폭력과 예술의 관계에 대한 미학적 사유
Ästhetische Überlegung zum Verhältnis von Gewalt und Kunst
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초록
Das Verhältnis von Gewalt und Kunst geht mit dem gemeinschaftlich- gesellschaftlichen Leben von Menschen einher. Die im menschlichen Leben je nach Epoche und Situation sehr unterschiedlich ausgeübte Gewalt ist von alters her in der Kunst verschiedenartig verbildlicht worden, wobei sie von den Künstlern fiktiv und willkürlich dargestellt wird. Dieser Aufsatz setzt sich zum Ziel, solche Methoden der Gewaltdarstellung in der Kunst zu analysieren. Dafür sind einige Szenen aus verschiedenen Gattungen herauszunehmen: die erschreckende Schlussszene aus H. v. Kleists Erzählung Erdbeben in Chili, die Anfangsszene des Kindermordes und die menschenfressende Schlussszene aus P. Süskinds Roman Das Parfüm, die Darstellungsszene des Titanen-Mythos aus Goethes Drama Iphigenie auf Tauris, die Duellszene aus Ch. Baudelaires Prosagedicht Spleen von Paris, sowie zwei Gemälde von F. de Goya und E. Delacroix. Alle anschaulich-metaphorischen Verbildlichungsweisen der Gewalt sind zwar von Gattung zu Gattung bzw. von Art zu Art unterschiedlich, aber es gibt dabei eine Gemeinsamkeit: ästhetische Phänomene, die einerseits Schrecken und Entsetzen erwecken, andererseits von Komik und Übertreibung begleitet sind, können unter der Kategorie “Ästhetik des Häßlichen” subsumiert werden, die von F. Schlegel und K. Rosenkranz vorgeschlagen und vertieft wurde. In Bezug auf das Verhältnis von Gewalt und Kunst muss man zwischen Kunst der Gewalt und Gewalt der Kunst unterscheiden. Das erstere bezieht sich auf die Verbildlichung der real existierenden oder imaginierten fiktiven Gewalt, das letztere auf die kunstimmanente, kunstgeschichtliche Entwicklung, wobei die neue Form als ästhetische Innovation eine Art von Gewalt gegen alte Form ausüben sollte. Avantgardistische Anti-Kunst wirkt z.B. als Indiz für solche destruktive Gewalt gegen die alte normative Kunst. Inhaltliche Aspekte der in der Kunst verbildlichten Gewalt werden zwar meistens moralisch und ideologisch beurteilt, aber bei einer ästhetischen Betrachtung können interessante künstlerische Phänomene der Gewaltdarstellung als innovative Ausdrucksformen interpretiert werden. Zusammenfassend ist klarzustellen, dass gewalttätige Verbildlichungen und Formen in der Kunst weniger (un-)bewußte Nachahmung fördern als vielmehr mit dem “Gefühl des Standhaltens”(Adorno) verbunden sind. Ein solches ästhetisches Phänomen nennt Adorno das Kunsterhabene, dessen Eigenschaft auf einer “negativen Ästhetik” beruhen soll, und das zugleich als ein Charakteristikum der modernen Literatur von Baudelaire, Kafka und Beckett bezeichnet werden kann.
Abstract
Das Verhältnis von Gewalt und Kunst geht mit dem gemeinschaftlich- gesellschaftlichen Leben von Menschen einher. Die im menschlichen Leben je nach Epoche und Situation sehr unterschiedlich ausgeübte Gewalt ist von alters her in der Kunst verschiedenartig verbildlicht worden, wobei sie von den Künstlern fiktiv und willkürlich dargestellt wird. Dieser Aufsatz setzt sich zum Ziel, solche Methoden der Gewaltdarstellung in der Kunst zu analysieren. Dafür sind einige Szenen aus verschiedenen Gattungen herauszunehmen: die erschreckende Schlussszene aus H. v. Kleists Erzählung Erdbeben in Chili, die Anfangsszene des Kindermordes und die menschenfressende Schlussszene aus P. Süskinds Roman Das Parfüm, die Darstellungsszene des Titanen-Mythos aus Goethes Drama Iphigenie auf Tauris, die Duellszene aus Ch. Baudelaires Prosagedicht Spleen von Paris, sowie zwei Gemälde von F. de Goya und E. Delacroix. Alle anschaulich-metaphorischen Verbildlichungsweisen der Gewalt sind zwar von Gattung zu Gattung bzw. von Art zu Art unterschiedlich, aber es gibt dabei eine Gemeinsamkeit: ästhetische Phänomene, die einerseits Schrecken und Entsetzen erwecken, andererseits von Komik und Übertreibung begleitet sind, können unter der Kategorie “Ästhetik des Häßlichen” subsumiert werden, die von F. Schlegel und K. Rosenkranz vorgeschlagen und vertieft wurde. In Bezug auf das Verhältnis von Gewalt und Kunst muss man zwischen Kunst der Gewalt und Gewalt der Kunst unterscheiden. Das erstere bezieht sich auf die Verbildlichung der real existierenden oder imaginierten fiktiven Gewalt, das letztere auf die kunstimmanente, kunstgeschichtliche Entwicklung, wobei die neue Form als ästhetische Innovation eine Art von Gewalt gegen alte Form ausüben sollte. Avantgardistische Anti-Kunst wirkt z.B. als Indiz für solche destruktive Gewalt gegen die alte normative Kunst. Inhaltliche Aspekte der in der Kunst verbildlichten Gewalt werden zwar meistens moralisch und ideologisch beurteilt, aber bei einer ästhetischen Betrachtung können interessante künstlerische Phänomene der Gewaltdarstellung als innovative Ausdrucksformen interpretiert werden. Zusammenfassend ist klarzustellen, dass gewalttätige Verbildlichungen und Formen in der Kunst weniger (un-)bewußte Nachahmung fördern als vielmehr mit dem “Gefühl des Standhaltens”(Adorno) verbunden sind. Ein solches ästhetisches Phänomen nennt Adorno das Kunsterhabene, dessen Eigenschaft auf einer “negativen Ästhetik” beruhen soll, und das zugleich als ein Charakteristikum der modernen Literatur von Baudelaire, Kafka und Beckett bezeichnet werden kann.
참고문헌 (16)
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- Jauß, Hans Robert, "Die nicht mehr schönen Künste", Poetik und Hermeneutik, 3 (1968)
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- Rosenkranz, Karl, "Ästhetik des Häßlichen" (2007), Ditzingen
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- Schlegel, Friedrich, "Über das Studium der griechischen Poesie", hrsg. v. E. Behler u.a., 1 (1958)
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- Welsch, Wolfgang, "Adornos Ästhetik. eine implizite Ästhetik des Erhabenen in : Ästhetisches Denken" (1990), Stuttgart
