문화현상으로서의 문학의 영화화
Literaturverfilmung als ein Kulturphänomen
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초록
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Untersuchung "Literaturverfilmung als ein Kulturphänomen". Der Schwerpunkt wird auf die Analyse der folgenden Filme gelegt: Die Nibelungen von Fritz Lang(1924), Faust von Friedrich Wilhelm Murnau(1926), Der Schimmelreiter von Curt Oertel aus dem Dritten Reich(1934); Filme mit dem Titel Der Schimmelreiter machten auch Alfred Weidenmann in der BRD(1978) und in der DDR Klaus Gendries(1984); schließlich geht es um Bolwieser von Rainer Werner Fassbinder(1977). Seit es Film gibt, werden immer wieder literarische Stoffe gesucht, be- und verarbeitet. Manche literarische Werke wurden vollständig in die Filmsprache transformiert. Der Film ist von Anbeginn mit der Literatur eng verbunden. Die Autoren und Literaturkritiker bewerteten jedoch anfangs Literaturverfilmungen sehr negativ. Sie warfen den Filmemachern einen Mangel an originellen Literaturtexten vor und lehnten ferner jede Verfilmung als Verrat und Zerstörung am Erbe der Literatur ab. Diese Kritik hat vielleicht ihren Ursprung in einem Missverständnis. Die Begriffe "Werktreue und Zerstörung" wären nur dann richtig, wenn wir Literaturverfilmung im Dienste der Literatur verstehen würden. Werktreue beim Film bedeutet demnach nicht, dass sich die Filmemacher streng an die literarische Vorlage halten müssten, dass sie diese wörtlich darzustellen hätten. Es geht hier vielmehr um eine Art der Annäherung an das literarische Werk. Wichtig ist eine interpretierende, nicht eine kopierende Verfilmung von Literatur. Was spielt für eine solche, sich auf interpretierende Weise vollziehende Literaturverfilmung eine große Rolle? Der kulturelle Kontext, die gesellschaftlichen Kennzeichen einer Epoche und die eigenen Wertungen des Filmemachers wirken auf den Film ein. Je nach dem gesellschaftlichen, politischen, und ideologischen Kontext sowie den kulturellen Einflussgrößen sind die Annäherungsmöglichkeiten an das literarische Werk unterschiedlich. Dazu gehört auch das Urteil des Regisseurs. In diesem Zusammenhang könnte Literaturverfilmung grundsätzlich als ein Kulturphänomen betrachtet werden, das - entsprechend den jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen - dem Zeitgeist nahe kommt. Der Film Die Nibelungen von Fritz Lang entstand auf einer mittelalterlichen Literaturvorlage. Das scheinbar unpolitische Filmepos von Lang fand starke Zustimmung bei den Nazis, vor allem bei Goebbels. Der Film glich sich dem nationalen bis nationalsozialistisch getönten Geist der damaligen Zeit an, dem Geist eines enthusiastischen Patriotismus nach dem verlorenen Weltkrieg. Er spiegelte das kollektive Unbewusste der Massen wider, das Bedürfnis nach einer starken Ordnungsmacht und die Sehnsucht nach einer zentralen Führerpersönlichkeit. Faust von Murnau wurde auf der Grundlage des Faust-Stoffes produziert, d.h. aus der deutschen Volkssage und aus dem Faust von Goethe. Murnau griff in Ansätzen auf die historische Faustsage des Volksbuches zurück, folgte aber in den Hauptteilen seines Films der Ausgestaltung Goethes. Er schuf hier den technisch innovativsten Film des deutschen Expressionismus. Das Sujet "Gut und Böse" wurde hier optisch durch "Licht und Schatten" umgesetzt. Der Schimmelreiter von Theodor Storm wurde in drei Filmen adaptiert. Der Schimmelreiter von Curt Oertel aus dem Dritten Reich wurde als eine Art Propagandafilm geliefert. Dagegen repräsentiert Der Schimmelreiter von Alfred Weidenmann einen spannenden Abenteuerfilm nach dem Geschmack des Bürgers in der damaligen BRD. Der Schimmelreiter von Klaus Gendries spiegelte ideologische und didaktische Aspekte des sozialistischen Realismus in der DDR wider. Bolwieser von Rainer Werner Fassbinder wurde aus der Exilliteratur von Oskar Maria Graf transformiert. Fassbinder inszenierte hier auf indirekte Weise ein tragisches Bild der deutschen Kleinbürger und die gesellschaftliche Krankheiten der BRD in den 1970er Jahren.
Abstract
Im Zentrum dieser Arbeit steht die Untersuchung "Literaturverfilmung als ein Kulturphänomen". Der Schwerpunkt wird auf die Analyse der folgenden Filme gelegt: Die Nibelungen von Fritz Lang(1924), Faust von Friedrich Wilhelm Murnau(1926), Der Schimmelreiter von Curt Oertel aus dem Dritten Reich(1934); Filme mit dem Titel Der Schimmelreiter machten auch Alfred Weidenmann in der BRD(1978) und in der DDR Klaus Gendries(1984); schließlich geht es um Bolwieser von Rainer Werner Fassbinder(1977). Seit es Film gibt, werden immer wieder literarische Stoffe gesucht, be- und verarbeitet. Manche literarische Werke wurden vollständig in die Filmsprache transformiert. Der Film ist von Anbeginn mit der Literatur eng verbunden. Die Autoren und Literaturkritiker bewerteten jedoch anfangs Literaturverfilmungen sehr negativ. Sie warfen den Filmemachern einen Mangel an originellen Literaturtexten vor und lehnten ferner jede Verfilmung als Verrat und Zerstörung am Erbe der Literatur ab. Diese Kritik hat vielleicht ihren Ursprung in einem Missverständnis. Die Begriffe "Werktreue und Zerstörung" wären nur dann richtig, wenn wir Literaturverfilmung im Dienste der Literatur verstehen würden. Werktreue beim Film bedeutet demnach nicht, dass sich die Filmemacher streng an die literarische Vorlage halten müssten, dass sie diese wörtlich darzustellen hätten. Es geht hier vielmehr um eine Art der Annäherung an das literarische Werk. Wichtig ist eine interpretierende, nicht eine kopierende Verfilmung von Literatur. Was spielt für eine solche, sich auf interpretierende Weise vollziehende Literaturverfilmung eine große Rolle? Der kulturelle Kontext, die gesellschaftlichen Kennzeichen einer Epoche und die eigenen Wertungen des Filmemachers wirken auf den Film ein. Je nach dem gesellschaftlichen, politischen, und ideologischen Kontext sowie den kulturellen Einflussgrößen sind die Annäherungsmöglichkeiten an das literarische Werk unterschiedlich. Dazu gehört auch das Urteil des Regisseurs. In diesem Zusammenhang könnte Literaturverfilmung grundsätzlich als ein Kulturphänomen betrachtet werden, das - entsprechend den jeweiligen gesellschaftlichen Bedingungen - dem Zeitgeist nahe kommt. Der Film Die Nibelungen von Fritz Lang entstand auf einer mittelalterlichen Literaturvorlage. Das scheinbar unpolitische Filmepos von Lang fand starke Zustimmung bei den Nazis, vor allem bei Goebbels. Der Film glich sich dem nationalen bis nationalsozialistisch getönten Geist der damaligen Zeit an, dem Geist eines enthusiastischen Patriotismus nach dem verlorenen Weltkrieg. Er spiegelte das kollektive Unbewusste der Massen wider, das Bedürfnis nach einer starken Ordnungsmacht und die Sehnsucht nach einer zentralen Führerpersönlichkeit. Faust von Murnau wurde auf der Grundlage des Faust-Stoffes produziert, d.h. aus der deutschen Volkssage und aus dem Faust von Goethe. Murnau griff in Ansätzen auf die historische Faustsage des Volksbuches zurück, folgte aber in den Hauptteilen seines Films der Ausgestaltung Goethes. Er schuf hier den technisch innovativsten Film des deutschen Expressionismus. Das Sujet "Gut und Böse" wurde hier optisch durch "Licht und Schatten" umgesetzt. Der Schimmelreiter von Theodor Storm wurde in drei Filmen adaptiert. Der Schimmelreiter von Curt Oertel aus dem Dritten Reich wurde als eine Art Propagandafilm geliefert. Dagegen repräsentiert Der Schimmelreiter von Alfred Weidenmann einen spannenden Abenteuerfilm nach dem Geschmack des Bürgers in der damaligen BRD. Der Schimmelreiter von Klaus Gendries spiegelte ideologische und didaktische Aspekte des sozialistischen Realismus in der DDR wider. Bolwieser von Rainer Werner Fassbinder wurde aus der Exilliteratur von Oskar Maria Graf transformiert. Fassbinder inszenierte hier auf indirekte Weise ein tragisches Bild der deutschen Kleinbürger und die gesellschaftliche Krankheiten der BRD in den 1970er Jahren.
참고문헌 (15)
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- Kreuzer, Helmut, "Veränderung des Literaturbegriffs" (1975)
- Loiperdinger, Martin, "Märtyrerlegenden im NS-Film" (1991)
- Paech, Joachim, "Methodenprobleme der Analyse verfilmter Literatur" (1983)
- Prümm, Karl, "Extreme Nähe und radikale Entfernung. Rainer Werner Fassbinders Fernsehfilm Bolwieser(1977) nach dem Roman von Oska Maria Graf(1931). In: Franz-Josef Albersmeier und Volker Roloff. Literaturverfilmung. Frankfurt am Main 1989", ~ (1977)
