생리학으로서의 예술의 논의를 위한 문화사적 배경 - 정상적인 것과 비정상적인 것의 개념들을 중심으로
Der kulturgeschichtliche Hintergrund der Diskussion über die Kunst als Physiologie - in bezug auf das Normale und das Abnormale
0
조회
0
다운로드
1
인용
0
참고문헌
키워드
초록
Der Leib als die Quelle der Subjektivität sowie die eindeutige Evidenz derselben ist die Bedingung der Möglichkeit des Selbstverhältnisses, das die pathischen Weisen der Existenz als die selbstidentischen Konstituenzien der Person auffasst, und das Spüren des Leibes bezieht sich auf das Wahrnehmen dessen, was man an seinem Leib erfährt, oder was in seinem Leib geschieht, z.B. Angst, Schmerz, Hunger, Durst, Furcht, Unannehmlichkeit, Müdigkeit, Begehren, Traurigkeit, Schamhaftigkeit u.s.w. Aber dies hat ein variierendes historisches Spektrum. Der Diskurs über den Leib führt von der altgriechischen kulturellen Atmosphäre, die auf dem der Körper-Seele- Dichotomie vorausgehenden anthropologischen Einheitsgrund beruhte, über die Zeitspanne zwischen dem frühen Christentum und dem 18. Jahrhundert, in der die radikale Trennung des Körpers und des Geistes den Leibesdiskurs verdrängt hat, bis zu der sich auf die gleichzeitige Einheit von der Naturalisierung des Geistes und der Vergeistigung der Natur richtenden Klassik und darauffolgend dem Modernismus, in dem aufgrund der empirischen Analysen und Experimente der zwanghafte, auf das Ideal der Quantifizierbarkeit der geistigen Werte gerichtete Wahn vorherrschend war. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist diese Entwicklung auf eine Gegenströmung gestoßen, in der sich die Phänomenologie des Leibes gegen die logo-zentrische Metaphysik verhält, und ein typisches Phänomen derselben ist die Dynamik des Normalen und Abnormalen. Diese Dynamik, die einer fundamentaleren Bestimmung bedarf und unter das Joch der zirkulären Referierung gebracht ist, hat sich bereits seit der Klassik als einer der Kernpunkte der wissenschaftlichen Diskussion herausgebildetö sie fungiert auch als ein wichtiges Thema für die Literatur und operiert schließlich als ein Mechanismus zur Kontrolle des sozialen Lebens. Dies, hat Michel Foucault, insbesondere angesichts der biopolitischen Kontrollierung des Körpers, bereits eingehend behandelt. Demgegenüber kommt die intensive Auseinandersetzung mit den ‘psycho-physiologischen und psycho-pathologischen Dimensionen’ noch nicht in Gang. Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, als einen Teil von diesem großen Projekt den Kontext, in dem innerhalb der kulturgeschichtlichen Dimension die Unterscheidung des Normalen und des Abnormalen durchgeführt worden ist, fokussiert auf deren Entstehungshintergrund und den Wirkungszusammenhang von deren Leitmotiven und Grundbegriffen, herauszuarbeiten und damit den gegenwärtigen Sinn des Diskurses von Normalem und Abnormalem in der Kunst als Physiologie aufzuweisen.
Abstract
Der Leib als die Quelle der Subjektivität sowie die eindeutige Evidenz derselben ist die Bedingung der Möglichkeit des Selbstverhältnisses, das die pathischen Weisen der Existenz als die selbstidentischen Konstituenzien der Person auffasst, und das Spüren des Leibes bezieht sich auf das Wahrnehmen dessen, was man an seinem Leib erfährt, oder was in seinem Leib geschieht, z.B. Angst, Schmerz, Hunger, Durst, Furcht, Unannehmlichkeit, Müdigkeit, Begehren, Traurigkeit, Schamhaftigkeit u.s.w. Aber dies hat ein variierendes historisches Spektrum. Der Diskurs über den Leib führt von der altgriechischen kulturellen Atmosphäre, die auf dem der Körper-Seele- Dichotomie vorausgehenden anthropologischen Einheitsgrund beruhte, über die Zeitspanne zwischen dem frühen Christentum und dem 18. Jahrhundert, in der die radikale Trennung des Körpers und des Geistes den Leibesdiskurs verdrängt hat, bis zu der sich auf die gleichzeitige Einheit von der Naturalisierung des Geistes und der Vergeistigung der Natur richtenden Klassik und darauffolgend dem Modernismus, in dem aufgrund der empirischen Analysen und Experimente der zwanghafte, auf das Ideal der Quantifizierbarkeit der geistigen Werte gerichtete Wahn vorherrschend war. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts ist diese Entwicklung auf eine Gegenströmung gestoßen, in der sich die Phänomenologie des Leibes gegen die logo-zentrische Metaphysik verhält, und ein typisches Phänomen derselben ist die Dynamik des Normalen und Abnormalen. Diese Dynamik, die einer fundamentaleren Bestimmung bedarf und unter das Joch der zirkulären Referierung gebracht ist, hat sich bereits seit der Klassik als einer der Kernpunkte der wissenschaftlichen Diskussion herausgebildetö sie fungiert auch als ein wichtiges Thema für die Literatur und operiert schließlich als ein Mechanismus zur Kontrolle des sozialen Lebens. Dies, hat Michel Foucault, insbesondere angesichts der biopolitischen Kontrollierung des Körpers, bereits eingehend behandelt. Demgegenüber kommt die intensive Auseinandersetzung mit den ‘psycho-physiologischen und psycho-pathologischen Dimensionen’ noch nicht in Gang. Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, als einen Teil von diesem großen Projekt den Kontext, in dem innerhalb der kulturgeschichtlichen Dimension die Unterscheidung des Normalen und des Abnormalen durchgeführt worden ist, fokussiert auf deren Entstehungshintergrund und den Wirkungszusammenhang von deren Leitmotiven und Grundbegriffen, herauszuarbeiten und damit den gegenwärtigen Sinn des Diskurses von Normalem und Abnormalem in der Kunst als Physiologie aufzuweisen.
참고문헌 (20)
- Canguilhem, Georges, "A Vital Rationalist in: Selected Writings from Georges Canguilhem" (1994), Zone Books
- Comte, Auguste, "The Positive Philosophy of Auguste Comte, Vol. II" (2000), Batoche Books
- Cummins, Robert, "Functional Analysis", Journal of Philosophy, 72 (1975)
- Derrida, Jacques, "Die Schrift und die Differenz (L’écriture et la différence, Paris 1967)" (1985)
- Dietlinde Goltz, "Der Artikel, ‘Säfte, Säftelehre’, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie, Joachim Ritter und Karl Friedrich Gründer(Hrsg.), Bd. 8, 1992", ~ (1992)
- Du Bois-Reymond, Emil, "Reden" (1912)
- Heinemann, Thomas, "Molekularisierung der Medizin und das ärztliche Verständnis von Gesundheit und Krankheit, in: Naturalismus als Paradigma in: Wie weit reicht die naturwissenschaftliche Erklärung des Menschen?" (2007), Berlin University Press
- Herbart, Johann Friedrich, "Psychologie als Wissenschaft. Neu gegründet auf Erfahrung, Metaphysik und Mathematik. Erster synthetischer Teil 1824, in: Sämtliche Werke, Bd. 5, hrsg. v. Karl Kehrbach, Langelsalza 1890", ~ (1890)
- "Hippocrates: De natura hominis", ~
- Hohnbaum, C., "Ueber die poetische Ekstase im fieberhaften Irreseyn, in: Christian Friedrich Nasse (hrsg.), Zeitschrift für psychische Aerzte, 1. Bd., 3. Heft, Leipzig 1818", ~ (1818)
- Honnefelder, Ludger, "Das Verhältnis des Menschen zu Leben, Leiblichkeit, Krankheit und Tod. Elemente einer philosophischen Anthropologie, in: Ärztliches Urteilen und Handeln. Zur Grundlegung einer medizinischen Ethik, hrsg. v. L. Honnefelder und G. Rager, Frankfurt a.M. 1994", ~ (1994)
- Lanzerath, Dirk, "Der Begriff der Krankheit. Biologische Dysfunktion und menschliche Natur, in: Naturalismus als Paradigma. Wie weit reicht die naturwissenschaftliche Erklärung des Menschen?" (2007), Berlin University Press
- Lepenies, Wolf, "Das Ende der Naturgeschichte" (1978)
- Lotze, Rudolph Hermann, "Medizinische Psychologie oder Physiologie der Seele, Nachdruck der Ausgabe Leipzig 1852" (1966)
- Nasse, Christian Friedrich, "Die Aufgabe der Anthropologie, in: Christian Friedrich Nasse (hrsg.), Zeitschrift für die Anthropologie, Jg. 1823, 1. Vierteljahresheft, Leipzig 1823", ~ (1823)
- Plessner, Helmut, "Die Frage nach der Conditio humana, in: Gesammelte Schriften VIII" (1983)
- Regina Hell, "Der Säftebegriff in den Schriften Thomas Sydenhams, med. Diss., Tübingen 2002", ~ (2002)
- Schubert, Gotthilf Heinrich von, "Ansichten von der Nachtseite der Naturwissenschaft" (1808)
- Schubert, Gotthilf Heinrich von, "Die Symbolik des Traumes, Bamberg 1814 (photomechan. Reprint: Heidelberg 1968)", ~ (1968)
- Sydenham, Thomas, "Sämtliche medizinische Schriften, Bd. II, übers. v. J. Kraft, Ulm 1838-39", ~
