세기전환기 빈 모더니즘의 신경담론 연구-헤르만 바르의 문학비평에 나타난 ‘신경예술’의 이해
Zum Nervendiskurs in der Jahrhundertwende - insbesondere anhand Hermann Bahrs Konzeption der Nervenkunst
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초록
‘Nerven’ war im Zeitraum der Jahrhundertwende das Merkwort der europäischenModerne. Hermann Bahr, der europäische Vermittler der Moderne und der Mentorder Wiener Moderne, verlangte von der Literatur, dass sie sich auf die allseitigumfassende Veränderung einstellen sollte. Die Literatur sollte damit aufhören, vomInnen des Menschen zu berichten, stattdessen sollte sie es zeigen. Die vorliegendeUntersuchung diskutiert Hermann Bahrs Programm der Nervenkunst vor dem Hintergrund der damals virulenten Wissenschaftsdiskurse. Das Menschenbild derPhysiologie, der “Königin unter den Naturwissenschaften”(F. Nietzsche), derenWirkungsmacht sich auf alle Wissensbereiche erstreckt hat, und die positivistischeMethode, die sich als einziges wissenschaftliches Verfahren durchgesetzt hat,waren für die Literatur sowie die Kunst eine große Herausforderung und Triebkraftzugleich. In Bahrs Programm der Nervenkunst wird deutlich, dass sich die Kunst(natur)wissenschaftliche Episteme aneignete und die Narrativistik revolutionierte. Die Nervenkunst konfiguriert das Innen und Außen des Menschen neuartig, und eslokalisiert den Sitz der Seele im menschlichen Nervensystem. Die Literatur, diesich seit jeher mit der Seele des Menschen beschäftigt, soll nun das Nervensystemsezieren und nicht interpretieren. Schließlich stellt die vorliegende Untersuchungdie These auf, dass die Nervenkunst ansatzweise die „Ästhetik der Sensationen“von Gilles Deleuze antizipiert.
Abstract
‘Nerven’ war im Zeitraum der Jahrhundertwende das Merkwort der europäischenModerne. Hermann Bahr, der europäische Vermittler der Moderne und der Mentorder Wiener Moderne, verlangte von der Literatur, dass sie sich auf die allseitigumfassende Veränderung einstellen sollte. Die Literatur sollte damit aufhören, vomInnen des Menschen zu berichten, stattdessen sollte sie es zeigen. Die vorliegendeUntersuchung diskutiert Hermann Bahrs Programm der Nervenkunst vor dem Hintergrund der damals virulenten Wissenschaftsdiskurse. Das Menschenbild derPhysiologie, der “Königin unter den Naturwissenschaften”(F. Nietzsche), derenWirkungsmacht sich auf alle Wissensbereiche erstreckt hat, und die positivistischeMethode, die sich als einziges wissenschaftliches Verfahren durchgesetzt hat,waren für die Literatur sowie die Kunst eine große Herausforderung und Triebkraftzugleich. In Bahrs Programm der Nervenkunst wird deutlich, dass sich die Kunst(natur)wissenschaftliche Episteme aneignete und die Narrativistik revolutionierte. Die Nervenkunst konfiguriert das Innen und Außen des Menschen neuartig, und eslokalisiert den Sitz der Seele im menschlichen Nervensystem. Die Literatur, diesich seit jeher mit der Seele des Menschen beschäftigt, soll nun das Nervensystemsezieren und nicht interpretieren. Schließlich stellt die vorliegende Untersuchungdie These auf, dass die Nervenkunst ansatzweise die „Ästhetik der Sensationen“von Gilles Deleuze antizipiert.
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