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1900년경의 빈 문화 - 예술과 광기

Kunst und Wahn in Wien um 1900

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주제분류독일어와문학

초록

Berlin und Wien, zwei Metropolen, die mehr als nur die Sprache verbindet, waren die wichtigsten Zentren der deutschen Moderne. In der Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert zeigt sich ein aktiver künstlerischer Austausch zwischen beiden Städten. Es sind Jahre, in denen die Verbindungslinien ein enges Netz schaffen und sich künstlerische Positionen ausbilden, die markant für den Aufbruch beider Kulturräume in das 20. Jahrhundert stehen. Während Berlin als die Hauptstadt des Deutschen Reiches sich durch Industrialisierung und gesellschaftliche Umbrüche am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der wichtigsten Metropolen Europas entwickelte, wird in Wien der niedergehenden Habsburger Monarchie mit der wirtschaftlichen Stagnation und politschen reaktionären Neigung immer mehr eine untergehende Stimmung inszeniert. Jedoch hatte das Wien dieser Zeit eine solche kulturelle Potenz, dass die Enttäuschung über den vergehenden Glanz in neue, in den Künsten sich auslebende Energie umgesetzt wurde. Nicht nur innerhalb der Deutschen Moderne, sondern auch darüber hinaus gingen von Wien um 1900 viele das 20. Jahrhundert bestimmende und prägende Ideen aus. Zweifellos war die ethnisch-kulturelle und soziale Heterogenität Wiens als Zentrum der Vielvölkermonarchie mit ein Grund, dass Wien um 1900 zum maßgebenden Ort des intellektuellen Aufbruchs wurde. Die Auswirkungen dessen sind ambivalent. Die Vielfalt beflügelte die aufstrebende bürgerliche Intelligenz in ihrem schöpferischen Argumentieren, wurde von anderen aber als Bedrohung aufgefasst. Intoleranz, Nationalitätenhass und Lagerdenken verstärkten sich. Eine Synthese von Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Kunst und Kultur charakterisierte diesen Aufbruch, in dem traditionelle und moderne Strömungen einander befruchteten. Aber trotz alldem gab es in Wien um 1900 auch eine dunkle Seite. Aus dem Zweifel an der Sprache und aufgrund transzendentaler Obdachlosigkeit, politischer Unsicherheit und der individuellen wie auch der nationalen Identitätskrise ergab sich die Krise des Subjekts. Solch eine individuelle wie auch kollektive Verunsicherung in einer Zeit pessimistischer Vorahnungen waren Ausdruck der ständigen Anwesenheit des Todes und der Angst. Es ist kein Zufall, dass zu dieser Zeit das Unbewusste entdeckt und sich mit der Lehre von den Krankheiten der Seele beschäftigt wurde. Die Seelenlandschaft Wiens um 1900 scheint vom Wahn erobert und besetzt zu sein. Im Wien der Jahrhunderwende stießen Geisteskrankheit und Psychiatrie auf große Resonanz. Schon seit Jahrhunderten hatten sich die bildende Kunst und die Literatur mit dem Wahnsinn auseinandergesetzt. Psychiatrie und bildende Kunst teilten eine wechselseitige Faszination füreinander, da sich beide mit den Beziehungen zwischen Körper und Seele auseinandersetzten. Und beide waren davon überzeugt, dass die moderne urbane Gesellschaft zwar die Überreizung der Nerven verursachte, aber auch die Heilmittel gegen die Nervenleiden zu stellen in der Lage war. Die Momente, in denen Psychiatrie, Literatur und Kunst, überschneidend oder ambivalent, in der Wiener Kultur um 1900 zusammenwirkten, werden hier beispielhaft anhand des geisteskranken Dichters Peter Altenberg, anhand von Porträts Gustav Klimts und anhand der Architektur für Geistes- und Nervenkranke aufgezeigt. Der Wahnsinn speiste sowohl die zerstörerischen als auch die kreativen Energien der Wiener Kulturszene um die Jahrhundertwende.

Abstract

Berlin und Wien, zwei Metropolen, die mehr als nur die Sprache verbindet, waren die wichtigsten Zentren der deutschen Moderne. In der Zeit um die Jahrhundertwende vom 19. auf das 20. Jahrhundert zeigt sich ein aktiver künstlerischer Austausch zwischen beiden Städten. Es sind Jahre, in denen die Verbindungslinien ein enges Netz schaffen und sich künstlerische Positionen ausbilden, die markant für den Aufbruch beider Kulturräume in das 20. Jahrhundert stehen. Während Berlin als die Hauptstadt des Deutschen Reiches sich durch Industrialisierung und gesellschaftliche Umbrüche am Ende des 19. Jahrhunderts zu einer der wichtigsten Metropolen Europas entwickelte, wird in Wien der niedergehenden Habsburger Monarchie mit der wirtschaftlichen Stagnation und politschen reaktionären Neigung immer mehr eine untergehende Stimmung inszeniert. Jedoch hatte das Wien dieser Zeit eine solche kulturelle Potenz, dass die Enttäuschung über den vergehenden Glanz in neue, in den Künsten sich auslebende Energie umgesetzt wurde. Nicht nur innerhalb der Deutschen Moderne, sondern auch darüber hinaus gingen von Wien um 1900 viele das 20. Jahrhundert bestimmende und prägende Ideen aus. Zweifellos war die ethnisch-kulturelle und soziale Heterogenität Wiens als Zentrum der Vielvölkermonarchie mit ein Grund, dass Wien um 1900 zum maßgebenden Ort des intellektuellen Aufbruchs wurde. Die Auswirkungen dessen sind ambivalent. Die Vielfalt beflügelte die aufstrebende bürgerliche Intelligenz in ihrem schöpferischen Argumentieren, wurde von anderen aber als Bedrohung aufgefasst. Intoleranz, Nationalitätenhass und Lagerdenken verstärkten sich. Eine Synthese von Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften, Kunst und Kultur charakterisierte diesen Aufbruch, in dem traditionelle und moderne Strömungen einander befruchteten. Aber trotz alldem gab es in Wien um 1900 auch eine dunkle Seite. Aus dem Zweifel an der Sprache und aufgrund transzendentaler Obdachlosigkeit, politischer Unsicherheit und der individuellen wie auch der nationalen Identitätskrise ergab sich die Krise des Subjekts. Solch eine individuelle wie auch kollektive Verunsicherung in einer Zeit pessimistischer Vorahnungen waren Ausdruck der ständigen Anwesenheit des Todes und der Angst. Es ist kein Zufall, dass zu dieser Zeit das Unbewusste entdeckt und sich mit der Lehre von den Krankheiten der Seele beschäftigt wurde. Die Seelenlandschaft Wiens um 1900 scheint vom Wahn erobert und besetzt zu sein. Im Wien der Jahrhunderwende stießen Geisteskrankheit und Psychiatrie auf große Resonanz. Schon seit Jahrhunderten hatten sich die bildende Kunst und die Literatur mit dem Wahnsinn auseinandergesetzt. Psychiatrie und bildende Kunst teilten eine wechselseitige Faszination füreinander, da sich beide mit den Beziehungen zwischen Körper und Seele auseinandersetzten. Und beide waren davon überzeugt, dass die moderne urbane Gesellschaft zwar die Überreizung der Nerven verursachte, aber auch die Heilmittel gegen die Nervenleiden zu stellen in der Lage war. Die Momente, in denen Psychiatrie, Literatur und Kunst, überschneidend oder ambivalent, in der Wiener Kultur um 1900 zusammenwirkten, werden hier beispielhaft anhand des geisteskranken Dichters Peter Altenberg, anhand von Porträts Gustav Klimts und anhand der Architektur für Geistes- und Nervenkranke aufgezeigt. Der Wahnsinn speiste sowohl die zerstörerischen als auch die kreativen Energien der Wiener Kulturszene um die Jahrhundertwende.

참고문헌 (16)

  1. 이유선, "에.테.아. 호프만의 <모래사나이>연구 - 인문학과 자연과학이 융합된 문학인간학을 위한 시론", 독일어문학, 23(1), pp.253~274 (2015), 한국독일어문학회
  2. 미셀 푸코, "광기의 역사" (1972)
  3. Altenberg, P, "Wie ich es sehe" (2009)
  4. "Auswahl aus seinen Büchern von K. Kraus. Projekt Gutenberg-de"[URL]
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  8. Eisler, M, "Gustav Klimt. Die Goldene Pforte" (1978)
  9. Husslein-Arco, Agnes, "Wien-Berlin. Kunst zweier Metropolen. Katalog der Ausstellung" (2013)
  10. Lorenz, D., "Wiener Moderne" (1995)
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  12. Sarnitz, A, "Otto Wagner. 1841-1918. Wegbereiter der modernen Architektur" (2005)
  13. Schorske, C. E, "Wien. Geist und Gesellschaft im Fin de siècle" (1982)
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  15. Worbs, Michael, "Nervenkunst. Literatur und Psychoanalyse im Wien der Jahrhundertwende" (1988)
  16. Wunberg, G., "Die Wiener Moderne. Literatur, Kunst und Musik zwischen 1890 und 1910" (1981)

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