뷔히너 상 수상문 「자오선」에 나타난 파울 첼란의 시문학
Paul Celans Poetologie in der Büchner-Preis-Rede der Meridian
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초록
Die Georg-Büchner-Preis-Rede Der Meridian gilt als das poetologische Manifest Paul Celans. In der ausführlichen Beschäftigung mit dem Streit zwischen Kunst und Dichtung legt er seine Auffassung von Dichtung dar. Die vorliegende Studie nutzt den Meridian, um Celans Dichtungstheorie und seine poetologische Reflexionen zu untersuchen. Der erste Teil der Arbeit (Kapitel I) geht auf die Entstehungsgeschichte des Meridian ein, die zwifelos großen Einfluss auf die Gestalt der Rede hatte. Der zweite Teil (Kapitel II, III, IV) versucht, Celans Poetologie mit den drei Schlüsselbegriffen, “Gegenwort”, “Atemwende” und “Begegung” darzustellen. Der dritte Teil (Kapitel V) wählt ein Gedicht aus dem Band Die Niemandsrose, um zu zeigen, dass Celans dichterische Praxis mit seiner Poetologie übereinstimmt. Celan vertritt die Auffassung, dass sich die Kunst wegen der ihr anhaftenden Künstlichkeit und Leblosigkeit vom Menschen entferne und zur Ich-Ferne und Fremdbestimmtheit führe. Dagegen trete die Dichtung als ein Akt der Freiheit aus der von der Kunst geschaffenen Entfremdung heraus. Cean veranschaulicht seine Ausführungen mit Beispielem aus Georg Büchners Werke. Luciles Ausruf “Es lebe der König” aus Dantons Tod sei Dichtung. Ihr Wort sei keine Huldigung an die Monarchie, sondern ihr subjektiver Protest gegen den Tod des Geliebten; zugleich ein Protest gegen den herrschenden Terror und die bedrohliche Welt. Wie Lucile habe auch Lenz aus der gleichnamigen Erzählung den Wunsch, “auf dem Kopf gehen zu können”. Luciles “Es lebe der König” und Lenz’ “auf dem Kopf gehen” sind laut Celan Gegenworte, Akte der Freiheit bzw. die Majestät des Absurden. Sie zerreißen den fesselnden Draht der Fremdbestimmtheit und heben die Macht des Marionettenspielers und die Automatenhaftigkeit auf. Als Kritik am gesellschaftlichen Unrecht und der menschenfeindlichen Realität bedingt das Gegenwort den Moment der Atemwende, an dem das Medusenhaupt schrumpft und die Automaten versagen. Celans Dichtung zeigt Solidarität und nimmt Partei für die Opfer der Geschichte. In der Hoffnung auf eine menschenwurdige Realität forciert sie die Begegnung zwischen Ich und Du - die Begegnung mit dem Fremden, die Begegnung mit dem Gegenüberstehenden. In diesem Sinne geht es in der Meridian-Rede um Begegungen.
Abstract
Die Georg-Büchner-Preis-Rede Der Meridian gilt als das poetologische Manifest Paul Celans. In der ausführlichen Beschäftigung mit dem Streit zwischen Kunst und Dichtung legt er seine Auffassung von Dichtung dar. Die vorliegende Studie nutzt den Meridian, um Celans Dichtungstheorie und seine poetologische Reflexionen zu untersuchen. Der erste Teil der Arbeit (Kapitel I) geht auf die Entstehungsgeschichte des Meridian ein, die zwifelos großen Einfluss auf die Gestalt der Rede hatte. Der zweite Teil (Kapitel II, III, IV) versucht, Celans Poetologie mit den drei Schlüsselbegriffen, “Gegenwort”, “Atemwende” und “Begegung” darzustellen. Der dritte Teil (Kapitel V) wählt ein Gedicht aus dem Band Die Niemandsrose, um zu zeigen, dass Celans dichterische Praxis mit seiner Poetologie übereinstimmt. Celan vertritt die Auffassung, dass sich die Kunst wegen der ihr anhaftenden Künstlichkeit und Leblosigkeit vom Menschen entferne und zur Ich-Ferne und Fremdbestimmtheit führe. Dagegen trete die Dichtung als ein Akt der Freiheit aus der von der Kunst geschaffenen Entfremdung heraus. Cean veranschaulicht seine Ausführungen mit Beispielem aus Georg Büchners Werke. Luciles Ausruf “Es lebe der König” aus Dantons Tod sei Dichtung. Ihr Wort sei keine Huldigung an die Monarchie, sondern ihr subjektiver Protest gegen den Tod des Geliebten; zugleich ein Protest gegen den herrschenden Terror und die bedrohliche Welt. Wie Lucile habe auch Lenz aus der gleichnamigen Erzählung den Wunsch, “auf dem Kopf gehen zu können”. Luciles “Es lebe der König” und Lenz’ “auf dem Kopf gehen” sind laut Celan Gegenworte, Akte der Freiheit bzw. die Majestät des Absurden. Sie zerreißen den fesselnden Draht der Fremdbestimmtheit und heben die Macht des Marionettenspielers und die Automatenhaftigkeit auf. Als Kritik am gesellschaftlichen Unrecht und der menschenfeindlichen Realität bedingt das Gegenwort den Moment der Atemwende, an dem das Medusenhaupt schrumpft und die Automaten versagen. Celans Dichtung zeigt Solidarität und nimmt Partei für die Opfer der Geschichte. In der Hoffnung auf eine menschenwurdige Realität forciert sie die Begegnung zwischen Ich und Du - die Begegnung mit dem Fremden, die Begegnung mit dem Gegenüberstehenden. In diesem Sinne geht es in der Meridian-Rede um Begegungen.
참고문헌 (18)
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- Pöggeler, Otto, "Über Paul Celan" (1973)
- Pöggeler, Otto, "Spur des Wortes" (1986)
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