Goethes ökologische Natur- und Weltanschauung
0
조회
0
다운로드
0
인용
0
참고문헌
키워드
초록
Goethes Prinzip der Polarität und Steigerung bekommt eine aktuelle Bedeutung, da es uns darauf Hinweis gibt, wie wir mit Natur, Fremden und anderen Kulturen zusammen leben sollen. Goethe verbindet sein Prinzip mit einem Ordnungskonzept, das eine Möglichkeit des offenen Gesprächs mit dem Fremden eröffnet. Er schlägt vor, das Fremde nicht in eine Ordnung zu zwingen, sondern sich zu verändern. Er unterscheidet zwei Arten des Umgehens mit dem Fremden. Es gibt eine Gruppe; Wer zum Verknüpfen geneigt ist, wird seine Verbindung nicht gerne auflösen er wird etwas Neues lieber ignorieren oder künstlich mit dem Alten verbinden.(FA 25, 137) Diese Leute halten ihre eigene Ordnung für gut und absolut. Deswegen ignorieren sie das Fremde, das von ihnen verschieden ist. Sie versuchen manchmal, es auszugrenzen oder an ihre Ordnung zwanghaft anzupassen. Dieser Haltung, weder auf die neue Seite des Fremden zu achten noch sich durch das Neue zu verändern, stellt Goethe eine andere, alternative Haltung gegenüber; Wer zur wahren Ordnung geneigt ist wird sobald etwas Fremdes erscheint, das in seine Einrichtung nicht paßt lieber die ganze Zusammenstellung verändern als das Eine auslassen oder wissentlich falsch stellen.(FA 25, 137) Die zweite Haltung schlägt uns vor, dass wir das Fremde nicht ausschließen,sondern mit ihm zusammenleben sollen, indem wir das Anderssein akzeptieren und es als ein Wesen mit Eigenheit anerkennen. Ein offenes Gespräch mit dem Fremden ist erst dann möglich, wenn wir uns nicht um die Erhaltung unserer Identität bemühen, indem wir es zwingen, an uns anzupassen, sondern indem wir mit ihm kommunizieren und seine Eigenartigkeit anerkennen. Es ist wichtig, dass sich das Ich durch dieses Gespräch mit dem Anderen auch verändert und zu einem anderen Wesen erweitert wird. Dadurch wird “ein Drittes, Neues, Höheres, Unerwartetes” hervorgebracht, das die Polarität und Gegensätze der beiden zu einem anderen steigern und vereinigen läßt. Das Prinzip der Polarität und Steigerung läßt sich an allen Beziehungen zwischen Mensch und Natur, dem Ich und den Anderen und den verschiedenen Religionen anwenden. So kann man es als einen Schlüsselbegriff der goetheanischen Betrachtungsweise begreifen, die zur Überwindung der Probleme der Gegenwart in allen Bereichen beitragen kann. Das Prinzip der Polarität und Steigerung bietet uns eine Möglichkeit, die ökologische Krise zu überwinden, weil es uns auffordert, die Natur nicht mehr als ein Ausbeutungsobjekt, sondern als ein gleichwertiges und autonomes Subjekt zu betrachten und darüber hinaus ein harmonisches Zusammenleben mit allen Lebewesen auf der Erde zu führen. Der Kern des ökologischen Bewusstseins liegt darin, auf die überlieferte Denkund Lebensweise zu verzichten und einen völlig neuen Paradigmenwechsel zu vollziehen. Die alten Werte, die die moderne Welt beherrscht haben, wie z.B. Anthropozentrismus, Materialismus, Nützlichkeit, grenzloses Wettbewerb, Ausbeutung und Unterdrückung der sozial Schwachen und Ausgrenzung der Anderen und Fremden, sollen durch alternative Werten wie Achtung vor allen Lebewesen, Toleranz und Fürsorge für die sozial Schwachen, friedliches Zusammenleben mit anderen Lebewesen und Betonung des Glücks ersetzt werden. Da die herrschenden Werte aus der Moderne und dem damit eng verbundenen Kapitalismus stammen, ist es nötig, an ihre Wurzeln zu gehen, um ihre Probleme zu erkennen und zu beheben. In diesem Sinne sind Goethes Bemühungen, sich mit den Problemen der Moderne auseinanderzusetzen und über alternative Werte zu reflektieren, immer noch höchst aktuell. So gewinnt in der Ära der Umweltkrise Goethes Natur- und Weltanschauung “eine bestürzende Aktualität”.(Hermand 1991-1, 35)
Abstract
Goethes Prinzip der Polarität und Steigerung bekommt eine aktuelle Bedeutung, da es uns darauf Hinweis gibt, wie wir mit Natur, Fremden und anderen Kulturen zusammen leben sollen. Goethe verbindet sein Prinzip mit einem Ordnungskonzept, das eine Möglichkeit des offenen Gesprächs mit dem Fremden eröffnet. Er schlägt vor, das Fremde nicht in eine Ordnung zu zwingen, sondern sich zu verändern. Er unterscheidet zwei Arten des Umgehens mit dem Fremden. Es gibt eine Gruppe; Wer zum Verknüpfen geneigt ist, wird seine Verbindung nicht gerne auflösen er wird etwas Neues lieber ignorieren oder künstlich mit dem Alten verbinden.(FA 25, 137) Diese Leute halten ihre eigene Ordnung für gut und absolut. Deswegen ignorieren sie das Fremde, das von ihnen verschieden ist. Sie versuchen manchmal, es auszugrenzen oder an ihre Ordnung zwanghaft anzupassen. Dieser Haltung, weder auf die neue Seite des Fremden zu achten noch sich durch das Neue zu verändern, stellt Goethe eine andere, alternative Haltung gegenüber; Wer zur wahren Ordnung geneigt ist wird sobald etwas Fremdes erscheint, das in seine Einrichtung nicht paßt lieber die ganze Zusammenstellung verändern als das Eine auslassen oder wissentlich falsch stellen.(FA 25, 137) Die zweite Haltung schlägt uns vor, dass wir das Fremde nicht ausschließen,sondern mit ihm zusammenleben sollen, indem wir das Anderssein akzeptieren und es als ein Wesen mit Eigenheit anerkennen. Ein offenes Gespräch mit dem Fremden ist erst dann möglich, wenn wir uns nicht um die Erhaltung unserer Identität bemühen, indem wir es zwingen, an uns anzupassen, sondern indem wir mit ihm kommunizieren und seine Eigenartigkeit anerkennen. Es ist wichtig, dass sich das Ich durch dieses Gespräch mit dem Anderen auch verändert und zu einem anderen Wesen erweitert wird. Dadurch wird “ein Drittes, Neues, Höheres, Unerwartetes” hervorgebracht, das die Polarität und Gegensätze der beiden zu einem anderen steigern und vereinigen läßt. Das Prinzip der Polarität und Steigerung läßt sich an allen Beziehungen zwischen Mensch und Natur, dem Ich und den Anderen und den verschiedenen Religionen anwenden. So kann man es als einen Schlüsselbegriff der goetheanischen Betrachtungsweise begreifen, die zur Überwindung der Probleme der Gegenwart in allen Bereichen beitragen kann. Das Prinzip der Polarität und Steigerung bietet uns eine Möglichkeit, die ökologische Krise zu überwinden, weil es uns auffordert, die Natur nicht mehr als ein Ausbeutungsobjekt, sondern als ein gleichwertiges und autonomes Subjekt zu betrachten und darüber hinaus ein harmonisches Zusammenleben mit allen Lebewesen auf der Erde zu führen. Der Kern des ökologischen Bewusstseins liegt darin, auf die überlieferte Denkund Lebensweise zu verzichten und einen völlig neuen Paradigmenwechsel zu vollziehen. Die alten Werte, die die moderne Welt beherrscht haben, wie z.B. Anthropozentrismus, Materialismus, Nützlichkeit, grenzloses Wettbewerb, Ausbeutung und Unterdrückung der sozial Schwachen und Ausgrenzung der Anderen und Fremden, sollen durch alternative Werten wie Achtung vor allen Lebewesen, Toleranz und Fürsorge für die sozial Schwachen, friedliches Zusammenleben mit anderen Lebewesen und Betonung des Glücks ersetzt werden. Da die herrschenden Werte aus der Moderne und dem damit eng verbundenen Kapitalismus stammen, ist es nötig, an ihre Wurzeln zu gehen, um ihre Probleme zu erkennen und zu beheben. In diesem Sinne sind Goethes Bemühungen, sich mit den Problemen der Moderne auseinanderzusetzen und über alternative Werte zu reflektieren, immer noch höchst aktuell. So gewinnt in der Ära der Umweltkrise Goethes Natur- und Weltanschauung “eine bestürzende Aktualität”.(Hermand 1991-1, 35)
참고문헌 (20)
- Goethe, Johann Wolfgang, "Sämtliche Werke. Briefe, Tagebücher und Gespräche. Frankfurter Ausgabe in 40 Bänden" (1985)
- Goethe, Johann Wolfgang, "Werke. Hamburger Ausgabe in 14 Bänden" (1982)
- Goethe, Johann Wolfgang, "Die Schriften zur Naturwissenschaft. Bd. 9" (1954)
- Goethe, Johann Wolfgang, "Goethe. Begegnungen und Gespräch. Bd. 5" (1985)
- Goethe, Johann Wolfgang, "Briefwechsel zwischen Goethe und Zelter. Bd. 2" (1987)
- Borchmeyer, Dieter, "Goethe und das Zeitalter der Romantik" (2002)
- Goodbody, Axel, "The Oxford handbook of ecocriticism" (2014), Oxford university press
- Haeckel, Ernst, "Generelle Morphologie der Organismen" (1866)
- Hansenberg, Werner, "Schritte über die Grenze. Gesammelte Reden und Aufsätze" (1971)
- Hermand, Jost, "Im Wettlauf mit der Zeit. Aufsätze zu einer ökologiebewußten Ästhetik" (1991)
- Hermand, Jost, "Grüne Utopien in Deutschland. Zur Geschichte des ökologischen Bewußtseins" (1991)
- Jaeger, Michael, "Global Player Faust oder Das Verschwinden der Gegenwart. Zur Aktualität Goethes" (2013)
- Jaspers, Karl, "Unsere Zukunft und Goethe" (1949)
- Kawa, Rainer, "Wilhelm Meister und die Seinigen" (2000)
- Koch, Manfred, "Manfred Osten entdeckt mit Goethe die Langsamkeit, Neue Zürcher Zeitung vom 11", ~ (2003)
- Meyer-Abich, Klaus Michael, "Skepsis und Utopie. Goethe und das Fortschrittsdenken", Goethe Jahrbuch, 110 (1993)
- Meyer-Abich, Klaus Michael, "Goethe und die Verzeitlichung der Natur" (1998)
- Osten, Manfred, "“Alles veloziferisch” oder Goethes Entdeckung der Langsamkeit. Zur Modernität eines Klassikers im 21. Jahrhundert" (2003)
- Schings, Hans-Jürgen, "Fausts Verzweiflung", Goethe Jahrbuch, 115 (1998)
- Walser, Martin, "Aufsätze zur Literatur" (1997)
