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역사라는 이름의 ‘게임’ - 크리스토프 하인의 『나폴레옹 놀이』

Geschichte als ‘Spiel’ - Christoph Heins 'Das Napoleon-Spiel'

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주제분류독일어와문학

초록

In Christoph Heins Roman Das Napoleon-Spiel (1993) wird diejenige Mentalität problematisiert, die zynisch behauptet, dass das Projekt der Moderne mit dem Zusammenbruch der DDR und der sozialistischen Länder in die Sackgasse geraten sei und die kapitalistische Moderne als das ‘Endstadium der Geschichte’(F. Fukujama) postuliert. Der Romanheld Wörle inszeniert in seinem ‘Napoleon-Spiel’ eine negative Rolle, die solch eine zynische Vernunft ins Unendliche treibt. Wörle vergleicht seine ‘unerläßliche Tötung’, die keine Motivation hat und deshalb Immunität beansprucht, mit Napoleons Moskau-Invasion, bei der vierhunderttausend Soldaten sinnlos geopfert worden seien. Damit werden die Metaerzählungen der Geschichte travestiert. Auch Wörles Erinnerungen aus der Kriegszeit und der DDR-Vergangenheit dienen nur der Travestie der Geschichte. Wörles Plädoyer für sein Spiel, dass der Mensch ganz Mensch sei, nur wo er spielt, ist auch eine pervertierte Verspottung des Freiheitsideals, das sich Schiller in seinen ästhethischen Briefen unter dem Begriff des Spiels vorstellte. Wörle ist derart in Allmachtphantasien verfangen, dass er sich anmaßt, alle geschichtlichen Ereignisse ins reine Spiel um nichts umsetzen zu können. Wörles wahnsinnige Besessenheit entlarvt sich als ein typisches Symptom der Schizophrenie, da sein Begehren zwischen überhitzter Erregtheit und dem ‘katatonischen Stupor’ oszilliert, was Deleuze ‘die beiden Pole der Schizophrenie’ nennt. Wörles halluzinatives Murmeln ist auch ein pathologisches Symptom des ‘paranoischen Deliriums’(Deleuze). Die Pathogenese von Wörles Schizophrenie lässt sich aus einer fetischistischen Fixierung erklären, da seine Begehrensobjekte insgesamt austauschbar im Marxschen Sinne sind. Im Gegensatz zu seinen Wahnvorstellungen der Vogelfreiheit funktionieren Wörles Spielorgane ausschließlich als automatische Zubehöre der Maschinerie der Schizophrenie. Anhand des Anti-Helden Wörle analysiert der Autor einerseits die Pathogenese des schizophrenen Begehrens, das die kapitalistische Konsumgesellschaft (re)produziert, und kritisiert andererseits die zynische Vernunft, die an solche Begehrensorgane gekoppelt ist.

Abstract

In Christoph Heins Roman Das Napoleon-Spiel (1993) wird diejenige Mentalität problematisiert, die zynisch behauptet, dass das Projekt der Moderne mit dem Zusammenbruch der DDR und der sozialistischen Länder in die Sackgasse geraten sei und die kapitalistische Moderne als das ‘Endstadium der Geschichte’(F. Fukujama) postuliert. Der Romanheld Wörle inszeniert in seinem ‘Napoleon-Spiel’ eine negative Rolle, die solch eine zynische Vernunft ins Unendliche treibt. Wörle vergleicht seine ‘unerläßliche Tötung’, die keine Motivation hat und deshalb Immunität beansprucht, mit Napoleons Moskau-Invasion, bei der vierhunderttausend Soldaten sinnlos geopfert worden seien. Damit werden die Metaerzählungen der Geschichte travestiert. Auch Wörles Erinnerungen aus der Kriegszeit und der DDR-Vergangenheit dienen nur der Travestie der Geschichte. Wörles Plädoyer für sein Spiel, dass der Mensch ganz Mensch sei, nur wo er spielt, ist auch eine pervertierte Verspottung des Freiheitsideals, das sich Schiller in seinen ästhethischen Briefen unter dem Begriff des Spiels vorstellte. Wörle ist derart in Allmachtphantasien verfangen, dass er sich anmaßt, alle geschichtlichen Ereignisse ins reine Spiel um nichts umsetzen zu können. Wörles wahnsinnige Besessenheit entlarvt sich als ein typisches Symptom der Schizophrenie, da sein Begehren zwischen überhitzter Erregtheit und dem ‘katatonischen Stupor’ oszilliert, was Deleuze ‘die beiden Pole der Schizophrenie’ nennt. Wörles halluzinatives Murmeln ist auch ein pathologisches Symptom des ‘paranoischen Deliriums’(Deleuze). Die Pathogenese von Wörles Schizophrenie lässt sich aus einer fetischistischen Fixierung erklären, da seine Begehrensobjekte insgesamt austauschbar im Marxschen Sinne sind. Im Gegensatz zu seinen Wahnvorstellungen der Vogelfreiheit funktionieren Wörles Spielorgane ausschließlich als automatische Zubehöre der Maschinerie der Schizophrenie. Anhand des Anti-Helden Wörle analysiert der Autor einerseits die Pathogenese des schizophrenen Begehrens, das die kapitalistische Konsumgesellschaft (re)produziert, und kritisiert andererseits die zynische Vernunft, die an solche Begehrensorgane gekoppelt ist.

참고문헌 (14)

  1. Hein, Christoph, "Das Napoleon-Spiel" (1993), Berlin
  2. 라이너 로테르문트, "모든 종말은 시작이다" (1999), 문예출판사
  3. Benjamin, Walter, "Das Passagen-Werk in : Gesammelte Schriften, Bd. V.1" (1991), Frankfurt a. M.
  4. Böhmel Fichera, "Ulrike: Der Sieger: Christoph Heins Napoleon-Spiel", pp.130~136 (1995), Literatur für Leser
  5. Böttinger, Hemut, "Das Amoralische hat Hochkonjunktur", Frankfurter Rundschau, 3 (1993)
  6. Deleuze, Gille, "Schizophrenie und Gesellschaft" (2005), Frankfurt a. M.
  7. Fukujama, Francis, "Das Ende der Geschichte" (1992), München
  8. Jackman, Graham, "“Nur wo er spielt, ganz Mensch”?: Christoph Hein’s Das Napoleon- Spiel", The German quarterly, 72(1), pp.17~32 (1999)
  9. Kleist, Heinrich von, "Über das Marionettentheater in : Sämtliche Werke und Briefe, Bd. 2", pp.338~345 (1984), München
  10. Krauss, Hannes, "Steigender Einsatz", Freitag, 9 (1993)
  11. Marx, Karl, "Das Kapital" (1987), Frankfurt a. M.
  12. Rietzel, Thomas, "Doch die Verhältnisse, sie sind nicht so", Literatur Spectrum, 10 (1993)
  13. "Schiller, Friedrich: Über die ästhetische Erziehung des Menschen in einer Reihe von Briefen, in: Schiller: Sämtliche Werke, hg. v. G. Fricke u. H. Göpfert, Bd. 5, München 91993, S. 570-660", ~
  14. White, Hayden, "Der historische Text als literarisches Kunstwerk in : Geschichte schreiben in der Postmoderne", pp.123~160 (1994), Stuttgart

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