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레싱의 <미스 사라 샘슨>에 나타난 18세기 독일 시민가정의 이상과 현실

The ideals and realities of 18th-century German civilian families in Lessing's Miss Sarah Samson

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주제분류독일어와문학

초록

레싱의 첫 비극작품 <미스 사라 샘슨>(1755)은 독일 ‘시민비극’의 새로운 장르를 정립한 드라마이자, ‘감상주의’ 문학의 탁월한 기록으로 간주되어 왔다. 역사적으로 보면이 작품은 18세기 독일에서 새로운 사회계층으로 부상한 시민계층과 불가분의 관계에있다. 이 논문은 이 드라마에서 특히 당대 시민가정이라는 사적 영역에서 실험된 부모- 자녀의 새로운 관계, 사랑 및 결혼과 관련한 구상, 성 모럴 등이 현실과 어떻게 충돌하는지 분석하면서 당대 시민계층의 이상과 현실을 조명하고자 했다. 사랑에 기초한 결혼(‘애정 결혼’)은 18세기 독일 시민가정의 중요한 화두였음에도 불구하고 갈등 잠재력이 큰 구상으로 드러난다. 사라는 사랑과 시민적 덕성 사이에서 갈등에빠진 주인공으로서 결정적인 지점에서 시민계층의 경직된 도덕성으로 후퇴하는 모습을보인다. 개인적 자유와 사회적 구속 사이에서 갈등하는 멜레폰트는 결혼에 대해 주저하는 태도를 보이는데, 결혼에 대한 이러한 거부감은 시민적 덕성에 순응하기 위해 섹슈얼리티의 포기를 강요받는 당대 남성성의 위기로 나타난다. 아울러 ‘부드러운 아버지’ 윌리엄 경으로 대변되는 가부장제는 18세기에 감상적인 색채가 가미되어 사적 영역에서 더욱 강화되는 모습을 보인다. 이 시민비극을 통해 레싱은 감상주의적 색채가 가미된 계몽주의 시기의 시민가정의 도덕이 현실과의 충돌 잠재력이 있는 구상임을 보여준다.

Abstract

Gotthold E. Lessings Miß Sara Sampson (1775) begründet in Deutschland die neue Gattung des ‘bürgerlichen Trauerspiels’ und gehört zu den hervorragenden Dokumenten der Empfindsamkeit. Historisch gesehen steht dieses Theaterstück im engen Zusammenhang mit dem im 18. Jahrhundert sich zur herrschenden sizialen Schicht in Deutschland erhebenden Bürgertum. Im vorliegenden Beitrag wird versucht, dieses Theatertück im Hinblick auf die familiären Verhältnisse, Liebe und Ehe sowie Sexualität zu beleuchten, um das Konfliktpotential der Tugendvorstellungen der bürglichen Familie aufzuzeigen. Zu den wichtigsten Veränderungen der Familienformen im 18. Jahrhundert gehören der Übergang zur Kleinfamilie, die Privatsphäre als Raum der Tugendpraxis und die empfindsame Färbung der familiären Verhälnisse einschließlich der neuen Konzepte wie ‘zärtlicher Liebe’ und der ‘Liebesheirat’. Die Protagonistin Sara, die aus Liebe zu Mellefont und aus Furcht vor dem Zorn des Vaters aus dem Elternhaus geflohen ist, steht mit ihrem individuellen Liebesanspruch im Konflikt mit der Tugend der bürgerlichen Familie und dem Konzept der Liebesheirat, in welcher die Liebe einschließlich der Sexualität mit der Ehe in Verbindung gebracht wird. Durch die veränderte Haltung des zärtlichen Vaters wird nun die von Sara erhoffte Heirat und die Rückkehr zu ihrem Vater in Aussicht ausgestellt. Da sie sich jedoch von ihrem verinnerlichten starren Vaterbild als richtender Person nicht loslösen kann und in die allgemeinen Normen der Gesellschaft zurückfällt, kann Sara die Vergebung des Vaters nicht umgehend annehmen und wird wegen ihrer zögernden Haltung von ihrer intriganten Gegenspielerin Marwood durch Gift ermordet. Saras Verführer und Geliebter Mellefont scheut sich vor einer Ehe, weil er diese als eine die Freiwilligkeit der Liebe und somit die Liebe selbst beeinträchtigende Fessel ansieht. Dabei erweist sich seine Ehescheu als Krise der Männlichkeit, die im 18. Jahrhundert zugunsten der tugendhaften Eheschließung zur Aufgabe gezwungen wird. Im Zwiespalt zwischen individueller Freiheit und sozialer Bindung kann Mellefont dem Heiratswunsch seiner Geliebten nicht entsprechen; seine Ehescheu stürzt Sara in einen tiefen inneren Konflikt und trägt letztlich zu ihrem Tod bei. Durch die Darstellung der reuevoll sterbenden Protagonisten auf der einen Seite und die des liebevollen Vaters auf der anderen Seite geht der Patriarchalismus in empfindsamer Färbung gestärkt hervor. Auf diese Weise führt Lessing jene Konflikte vor Augen, die in den Konzepten der bürgerlichen Familie des 18. Jahrhunderts angelegt sind.

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