미하엘 탈하이머의 연출미학- <무죄> 공연에 나타난 시선과 공간성에 주목하여
Michael Thalheimers Regieästhetik - im Hinblick auf Blick und Räumlichkeit bei der Unschuld-Inszenierung -
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초록
In dieser Arbeit liegt mein Anliegen darin, Michael Thalheimers Inszenierung Unschuld im Hinblick auf seine Regieästhetik, vor allem die Elemente wie Blick und Räumlichkeit, näher zu betrachten und zu analysieren. Der Text dieser Inszenierung ist ein Drama Dea Lohers, das 2003 veröffentlicht wurde. Gegenstand der Untersuchung ist die Version, die von Thalheimer am 29. 9. 2011 im Deutschen Theater Berlins auf die Bühne gebracht wurde. Auch diese Version ist aus der Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Olaf Altmann entstanden, der ein minimalistisches Bühnenbild bevorzugt und zeigt. Michael Thalheimer setzt sich bei dieser Inszenierung wiederum mit dem Schmerz unglücklicher Menschen auseinander, die unter unvermeidlichen Katastrophen leiden. Dea Loher betrachtet diese Katastrophen mit Trauer und einem leidvollen Blick. Thalheimer bringt ihren Text in einem Bühnenbild in Verbindung, das wie eine Skulptur wirkt, und führt das Tragische der Figuren damit ins Extrem. Die Figuren finden keinen Ausweg und haben keine Aussicht auf Verbesserung. Daher bleiben sie oft fast bewegungslos am Rande oder auf dem unteren Teil des Kegels stehen, der sich gleichmäßig nach Mechanismen dreht. Ansonsten gehen sie mühsam und schwerfällig auf dem Kegel auf und ab. Jeder Schritt ist ein Kampf. Der Kegel erinnert sehr an einen Sandhügel, eine Bergspitze oder ein Grab. Er dreht sich nicht, wenn an der natürlichen Zeitentwicklung gezweifelt wird. Die Figuren bleiben wie ausgestellte Puppen am Rande des Kegels stehen und stellen die Frage nach Schuld und Sühne. Sie schauen einander kaum an, sondern starren ins Publikum oder in die Luft. Die fast leere Bühne wird nur mit den Worten der Figuren, der Körper- und Bewegungssprache der Schauspieler, durch die es zur Schaffung eines semiotischen Raumes kommt, mit der Spannung erzeugenden Musik, dem angemessenen Gebrauch des medialen und des pragmatischen Raumes sowie den Blicken der Zuschauer erfüllt. Die Wechselwirkung von Entleerung und Erfüllung spielt also eine entscheidende Rolle bei dieser Inszenierung, deren minimalistisches Bühnenbild mit der Panoptikum-Dramaturgie Lohers die Einbildungskraft der Zuschauer anregt und ihre Reflexion provoziert.
Abstract
In dieser Arbeit liegt mein Anliegen darin, Michael Thalheimers Inszenierung Unschuld im Hinblick auf seine Regieästhetik, vor allem die Elemente wie Blick und Räumlichkeit, näher zu betrachten und zu analysieren. Der Text dieser Inszenierung ist ein Drama Dea Lohers, das 2003 veröffentlicht wurde. Gegenstand der Untersuchung ist die Version, die von Thalheimer am 29. 9. 2011 im Deutschen Theater Berlins auf die Bühne gebracht wurde. Auch diese Version ist aus der Zusammenarbeit mit dem Bühnenbildner Olaf Altmann entstanden, der ein minimalistisches Bühnenbild bevorzugt und zeigt. Michael Thalheimer setzt sich bei dieser Inszenierung wiederum mit dem Schmerz unglücklicher Menschen auseinander, die unter unvermeidlichen Katastrophen leiden. Dea Loher betrachtet diese Katastrophen mit Trauer und einem leidvollen Blick. Thalheimer bringt ihren Text in einem Bühnenbild in Verbindung, das wie eine Skulptur wirkt, und führt das Tragische der Figuren damit ins Extrem. Die Figuren finden keinen Ausweg und haben keine Aussicht auf Verbesserung. Daher bleiben sie oft fast bewegungslos am Rande oder auf dem unteren Teil des Kegels stehen, der sich gleichmäßig nach Mechanismen dreht. Ansonsten gehen sie mühsam und schwerfällig auf dem Kegel auf und ab. Jeder Schritt ist ein Kampf. Der Kegel erinnert sehr an einen Sandhügel, eine Bergspitze oder ein Grab. Er dreht sich nicht, wenn an der natürlichen Zeitentwicklung gezweifelt wird. Die Figuren bleiben wie ausgestellte Puppen am Rande des Kegels stehen und stellen die Frage nach Schuld und Sühne. Sie schauen einander kaum an, sondern starren ins Publikum oder in die Luft. Die fast leere Bühne wird nur mit den Worten der Figuren, der Körper- und Bewegungssprache der Schauspieler, durch die es zur Schaffung eines semiotischen Raumes kommt, mit der Spannung erzeugenden Musik, dem angemessenen Gebrauch des medialen und des pragmatischen Raumes sowie den Blicken der Zuschauer erfüllt. Die Wechselwirkung von Entleerung und Erfüllung spielt also eine entscheidende Rolle bei dieser Inszenierung, deren minimalistisches Bühnenbild mit der Panoptikum-Dramaturgie Lohers die Einbildungskraft der Zuschauer anregt und ihre Reflexion provoziert.
참고문헌 (20)
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- "Interview mit Michael Thalheimer"[URL]
- "Bergbewohner. Dea Loher: Unschuld"[URL]
- "Unschuld-Premiere in Berlin" (2011)[URL]
- "Theater-Tipp für Berliner: “Unschuld” von Dea Loher im Deutschen Theater" (2011)[URL]
- "Auf die Spitze getrieben. Unschuld-Michael Thalheimer inszeniert Dea Loher am Deutschen Theater" (2011)[URL]
- "Der Kegel und das schwarze Loch. Dea Lohers “Unschuld” am Deutschen Theater Berlin (Deutschlandradio Kultur)" (2011)[URL]
- "SCREEN: Dea Loher: Unschuld, Deutsches Theater Berlin (Regie: Michael Thalheimer)"[URL]
