittelbaren Vollstrecker des Mordes unter den Häftlingen ausgewählt und regelmäßig ausgetauscht wurden. Die Notizen eines unbekannten Autors, der einmal im Sonderkommando tätig war, berichten von einigen stolzen Opfern, die selbstbewußt und heldenhaft ‘die ewige Seelenkraft des Judentums’ bestätigten. Aber eine solche seltene Ausnahme läßt sich nicht mit dem sinnlosen Tode unzähliger Opfer zur Deckung bringen. Einen Bericht desselben Autors, in dem Kinder-Opfer auf ähnliche Weise beschrieben werden, kann man als eine Projektion seines Schuldgefühls deuten. Aber die Wunsch- vorstellung, die den sinnlosen Opfertod als Märtyerertod präsentiert, kann dem zionistischen Geschichtsnarrativ das Wort reden. wonach der Holocaust in der Schicksalsgeschichte der Diasphora der Juden notwendig gewesen sei. Die Überlebenden leiden an Scham- bzw. Schuldgefühlen, während die Täter dagegen immun sind. Das Zeugnis von Ruth Elias zeigt, wie tiefgreifend das Schuldgefühl der Überlebenden ist. Ihr Bekenntnis, dass sie als Versuchsperson eines SS-Arztes ihr eigenes Kind töten musste, um sich zu retten, zeugt vom unergründlichen Abgrund im Innern einer Überlebenden, vor dem jede Ethik scheitern muss. Alexander Kluges kurze Erzählung Ein Liebesversuch beschreibt eine Greuelszene im Lager scheinbar durch das Auge des Täters, der über seinen ‘Versuch’ Fragen stellt und Antworten gibt. Diese provokante Erzählweise impliziert eine radikale Kritik an der Legitimität jedes Geschichtsnarrativs von Auschwitz, das auch durch den Gesichtspunkt der Täter manipuliert und ‘geschliffen’ werden kann. Auschwitz als Zivilisationsbruch der Moderne verbietet jede rationale Darstellung und Erklärung. Alles Schreiben über und nach Auschwitz muss sich mit Adornos Diktum konfrontieren: “Wer für Erhaltung der radikal schuldigen und schäbigen Kultur plädiert, macht sich zum Helfershelfer.”
Abstract
Das Beschreiben der Auschwitz-Erinnerungen stößt immer auf die Schwierigkeit, das Undarstellbare darstellen zu müssen. Die meisten Über- lebenden leiden an den grausamen Erlebnissen der Lagerzeit und versuchen vergeblich, sich von dem Trauma loszureißen. Auch die Zeugnisse der wenigen Überlebenden werden durch die besonderen Überlebensbedingungen jedes einzelnen verschiedentlich nuanciert, wodurch die Vermutung naheliegt, dass die Darstellung von Auschwitz keine Wiedergabe, sondern nur Konstruktion sei. Laut Agamben lassen sich Aporien von Auschwitz der Aporie historischer Erkenntnis selbst zuordnen: Nicht-Koinzidenz von Fakten und Wahrheit, von Konstatieren und Verstehen. Die Muselmänner, die auch ‘wandelnde Leichnahme’ oder ‘lebendige Tote’ genannt wurden, gehören zu den extremen Grenzfällen, deren Zustand weder von ihnen selbst noch von anderen bezeugt werden kann, weil sie vor dem körperlichen Tod schon dem Tode anheim- gefallen waren und ihr Nichtmenschen-Zustand dem menschlichen Augen undurchdringlich blieb. Trotzdem, oder gerade deswegen, sind die Muselmänner nach Primo Levi die eigentlichen Zeugen von Auschwitz. Bettelheim hat den pathologischen Zustand der Muselmänner mit dem kindlischen Autismus verglichen, das ist aber nur eine Analogie, die das Unvergleichbare vergleicht. Selbst denjenigen, die einmal Muselmänner waren, gelingt es nicht, ihre einstige Erfahrungen vollständig wiederzugeben. Als eine authentische Darstellbarkeit des Undarstellbaren gilt es, “eine unvordenkliche Relation zwischen dem Sagbaren und dem Unsagbaren”(Agamben) auszudrücken. Bekanntlich wurde der Massenmord funktionell und arbeitsteilig organisiert. Wegen solcher “Abstraktion der Vernichtung”(D. Diner) bleibt der Täterbereich verschlossen, und die meisten Verbrecher gaben vor, dass sie nur bürokratisch eingebundene Befehlsempfänger gewesen seien. Daraus ergibt sich die “Banalität des Bösen”(H. Arendt), vor der jede Erklärung versagt. Aber das Vernichtungssystem konnte nur um so totaler funktionieren, als das massen- hafte Verbrechen quasi ordnungsgemäß vollgezogen wurde. Das Lager war genau der Ort, wo der Ausnahmezustand zur Regel wurde. Die Mordszenen in der Gaskammer gehören auch zum toten Winkel des Berichtes, weil die unmittelbaren Vollstrecker des Mordes unter den Häftlingen ausgewählt und regelmäßig ausgetauscht wurden. Die Notizen eines unbekannten Autors, der einmal im Sonderkommando tätig war, berichten von einigen stolzen Opfern, die selbstbewußt und heldenhaft ‘die ewige Seelenkraft des Judentums’ bestätigten. Aber eine solche seltene Ausnahme läßt sich nicht mit dem sinnlosen Tode unzähliger Opfer zur Deckung bringen. Einen Bericht desselben Autors, in dem Kinder-Opfer auf ähnliche Weise beschrieben werden, kann man als eine Projektion seines Schuldgefühls deuten. Aber die Wunsch- vorstellung, die den sinnlosen Opfertod als Märtyerertod präsentiert, kann dem zionistischen Geschichtsnarrativ das Wort reden. wonach der Holocaust in der Schicksalsgeschichte der Diasphora der Juden notwendig gewesen sei. Die Überlebenden leiden an Scham- bzw. Schuldgefühlen, während die Täter dagegen immun sind. Das Zeugnis von Ruth Elias zeigt, wie tiefgreifend das Schuldgefühl der Überlebenden ist. Ihr Bekenntnis, dass sie als Versuchsperson eines SS-Arztes ihr eigenes Kind töten musste, um sich zu retten, zeugt vom unergründlichen Abgrund im Innern einer Überlebenden, vor dem jede Ethik scheitern muss. Alexander Kluges kurze Erzählung Ein Liebesversuch beschreibt eine Greuelszene im Lager scheinbar durch das Auge des Täters, der über seinen ‘Versuch’ Fragen stellt und Antworten gibt. Diese provokante Erzählweise impliziert eine radikale Kritik an der Legitimität jedes Geschichtsnarrativs von Auschwitz, das auch durch den Gesichtspunkt der Täter manipuliert und ‘geschliffen’ werden kann. Auschwitz als Zivilisationsbruch der Moderne verbietet jede rationale Darstellung und Erklärung. Alles Schreiben über und nach Auschwitz muss sich mit Adornos Diktum konfrontieren: “Wer für Erhaltung der radikal schuldigen und schäbigen Kultur plädiert, macht sich zum Helfershelfer.”
참고문헌 (17)
- 구승회, "나치즘의 역사화" (1992), 온누리
- 프리모 레비, "이것이 인간인가" (2007), 돌베개
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- Agamben, Giorgio, "Homo Sacer, Frankrfurt a. M", ~ (2002)
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- Friedlander, Saul, "Probing the Limits of Representation. Nazism and the “Final Solution”" (1992), Harvard Uni. Press
- Kluge, Alexander, "Lebensl?fe", ~ (1986)
- Schulte, Christian, "Alexander Kluge: Ein Liebesversuch: Klassische deutsche Kurzgeschichten", 247~258 (2004)
- 86, "Ein Liebesversuch oder Zeigen, was das Auge nicht sieht… Der ‘kalte’ Blick in Alexander Kluges Prosa : Text und Kritik, Nr. 85", pp.1985, Schutz, Erhard
- White, Hayden, "The Content of the Form. Narrative Discourse and Historical Representation" (1987), Johns Hopkins Uni. Press
- Young, James E., "Beschreiben des Holocaust. Darstellung und Folgen der Interpretation", ~ (2000)
