역사와 허구 - 프리모 레비와 헤르타 뮐러의 수용소 텍스트에 나타난 두려움의 그림과 영혼의 풍경들
Geschichte und Fiktion Schreckenbilder und Seelenlandschaften in Primo Levis und Herta Müllers Lagertexten
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초록
In dieser Arbeit geht es um zwei Lager-Texte: zum einen über ein Arbeitslager im Rahmen des Vernichtungslagers Auschwitz, zum anderen über ein sowjetisches Arbeitslager, einem Gulag. Als Mitglied einer Partisanengruppe wurde Primo Levi, der als Jude in Italien geboren wurde, 1943 von der faschistischen Miliz festgenommen und nach Auschwitz deportiert. Nach der Befreiung des Lagers hat er als Überlebender und Zeuge des Holocaust mit atemberaubender Sachlichkeit und Menschlichkeit seine Erfahrungen aufgeschrieben. Mit immenser poetischer Kraft versucht Herta Müller von der Deportation der Rumäniendeutschen in sowjetische Arbeitslager nach 1945 zu erzählen und die Verfolgung der deutschen Minderheiten in Rumänien unter Stalin sowie das damit verbundene konkre Elend in Sprache zu fassen. Detailliert beschreibt sie das Grauenhafte und Groteske, die Kälte und den allgegenwärtigen Hunger, die Schinderei der verschleppten Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben, die in der sowjetischen Steppe zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Auch Müllers Mutter gehörte zu ihnen. Im Gegensatz zu Levi war Müller nicht selbst in einem der Lager; sie stützt sich vor allem auf die Erinnerungen des Lyrikers Oskar Pastior, der selbst fünf Jahre in einem derartigen Lager verbrachte. Alle Rumäniendeutschen zwischen 17 und 45 Jahren - Pastior selbst stammte bekanntlich von Siebenbürger Sachsen ab - mussten für die Verbrechen der Nationalsozialisten büßen und beim Wiederaufbau der Sowjetunion helfen. Die grundsätzlichen Unterschiede beider Texte lassen sich wie folgt benennen: ① durch den Schauplatz des Geschehens - einmal das Arbeitslager als Teil des Vernichtungslagers Auschwitz, das andere Mal das Arbeitslager in der Sowjetunion, ② im Vergleich zu den meisten Werken erscheinen die Deutschen in Atemschaukel nicht mehr als Täter, sondern Opfer, also die Deutsche in Atemschaukel als Opfer und als Täter in Ist das ein Mensch? ③ Levis Text Ist das ein Mensch? basiert auf seine realen Erlebnisse – es handelt sich also um einen autobiographischen Bericht, eine Nonfiktion, wohingegen Atemschaukel ein auf Gesprächen mit Deportierten aus ihrem Dorf und insbesondere mit dem 2006 verstorbenen Oskar Pastior basierender Roman ist. Dennoch handelt es bei beiden Texten definitiv nicht um historische Romane. Die besondere Bedeutung beider Texte liegt - von der Genre Frage abgesehen - in der Intention beider Autoren, die m. E. darauf zielt, dass sich die traurige, vor allem jedoch grausame und unmenschliche Geschichte nie wiederholen soll. Das bedeutet, beide thematisieren und reflektieren komplexe Fragen der menschlichen Würde unter Umständen, indem allein das nackte Leben (Überleben) und die Entmenschlichung im Lager dominieren. Sie graben nicht nur in der Vergangenheit, um sie bloß zu zeigen oder Anschuldigungen vorzubringen, sondern versuchen vielmehr inmitten der Erniedrigung aller die Würde des einzelnen zu finden. Wir sollten das als Herausforderung beider Texte verstehen.
Abstract
In dieser Arbeit geht es um zwei Lager-Texte: zum einen über ein Arbeitslager im Rahmen des Vernichtungslagers Auschwitz, zum anderen über ein sowjetisches Arbeitslager, einem Gulag. Als Mitglied einer Partisanengruppe wurde Primo Levi, der als Jude in Italien geboren wurde, 1943 von der faschistischen Miliz festgenommen und nach Auschwitz deportiert. Nach der Befreiung des Lagers hat er als Überlebender und Zeuge des Holocaust mit atemberaubender Sachlichkeit und Menschlichkeit seine Erfahrungen aufgeschrieben. Mit immenser poetischer Kraft versucht Herta Müller von der Deportation der Rumäniendeutschen in sowjetische Arbeitslager nach 1945 zu erzählen und die Verfolgung der deutschen Minderheiten in Rumänien unter Stalin sowie das damit verbundene konkre Elend in Sprache zu fassen. Detailliert beschreibt sie das Grauenhafte und Groteske, die Kälte und den allgegenwärtigen Hunger, die Schinderei der verschleppten Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben, die in der sowjetischen Steppe zur Zwangsarbeit gezwungen wurden. Auch Müllers Mutter gehörte zu ihnen. Im Gegensatz zu Levi war Müller nicht selbst in einem der Lager; sie stützt sich vor allem auf die Erinnerungen des Lyrikers Oskar Pastior, der selbst fünf Jahre in einem derartigen Lager verbrachte. Alle Rumäniendeutschen zwischen 17 und 45 Jahren - Pastior selbst stammte bekanntlich von Siebenbürger Sachsen ab - mussten für die Verbrechen der Nationalsozialisten büßen und beim Wiederaufbau der Sowjetunion helfen. Die grundsätzlichen Unterschiede beider Texte lassen sich wie folgt benennen: ① durch den Schauplatz des Geschehens - einmal das Arbeitslager als Teil des Vernichtungslagers Auschwitz, das andere Mal das Arbeitslager in der Sowjetunion, ② im Vergleich zu den meisten Werken erscheinen die Deutschen in Atemschaukel nicht mehr als Täter, sondern Opfer, also die Deutsche in Atemschaukel als Opfer und als Täter in Ist das ein Mensch? ③ Levis Text Ist das ein Mensch? basiert auf seine realen Erlebnisse – es handelt sich also um einen autobiographischen Bericht, eine Nonfiktion, wohingegen Atemschaukel ein auf Gesprächen mit Deportierten aus ihrem Dorf und insbesondere mit dem 2006 verstorbenen Oskar Pastior basierender Roman ist. Dennoch handelt es bei beiden Texten definitiv nicht um historische Romane. Die besondere Bedeutung beider Texte liegt - von der Genre Frage abgesehen - in der Intention beider Autoren, die m. E. darauf zielt, dass sich die traurige, vor allem jedoch grausame und unmenschliche Geschichte nie wiederholen soll. Das bedeutet, beide thematisieren und reflektieren komplexe Fragen der menschlichen Würde unter Umständen, indem allein das nackte Leben (Überleben) und die Entmenschlichung im Lager dominieren. Sie graben nicht nur in der Vergangenheit, um sie bloß zu zeigen oder Anschuldigungen vorzubringen, sondern versuchen vielmehr inmitten der Erniedrigung aller die Würde des einzelnen zu finden. Wir sollten das als Herausforderung beider Texte verstehen.
참고문헌 (28)
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