괴테의 자연관과 섬세한 경험론
Die Naturauffassung und die zarte Empirie von Goethe
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초록
Die vorliegende Abhandlung versucht zuerst Johann Wolfgang von Goethes Auffassung der Natur darzustellen. Dabei lehnt sie sich an Alfred Schmidt(1998) an, der zwei Phasen vor und nach 1780 unterscheidet. Dann beschreibt sie Goethes Begriff der ‘zarten Empirie’, den manche angloamerikanische Wissenschaftler als ‘delicate empiricism’ übersetzen. Dadurch wird Goethes Wirken als Naturwissenschaftler hervorgehoben und es wird sich zugleich zeigen, wenngleich nicht unmittelbar, wie sehr die ‘zarte Empirie’ als die Methode der ‘Goethean science’ zur Literaturökologie im Anthropozän beitragen könnte. Grundlegend für Goethes Naturauffassung ist die Annahme, “daß sie [die Natur] zwar menschlichen Zwecken dienstbar gemacht werden kann, aber ihnen gegenüber stets ihre Unbedingtheit bewahrt”(Schmidt 1998, 776). In der Phase vor 1780 dominiert bei Goethe noch das reine ‘Naturgefühl’. Nach 1780 geht er zunehmend methodisch vor, so dass sich der Übergang zum ‘Naturwissen’ vollzieht. Die entsprechende Methode nennt Goethe ‘die zarte Empirie’ oder auch ‘die höhere Empirie’. Durch sie wird das empirische Phänomen zunächst zum wissenschaftlichen Phänomen angehoben. Schließlich führt Goethes methodische Naturbetrachtung zum ‘reinen Phänomen’, das er “als Resultat aller Erfahrungen und Versuche”(HA 13, 25) beschreibt. Mit Hilfe der ‘zarten Empirie’ konnte Goethe den Zwischenknochen im menschlichen Schädel finden und seine Morphologie sowie Metamorphologie entwickeln. Wie sie verschiedenen Fachdisziplinen anwendbar ist, zeigen z. B. manche angloamerikanischen Wissenschaftler, z. B. Bywater(2005), Cameron (2005), Wahl(2005) u. a.. Als Methode der Goetheanistischen Naturwissenschaft trägt die ‘zarte Empirie’ nicht unwesentlich zur Literatur-ökologie im Anthropozän bei, deren Aufgabe es ist, die umfassende Einwirkung des Menschen auf das Erdsystem positiv zu beeinflussen.
Abstract
Die vorliegende Abhandlung versucht zuerst Johann Wolfgang von Goethes Auffassung der Natur darzustellen. Dabei lehnt sie sich an Alfred Schmidt(1998) an, der zwei Phasen vor und nach 1780 unterscheidet. Dann beschreibt sie Goethes Begriff der ‘zarten Empirie’, den manche angloamerikanische Wissenschaftler als ‘delicate empiricism’ übersetzen. Dadurch wird Goethes Wirken als Naturwissenschaftler hervorgehoben und es wird sich zugleich zeigen, wenngleich nicht unmittelbar, wie sehr die ‘zarte Empirie’ als die Methode der ‘Goethean science’ zur Literaturökologie im Anthropozän beitragen könnte. Grundlegend für Goethes Naturauffassung ist die Annahme, “daß sie [die Natur] zwar menschlichen Zwecken dienstbar gemacht werden kann, aber ihnen gegenüber stets ihre Unbedingtheit bewahrt”(Schmidt 1998, 776). In der Phase vor 1780 dominiert bei Goethe noch das reine ‘Naturgefühl’. Nach 1780 geht er zunehmend methodisch vor, so dass sich der Übergang zum ‘Naturwissen’ vollzieht. Die entsprechende Methode nennt Goethe ‘die zarte Empirie’ oder auch ‘die höhere Empirie’. Durch sie wird das empirische Phänomen zunächst zum wissenschaftlichen Phänomen angehoben. Schließlich führt Goethes methodische Naturbetrachtung zum ‘reinen Phänomen’, das er “als Resultat aller Erfahrungen und Versuche”(HA 13, 25) beschreibt. Mit Hilfe der ‘zarten Empirie’ konnte Goethe den Zwischenknochen im menschlichen Schädel finden und seine Morphologie sowie Metamorphologie entwickeln. Wie sie verschiedenen Fachdisziplinen anwendbar ist, zeigen z. B. manche angloamerikanischen Wissenschaftler, z. B. Bywater(2005), Cameron (2005), Wahl(2005) u. a.. Als Methode der Goetheanistischen Naturwissenschaft trägt die ‘zarte Empirie’ nicht unwesentlich zur Literatur-ökologie im Anthropozän bei, deren Aufgabe es ist, die umfassende Einwirkung des Menschen auf das Erdsystem positiv zu beeinflussen.
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