독일어 소유 3격의 발렌츠 관여성 여부에 대한 연구
Die Valenzeigenschaft des possessiven Dativs in der deutschen Sprache
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Die vorliegende Arbeit behandelt den possessiven Dativ der deutschen Sprache. Unter dem possessiven Dativ verstehe ich die Dative der folgenden Typen, die man in der Literatur auch als Pertinenzdativ bezeichnet hat: Mir schmerzt die Hand. Wir waschen ihm die Haare. Er tritt ihr auf den Fuß. In der bisherigen Forschung variiert die Beschreibung der Valenzeigenschaft des possessiven Dativs von Autor zu Autor beachtlich: Einige Autoren betrachten ihn als valenzgebundenes Glied (= Ergänzung), das vom Verb regiert wird, andere dagegen als valenzfreies Glied (= freie Angabe). Das Hauptanliegen dieser Arbeit ist es, die Valenzeigenschaft des possessiven Dativs nach einem zweidimensionalen Valenzmodell zu bestimmen. Dabei wurde zuerst auf die Frage eingegangen, warum viele Autoren in der bisherigen Forschung den possessiven Dativ als valenzgebundenes Glied angesehen haben. Es wurde gezeigt, dass sie stillschweigend eine 1:1 Beziehung zwischen der Valenz und der tatsächlichen Realisierung eines sprachlichen Elementes vorausgesetzt haben, und somit die Notwendigkeit des possessiven Dativs in der Realisierungsebene direkt auf die Valenz des Verbs zurückgeführt wurde. Durch eine solche eindimensionale Valenzkonzeption konnte man die Valenzeigenschaft des possessiven Dativs nicht korrekt erklären. In der vorliegenden Arbeit wurde nun in Anlehnung an Choi (1999) angenommen, dass man zwischen Valenzpotenz und Valenzrealisierung unterscheiden sollte. Auf der Valenzpotenzebene sollte man von valenzgebundenen Gliedern und valenzfreien Gliedern sprechen und auf der Valenzrealisierungsebene zwischen notwendigen Gliedern und optionalen Gliedern unterscheiden. Die Ebene der Valenzpotenz und die Ebene der Valenzrealisierung sind autonom. Daher darf man Valenzgebundenheit und Notwendigkeit nicht gleichsetzen. Aufgrund dieser zweidimensionalen Valenzkonzeption wurde gezeigt, dass die Notwendigkeit des possessiven Dativs in der Realisierungsebene nicht direkt auf die Valenz des Verbs zurückzuführen ist, sondern dass es die valenzunabhängigen semantischen Faktoren gibt, die die Realisierung eines sprachlichen Elementes notwendig machen: Es wurde dafür argumentiert, dass die Notwendigkeit des possessiven Dativs aus der semantischen Relation PARS-REL stammt, die zwischen dem possessiven Dativ und dem mit ihm in der Teil-vom-Ganzen-Beziehung stehenden Nomen besteht, das dabei das Merkmal [KÖRP] hat. Mithilfe dieser Analyse wurde schließlich der Versuch unternommen, die Valenzeigenschaft des possessiven Dativs systematisch zu bestimmen. Dabei zeigte sich, dass man den possessiven Dativ als valenzfreies Glied (= freie Angabe) betrachten sollte.
Abstract
Die vorliegende Arbeit behandelt den possessiven Dativ der deutschen Sprache. Unter dem possessiven Dativ verstehe ich die Dative der folgenden Typen, die man in der Literatur auch als Pertinenzdativ bezeichnet hat: Mir schmerzt die Hand. Wir waschen ihm die Haare. Er tritt ihr auf den Fuß. In der bisherigen Forschung variiert die Beschreibung der Valenzeigenschaft des possessiven Dativs von Autor zu Autor beachtlich: Einige Autoren betrachten ihn als valenzgebundenes Glied (= Ergänzung), das vom Verb regiert wird, andere dagegen als valenzfreies Glied (= freie Angabe). Das Hauptanliegen dieser Arbeit ist es, die Valenzeigenschaft des possessiven Dativs nach einem zweidimensionalen Valenzmodell zu bestimmen. Dabei wurde zuerst auf die Frage eingegangen, warum viele Autoren in der bisherigen Forschung den possessiven Dativ als valenzgebundenes Glied angesehen haben. Es wurde gezeigt, dass sie stillschweigend eine 1:1 Beziehung zwischen der Valenz und der tatsächlichen Realisierung eines sprachlichen Elementes vorausgesetzt haben, und somit die Notwendigkeit des possessiven Dativs in der Realisierungsebene direkt auf die Valenz des Verbs zurückgeführt wurde. Durch eine solche eindimensionale Valenzkonzeption konnte man die Valenzeigenschaft des possessiven Dativs nicht korrekt erklären. In der vorliegenden Arbeit wurde nun in Anlehnung an Choi (1999) angenommen, dass man zwischen Valenzpotenz und Valenzrealisierung unterscheiden sollte. Auf der Valenzpotenzebene sollte man von valenzgebundenen Gliedern und valenzfreien Gliedern sprechen und auf der Valenzrealisierungsebene zwischen notwendigen Gliedern und optionalen Gliedern unterscheiden. Die Ebene der Valenzpotenz und die Ebene der Valenzrealisierung sind autonom. Daher darf man Valenzgebundenheit und Notwendigkeit nicht gleichsetzen. Aufgrund dieser zweidimensionalen Valenzkonzeption wurde gezeigt, dass die Notwendigkeit des possessiven Dativs in der Realisierungsebene nicht direkt auf die Valenz des Verbs zurückzuführen ist, sondern dass es die valenzunabhängigen semantischen Faktoren gibt, die die Realisierung eines sprachlichen Elementes notwendig machen: Es wurde dafür argumentiert, dass die Notwendigkeit des possessiven Dativs aus der semantischen Relation PARS-REL stammt, die zwischen dem possessiven Dativ und dem mit ihm in der Teil-vom-Ganzen-Beziehung stehenden Nomen besteht, das dabei das Merkmal [KÖRP] hat. Mithilfe dieser Analyse wurde schließlich der Versuch unternommen, die Valenzeigenschaft des possessiven Dativs systematisch zu bestimmen. Dabei zeigte sich, dass man den possessiven Dativ als valenzfreies Glied (= freie Angabe) betrachten sollte.
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