뷔히너와 롤랑의 프랑스 혁명극 비교 연구
Georg Büchners Dantons Tod und Romain Rollands Danton: Ein Vergleich
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초록
Das Revolutionsdrama Dantons Tod gehört, von der Literaturepoche her gesehen, zum bürgerlichen Realismus des 19. Jahrhunderts und ein anderes Danton Stück von einem französischen Schriftsteller, Romain Rollands Danton, gerade zur Jahrhundert- wende. Trotz der zeitlich mehr als zwei Generationen entfernten Distanz teilen die beiden Dramen ein Gemeinsames sowie ein Heterogenes miteinander. Während die Frauenfiguren bei Rolland historisch treue sind, sind die zentralen Frauenfiguren in Dantons Tod keine historisch treuen, sie sind eher fiktionale Konstrukte oder Umdeutungen historischer Personen. In Rollands Danton erscheinen Madame Duplay und ihre Tochter Eleonore als Robespierres private Umgebung. Bei beiden Dramen etablieren Frauenfiguren wie Julie, Lucile oder die Duplays eine Ebene des Privaten im Drama. In Büchners Dantons Tod behauptet sich das Volk als dritter Protagonist des Dramas. Die Funktionsrolle des Volkes bzw. der Masse wird aber im Revolutions- drama Romain Rollands noch verstärkt. Als Schriftsteller zahlreicher Biographien großer Persönlichkeiten liegt sein Schwerpunkt wohl auf der historisch- und biographietreuen Schilderung einer Figur wie in seinem Danton. Die beiden Dramen zeigen sich auch in der Metaphorik stark kontrastiv. Während sich der zeitliche Engpass der Dantonisten im letzten Akt des Dramas Dantons Tod metaphorisch im Sarg verwandelt, bleibt der letzte Akt des Dramas Danton ohne Tempo im Revolutionstribunal stehen. Unter dem Einfluss der Dreyfusaffäre schreibt Rolland den Dramenzyklus Théâtre de la Révolution nieder und geht in seinem Danton davon aus, dass die Problematik der Gerechtigkeit und Vaterlandsliebe thematisiert wird. Büchner versucht aber in seinem Drama Dantons Tod "statt Charakteristiken Charaktere und statt Beschreibungen Gestalten" zu schaffen, und damit das "Leben, Möglichkeit des Daseins" zu verwirklichen wie er beim Kunstgespräch in seinem Lenz bereits geschildert hat.
Abstract
Das Revolutionsdrama Dantons Tod gehört, von der Literaturepoche her gesehen, zum bürgerlichen Realismus des 19. Jahrhunderts und ein anderes Danton Stück von einem französischen Schriftsteller, Romain Rollands Danton, gerade zur Jahrhundert- wende. Trotz der zeitlich mehr als zwei Generationen entfernten Distanz teilen die beiden Dramen ein Gemeinsames sowie ein Heterogenes miteinander. Während die Frauenfiguren bei Rolland historisch treue sind, sind die zentralen Frauenfiguren in Dantons Tod keine historisch treuen, sie sind eher fiktionale Konstrukte oder Umdeutungen historischer Personen. In Rollands Danton erscheinen Madame Duplay und ihre Tochter Eleonore als Robespierres private Umgebung. Bei beiden Dramen etablieren Frauenfiguren wie Julie, Lucile oder die Duplays eine Ebene des Privaten im Drama. In Büchners Dantons Tod behauptet sich das Volk als dritter Protagonist des Dramas. Die Funktionsrolle des Volkes bzw. der Masse wird aber im Revolutions- drama Romain Rollands noch verstärkt. Als Schriftsteller zahlreicher Biographien großer Persönlichkeiten liegt sein Schwerpunkt wohl auf der historisch- und biographietreuen Schilderung einer Figur wie in seinem Danton. Die beiden Dramen zeigen sich auch in der Metaphorik stark kontrastiv. Während sich der zeitliche Engpass der Dantonisten im letzten Akt des Dramas Dantons Tod metaphorisch im Sarg verwandelt, bleibt der letzte Akt des Dramas Danton ohne Tempo im Revolutionstribunal stehen. Unter dem Einfluss der Dreyfusaffäre schreibt Rolland den Dramenzyklus Théâtre de la Révolution nieder und geht in seinem Danton davon aus, dass die Problematik der Gerechtigkeit und Vaterlandsliebe thematisiert wird. Büchner versucht aber in seinem Drama Dantons Tod "statt Charakteristiken Charaktere und statt Beschreibungen Gestalten" zu schaffen, und damit das "Leben, Möglichkeit des Daseins" zu verwirklichen wie er beim Kunstgespräch in seinem Lenz bereits geschildert hat.
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