박해받는 여성 - 유럽민담 속의 여인수난사 - ‘털복숭이’ 유형의 민담 연구 -
Geschichten der verfolgten Frauen in den europäischen Volksmärchen - Studien zum Märchentyp ‘Allerleirauh'
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초록
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, den Märchentyp ‘Allerleirauh’, sog. Aarne/Thompson 510B in der Herkunft, Entwicklung, Deutung und Bedeutung zu untersuchen. Dabei wird der Text aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm mit den anderen Fassungen vergleichend analysiert, denn ein Märchen kann niemals auf der Grundlage einer einzelnen Fassung gedeutet werden. Es werden hier Tebaldo Straparolas, Die Bärin Basiles, Die Eselhaut Perraults und Allerleirauh der Brüder Grimm behandelt. Bei der Fassung Grimms halte ich mich vorrangig an die heute noch geläufige und publizierte Form aus der Ausgabe letzter Hand(1857), vergleiche diese aber mit der handschriftlichen Urfassung(1810) und der Version aus der Ausgabe erster Hand(1812), denn es hat dort eine interessante Entwicklung d.h. stilistische Glättungen, die Tendenz zur Milderung einiger Züge, Verwirrungen des Sinnes stattgefunden. In Allerleirauh und den verwandten Varianten ist der Inzestversuch des Vaters fester Bestandteil der Handlung. Der Vater-Tochter-Konflikt bildet den Ausgangspunkt. Der leibliche Vater will seine Tochter nicht freigeben, sondern beansprucht sie für sich selbst. Die Heldin sucht selbständig die Fremde auf, um dem inzestuösen Ansinnen des Vaters zu entgehen und die Anerkennung und Selbstfindung zu gewinnen. Charakteristisch ist die Heldin dieses Märchentyps, die die Zuflucht nicht in der Wendung rückwärts, sondern in der entschlossenen Ablösung vorwärts findet. Es geht hier um die Einzelmotive: der Inzestversuch des Vaters, drei wunderbare Kleider und eine Tarnkleidung, Zuflucht in einem fremden Königshof, Versteckspiel bei drei aufeinanderfolgenden Bällen, Erkennungszeichen und Ringprobe. In diesem Aufsatz werden Analogien einzelner Elemente dieses Erzähltyps in den anderen Mythen, Sagen und Märchen verfolgt, und ihr Sinn mit dem Zeitgeist des jeweiligen Kulturraums.
Abstract
Die vorliegende Arbeit hat das Ziel, den Märchentyp ‘Allerleirauh’, sog. Aarne/Thompson 510B in der Herkunft, Entwicklung, Deutung und Bedeutung zu untersuchen. Dabei wird der Text aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm mit den anderen Fassungen vergleichend analysiert, denn ein Märchen kann niemals auf der Grundlage einer einzelnen Fassung gedeutet werden. Es werden hier Tebaldo Straparolas, Die Bärin Basiles, Die Eselhaut Perraults und Allerleirauh der Brüder Grimm behandelt. Bei der Fassung Grimms halte ich mich vorrangig an die heute noch geläufige und publizierte Form aus der Ausgabe letzter Hand(1857), vergleiche diese aber mit der handschriftlichen Urfassung(1810) und der Version aus der Ausgabe erster Hand(1812), denn es hat dort eine interessante Entwicklung d.h. stilistische Glättungen, die Tendenz zur Milderung einiger Züge, Verwirrungen des Sinnes stattgefunden. In Allerleirauh und den verwandten Varianten ist der Inzestversuch des Vaters fester Bestandteil der Handlung. Der Vater-Tochter-Konflikt bildet den Ausgangspunkt. Der leibliche Vater will seine Tochter nicht freigeben, sondern beansprucht sie für sich selbst. Die Heldin sucht selbständig die Fremde auf, um dem inzestuösen Ansinnen des Vaters zu entgehen und die Anerkennung und Selbstfindung zu gewinnen. Charakteristisch ist die Heldin dieses Märchentyps, die die Zuflucht nicht in der Wendung rückwärts, sondern in der entschlossenen Ablösung vorwärts findet. Es geht hier um die Einzelmotive: der Inzestversuch des Vaters, drei wunderbare Kleider und eine Tarnkleidung, Zuflucht in einem fremden Königshof, Versteckspiel bei drei aufeinanderfolgenden Bällen, Erkennungszeichen und Ringprobe. In diesem Aufsatz werden Analogien einzelner Elemente dieses Erzähltyps in den anderen Mythen, Sagen und Märchen verfolgt, und ihr Sinn mit dem Zeitgeist des jeweiligen Kulturraums.
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