Figurae grammaticae-die ‘namenlosen’ Figuren
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초록
Überlieferungsgeschichte, kritische Edition, historische und systematische Einordnung einer bisher unbekannten Schrift über die sogenannten ‘namenlosen’ rhetorischen Figuren. Die anonyme Schrift, die wohl in der Spätantike, jedenfalls nach Servius, entstanden ist, umfaßt zwanzig Wortfiguren vom Typ ‘Abweichung von der normalen grammatischen Regel’, also zum Beispiel Nutzung des ablativus qualitatis an Stelle desgenitivus qualitatis. Sie enthält pro Figur jeweils eine kurze Definition und ein Beispiel. Der Figuren-Typ ist im Lateinischen seit Quintilian bekannt; bisher gab es nur einen einzigen Traktat dieses Typs unter dem Namen des Julius Rufinianus (Rhetores Latini Minores, ed. K. Halm, S. 54 ff). Die neue Schrift ist in vier Handschriften überliefert. Sie ist in ihrem Material weder mit Quintilian noch mit Julius Rufinianus verwandt. Wahrscheinlich handelt es sich um ein spätantikes Schulbuch.
Abstract
Überlieferungsgeschichte, kritische Edition, historische und systematische Einordnung einer bisher unbekannten Schrift über die sogenannten ‘namenlosen’ rhetorischen Figuren. Die anonyme Schrift, die wohl in der Spätantike, jedenfalls nach Servius, entstanden ist, umfaßt zwanzig Wortfiguren vom Typ ‘Abweichung von der normalen grammatischen Regel’, also zum Beispiel Nutzung des ablativus qualitatis an Stelle desgenitivus qualitatis. Sie enthält pro Figur jeweils eine kurze Definition und ein Beispiel. Der Figuren-Typ ist im Lateinischen seit Quintilian bekannt; bisher gab es nur einen einzigen Traktat dieses Typs unter dem Namen des Julius Rufinianus (Rhetores Latini Minores, ed. K. Halm, S. 54 ff). Die neue Schrift ist in vier Handschriften überliefert. Sie ist in ihrem Material weder mit Quintilian noch mit Julius Rufinianus verwandt. Wahrscheinlich handelt es sich um ein spätantikes Schulbuch.
