물질적 구체성과 직관적 구성의 변증법 - 크라카우어의 비판적 문화이론 -
Zur Dialektik von materialer Konkretion und anschauender Konstruktion ― Kracauers kritische Kulturtheorie
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초록
Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, die methodologischen Grundzüge von Kracauers Kulturtheorie zu rekonstruieren. Als Erstes werden die Schlüsselbegriffe, die der Kracauer’schen Kulturanalyse zugrundeliegen, als Anleitung dieser Untersuchung erörtert: die Wechselwirkung von Makro- und Mikrogeschichte, der Gegensatz von Tiefenstruktur und Oberflächenkultur sowie das Verhältnis zwischen dem realistischen und dem plastischen Trieb. Anschließend wird Kracauers Bildtheorie mit Hilfe des Begriffspaars Symbol und Allegorie erklärt. Kracauer zufolge fungierte die traditionelle symbolische Kunst als naturwüchsige Repräsentation des Gegenstandes. Mit der Intensivierung der Naturherrschaft und der damit verbundenen Erfindung der neuen Medien wie der Fotografie gewinnt die allegorische Konstruktion weitaus größeres Potential, die Dinge als solche zu erfassen, weil das allegorische Bild das geschichtliche Gedächtnis nachhaltig speichert und veranschaulicht. Kracauers Bildtheorie erweitert sich zu einer Filmtheorie. Filme sind “sichtbare Hieroglyphen bislang nicht wahrgenommener Dynamik menschlicher Beziehungen.” Die Filmtechnik verwirklicht ein enormes Wahrnehmungspotential. Dazu gehört vor allem die Closeup-Technik: Der fokussierte Gegenstand wird aus seinem gewöhnlichen Zusammenhang herausgelöst und eröffnet damit eine ganz neue Perspektive, die denselben Gegenstand ‘wie unbekannte Lebewesen’ neu zu entdecken vermag. Eine andere wichtige Funktion des Films erklärt Kracauer am Beispiel der Spiegelbilder des Grauens. Solche Bilder verleiten den Zuschauer dazu, die Schreckensbilder in sich aufzunehmen und das wahre Angesicht von Dingen, die zu furchtbar sind, als dass man sie in der Realität wirklich sehen könnte, tief in sein Gedächtnis einzuprägen. Bei der Analyse der Massenkultur gilt das Ornament der Masse als Leitfaden. Die Tillergirls-Show, ‘dieses Produkt der amerikanischen Zerstreuungsfabriken’, ist das exemplarische Massenornament, das der hochentwickelten kapitalistischen Produktions- und Lebensweise genau entspricht. Bei der Tillergirls-Show werden menschliche Körper als Bruchteile und Stoffe zur Produktion des Massenornaments eingesetzt. Die geometrisch regulierten mechanischen Massenbewegungen entprechen der Produktionsweise des Taylor-Systems. “Den Beinen der Tillergirls entsprechen die Hände in der Fabrik.” Die Zuschauer, aus den Büros und Fabriken geholt, erfahren dasselbe Formprinzip, das sie auch in der Realität bestimmt. Damit wird das ‘ästhetische’ Wohlgefallen der Zuschauer ungewöhnlich gesteigert, “denn eine ästhetische Darstellung ist um so realer, je weniger sie der Realität außerhalb der ästhetischen Sphäre enträt.”Damit erklärt sich auch die Massenpsychologie des Faschismus. Die Zuschauer selber nehmen an dieser Massenbewegung enthusiastisch teil und werden auf diese Weise zur Masse mobilisiert. Das Massenornament zeigt die typische Funktionsweise der Ästhetisierung der Politik unter der faschistischen Herrschaft. In diesem Sinne sind alle Wirklichkeiten, die wir in der alltäglichen Lebenswelt als vorhandene Gegebenheiten wahrnehmen oder vernachlässigen, schon als solche spezifische Konstruktionen unseres (Un)bewusstseins.
Abstract
Die vorliegende Arbeit unternimmt den Versuch, die methodologischen Grundzüge von Kracauers Kulturtheorie zu rekonstruieren. Als Erstes werden die Schlüsselbegriffe, die der Kracauer’schen Kulturanalyse zugrundeliegen, als Anleitung dieser Untersuchung erörtert: die Wechselwirkung von Makro- und Mikrogeschichte, der Gegensatz von Tiefenstruktur und Oberflächenkultur sowie das Verhältnis zwischen dem realistischen und dem plastischen Trieb. Anschließend wird Kracauers Bildtheorie mit Hilfe des Begriffspaars Symbol und Allegorie erklärt. Kracauer zufolge fungierte die traditionelle symbolische Kunst als naturwüchsige Repräsentation des Gegenstandes. Mit der Intensivierung der Naturherrschaft und der damit verbundenen Erfindung der neuen Medien wie der Fotografie gewinnt die allegorische Konstruktion weitaus größeres Potential, die Dinge als solche zu erfassen, weil das allegorische Bild das geschichtliche Gedächtnis nachhaltig speichert und veranschaulicht. Kracauers Bildtheorie erweitert sich zu einer Filmtheorie. Filme sind “sichtbare Hieroglyphen bislang nicht wahrgenommener Dynamik menschlicher Beziehungen.” Die Filmtechnik verwirklicht ein enormes Wahrnehmungspotential. Dazu gehört vor allem die Closeup-Technik: Der fokussierte Gegenstand wird aus seinem gewöhnlichen Zusammenhang herausgelöst und eröffnet damit eine ganz neue Perspektive, die denselben Gegenstand ‘wie unbekannte Lebewesen’ neu zu entdecken vermag. Eine andere wichtige Funktion des Films erklärt Kracauer am Beispiel der Spiegelbilder des Grauens. Solche Bilder verleiten den Zuschauer dazu, die Schreckensbilder in sich aufzunehmen und das wahre Angesicht von Dingen, die zu furchtbar sind, als dass man sie in der Realität wirklich sehen könnte, tief in sein Gedächtnis einzuprägen. Bei der Analyse der Massenkultur gilt das Ornament der Masse als Leitfaden. Die Tillergirls-Show, ‘dieses Produkt der amerikanischen Zerstreuungsfabriken’, ist das exemplarische Massenornament, das der hochentwickelten kapitalistischen Produktions- und Lebensweise genau entspricht. Bei der Tillergirls-Show werden menschliche Körper als Bruchteile und Stoffe zur Produktion des Massenornaments eingesetzt. Die geometrisch regulierten mechanischen Massenbewegungen entprechen der Produktionsweise des Taylor-Systems. “Den Beinen der Tillergirls entsprechen die Hände in der Fabrik.” Die Zuschauer, aus den Büros und Fabriken geholt, erfahren dasselbe Formprinzip, das sie auch in der Realität bestimmt. Damit wird das ‘ästhetische’ Wohlgefallen der Zuschauer ungewöhnlich gesteigert, “denn eine ästhetische Darstellung ist um so realer, je weniger sie der Realität außerhalb der ästhetischen Sphäre enträt.”Damit erklärt sich auch die Massenpsychologie des Faschismus. Die Zuschauer selber nehmen an dieser Massenbewegung enthusiastisch teil und werden auf diese Weise zur Masse mobilisiert. Das Massenornament zeigt die typische Funktionsweise der Ästhetisierung der Politik unter der faschistischen Herrschaft. In diesem Sinne sind alle Wirklichkeiten, die wir in der alltäglichen Lebenswelt als vorhandene Gegebenheiten wahrnehmen oder vernachlässigen, schon als solche spezifische Konstruktionen unseres (Un)bewusstseins.
참고문헌 (14)
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- Kracauer, Siegfried, "Das Ornament der Masse" (2009)
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- Kracauer, Siegfried, "Theorie des Films" (2012)
- Kracauer, Siegfried, "Werke. Bd. 5.1: Essays, Feulletons, Rezensionen" (2011)
- Mülder-Bach, Inka, "Siegfried Kracauer. Grenzgänger zwischen Theorie und Literatur; seine frühen Schriften 1913-1933" (1985)
- Oschmann, Dirk, "Denken durch die Dinge", pp.29~46 (2009)
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