Zur philosophischen Leistung des historischen Sokrates
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초록
Unabhängig von der Faktizität der historischen Figur des Sokrates in der Apologie ist jedenfalls klar, dass seinerzeit die Athener (einschließlich der Sokrates-Schüler wie Aischines, Antisthenes, Aristipp, Phaidon und Platon) vom Auftritt des Sokrates begeistert waren, dessen Gespräche mit den Jugendlichen auf Eigenständigkeit und Selbstbestimmung als philosophische Grundlagen für ein gesundes Gemeinwesen(polis) hinzielten. Und hinsichtlich des Sachverhalts, dass sich die Schüler darum bemühten, in eigener Art und Weise die Auftritte ihres gemeinsamen Lehrers der Nachwelt zu überliefern, ist es wohl unbestreitbar, dass man in den Schriften seiner Schüler das Ideal des historischen Sokrates finden kann, eine nicht vertrocknete Quelle des geistigen Gesprächs. Die Beantwortung der Frage, ob man Platons Sokrates-Darstellung für historisch nehmen darf, ist im strengen Sinne negativ. Eine absolute Sicherheit über die Historizität des Sokrates läßt sich durch Platons Dialoge leider unmöglich erreichen. Die Schwierigkeit, einen klaren Unterschied zwischen dem platonischen und dem historischen Sokrates zu machen, geht auf das Interesse Platons zurück, in seinen Schriften die Entwicklung des eigenen originellen Gedankengangs festzuhalten. Dieser Sachverhalt legt nahe die Frühdialoge nicht als "reflections of a historical Socrates", sondern eher als "prefigurations of the mature Plato" zu bestimmen.
Abstract
Unabhängig von der Faktizität der historischen Figur des Sokrates in der Apologie ist jedenfalls klar, dass seinerzeit die Athener (einschließlich der Sokrates-Schüler wie Aischines, Antisthenes, Aristipp, Phaidon und Platon) vom Auftritt des Sokrates begeistert waren, dessen Gespräche mit den Jugendlichen auf Eigenständigkeit und Selbstbestimmung als philosophische Grundlagen für ein gesundes Gemeinwesen(polis) hinzielten. Und hinsichtlich des Sachverhalts, dass sich die Schüler darum bemühten, in eigener Art und Weise die Auftritte ihres gemeinsamen Lehrers der Nachwelt zu überliefern, ist es wohl unbestreitbar, dass man in den Schriften seiner Schüler das Ideal des historischen Sokrates finden kann, eine nicht vertrocknete Quelle des geistigen Gesprächs. Die Beantwortung der Frage, ob man Platons Sokrates-Darstellung für historisch nehmen darf, ist im strengen Sinne negativ. Eine absolute Sicherheit über die Historizität des Sokrates läßt sich durch Platons Dialoge leider unmöglich erreichen. Die Schwierigkeit, einen klaren Unterschied zwischen dem platonischen und dem historischen Sokrates zu machen, geht auf das Interesse Platons zurück, in seinen Schriften die Entwicklung des eigenen originellen Gedankengangs festzuhalten. Dieser Sachverhalt legt nahe die Frühdialoge nicht als "reflections of a historical Socrates", sondern eher als "prefigurations of the mature Plato" zu bestimmen.
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