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체르노빌과 후쿠시마 이후의 문학- 구드룬 파우제방의 『구름』과 『그후로도 오랫동안』

Literatur nach Tschernobyl und Fukushima - Gudrun Pausewangs Die Wolke und Noch lange Danach

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주제분류독일어와문학

초록

Der vorliegende Aufsatz verfolgt das Ziel, die literarische Repräsentation von atomaren Katastrophen in Gudrun Pausewangs Die Wolke und Noch lange danach zu untersuchen. Beide Erzählungen sind jeweils als literarische Reaktion auf die Ereignisse in Tschernobyl und Fukushima verfasst worden. Sie behandeln aber, mit einem zeitlichen Abstand von 24 Jahren, das Thema Atomunfall auf unterschiedliche Weise und zeigen somit die verschiedenen Modi seiner fiktionalen Verarbeitung. In Die Wolke konzentriert sich Pausewang nicht auf die Darstellung der Reaktorkatastrophe an sich, sondern vielmehr auf die Situation direkt nach dem Ausbruch sowie auf die Folgen für die Menschen und die Umwelt. Dabei steht das Schicksal der ersten, direkt von der Katastrophe betroffenen Generation im Mittelpunkt. Ein neues Element in dieser Erzählung ist, dass die diskriminierenden Akte gegenüber den Überlebenden zur Sprache kommen. Noch lange danach richtet den Blick auf die Langzeitfolgen sowie die Erlebnisse der nachfolgenden Generation. Die 16-jährige Ich-Erzählerin Vida lebt im Jahr 2061, rund 40 Jahre nach einem Reaktorunfall in Deutschland. Sie vertritt die Enkelgeneration der Überlebenden und äußert sich zu diversen Aspekten des postkatastrophischen Lebens. Das geschieht in Form von 33 Interviews sowie zwei Schlussszenen; der Themenkomplex wird der Leserschaft also montageartig, in vielen einzelnen Bildern präsentiert. Während das Leben nach der Katastrophe sowie die Langzeitfolgen durch Vidas Zeugenbericht dargestellt werden, wird das Leben davor und die Reaktorkatastrophe selbst durch die Berichte ihrer Großmutter indirekt vermittelt. Beide Erzählungen schildern die Reaktorunfälle mit zeitlichem Abstand als Ereignisse der Vergangenheit, die allerdings in den Erinnerungen der Haupt- und Nebenfiguren stets präsent sind und somit einen Beurteilungs- und Verstehenshintergrund konstituieren. Die nuklearen Katastrophen werden als Folgen der Ignoranz und der Unfähigkeit angesehen, aus der Vergangenheit zu lernen und die nötigen Konsequenzen zu ziehen. Die Autorin greift die Szenarien atomarer Unglücke mit der direkten Absicht auf, die Leserschaft zu warnen und zum Handeln zu animieren. Die Warnung funktioniert durch die „Narrative der Prävention“, indem die dystopische Zukunft als bereits passierte Vergangenheit rückblickend dargeboten wird: diese ‚Vergangenheit‘ in der Fiktion ist eine noch nicht geschehene, aber drohende ‚Zukunft‘ in der Realität der Leserschaft, aber diese gewinnt auf diese Weise einen neuen Blick sowohl auf ihre ,Zukunft‘ als auch auf ihre ,Jetzt-Zeit‘, in die die Leserschaft eingreifen kann, damit die geschilderten katastrophalen Szenarien nicht Wirklichkeit werden.

Abstract

Der vorliegende Aufsatz verfolgt das Ziel, die literarische Repräsentation von atomaren Katastrophen in Gudrun Pausewangs Die Wolke und Noch lange danach zu untersuchen. Beide Erzählungen sind jeweils als literarische Reaktion auf die Ereignisse in Tschernobyl und Fukushima verfasst worden. Sie behandeln aber, mit einem zeitlichen Abstand von 24 Jahren, das Thema Atomunfall auf unterschiedliche Weise und zeigen somit die verschiedenen Modi seiner fiktionalen Verarbeitung. In Die Wolke konzentriert sich Pausewang nicht auf die Darstellung der Reaktorkatastrophe an sich, sondern vielmehr auf die Situation direkt nach dem Ausbruch sowie auf die Folgen für die Menschen und die Umwelt. Dabei steht das Schicksal der ersten, direkt von der Katastrophe betroffenen Generation im Mittelpunkt. Ein neues Element in dieser Erzählung ist, dass die diskriminierenden Akte gegenüber den Überlebenden zur Sprache kommen. Noch lange danach richtet den Blick auf die Langzeitfolgen sowie die Erlebnisse der nachfolgenden Generation. Die 16-jährige Ich-Erzählerin Vida lebt im Jahr 2061, rund 40 Jahre nach einem Reaktorunfall in Deutschland. Sie vertritt die Enkelgeneration der Überlebenden und äußert sich zu diversen Aspekten des postkatastrophischen Lebens. Das geschieht in Form von 33 Interviews sowie zwei Schlussszenen; der Themenkomplex wird der Leserschaft also montageartig, in vielen einzelnen Bildern präsentiert. Während das Leben nach der Katastrophe sowie die Langzeitfolgen durch Vidas Zeugenbericht dargestellt werden, wird das Leben davor und die Reaktorkatastrophe selbst durch die Berichte ihrer Großmutter indirekt vermittelt. Beide Erzählungen schildern die Reaktorunfälle mit zeitlichem Abstand als Ereignisse der Vergangenheit, die allerdings in den Erinnerungen der Haupt- und Nebenfiguren stets präsent sind und somit einen Beurteilungs- und Verstehenshintergrund konstituieren. Die nuklearen Katastrophen werden als Folgen der Ignoranz und der Unfähigkeit angesehen, aus der Vergangenheit zu lernen und die nötigen Konsequenzen zu ziehen. Die Autorin greift die Szenarien atomarer Unglücke mit der direkten Absicht auf, die Leserschaft zu warnen und zum Handeln zu animieren. Die Warnung funktioniert durch die „Narrative der Prävention“, indem die dystopische Zukunft als bereits passierte Vergangenheit rückblickend dargeboten wird: diese ‚Vergangenheit‘ in der Fiktion ist eine noch nicht geschehene, aber drohende ‚Zukunft‘ in der Realität der Leserschaft, aber diese gewinnt auf diese Weise einen neuen Blick sowohl auf ihre ,Zukunft‘ als auch auf ihre ,Jetzt-Zeit‘, in die die Leserschaft eingreifen kann, damit die geschilderten katastrophalen Szenarien nicht Wirklichkeit werden.

참고문헌 (11)

  1. Pausewang, Gudrun, "Die Wolke. Ravensburg" (2003), Erstausgabe
  2. Pausewang, Gudrun, "Noch lange danach" (2012)
  3. 파우제방, 구드룬, "구름" (2014), 청년사
  4. 파우제방, 구드룬, "핵폭발 그후로도 오랫동안" (2016), 평사리
  5. 김명희, "독일청소년문학에 나타난 핵문제와 문학수업모형 연구 - 파우제방의 핵폭발 뒤 최후의 아이들, 구름을 중심으로", 독일언어문학, (62), pp.305~326 (2013), 한국독일언어문학회
  6. 신종락, "파우제방의『구름』에 나타난 재난서사와 국가권력", 뷔히너와 현대문학, (43), pp.299~321 (2014), 한국뷔히너학회
  7. Horn, Eva, "Der Anfang vom Ende. Worst-Case-Szenarien und die Aporien der Voraussicht", Archiv für Mediengeschichte, 9, pp.3~21 (2010)
  8. Horn, Eva, "Zukunft als Katastrophe" (2014)
  9. Jahnke, Uwe, "Gudrun Pausewang: Leben und Werk" (2010)
  10. Jahnke, Uwe, "Gudrun Pausewang im Jahr nach Fukushima: Zur Produktion politisch engangierter Jugendliteratur am Beispiel von Noch lange" (2013)
  11. "danach, In kids+media 1", 2013, 2013, pp.90~112

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