「이집트 우표」의 모순형용
Mandel'štams <Egipetskaja marka> als Oxymoron: Eine Kombination von Tod und Schaffen
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참고문헌
초록
O. Ė. Mandel'štam schrieb seine Prosawerke inmitten der Lebens- und Schaffenskrise. Diese Situation übte großen Einfluß auf seine Prosa auf. Mande'lštam nimmt in <Egipetskaja marka> seine früheren poetologischen Motive wieder auf, aber in beachtlich veränderten Funktionen. Er reflektiert dadurch über das Verhältnis von Zeit und Kultur, über das Problem, welchen Sinn die Existenz des Dichters und der Literatur haben könnte und in welcher Weise ihre Existenz noch möglich sein könnte. In dieser Hinsicht steht <Egipetskaja marka> in auffallendem Kontrast zu seinen früheren Werken. Mandel'štams Akmeismus kennzeichnet sich v. a. durch die Poetik des Steins('камень') und den Hellenismus. In seiner positiven Poetik bedeutet камень das Material für die kreative Bearbeitung und das Ergebnis der Bearbeitung. Aber dierser positive Sinn wird in <Egipetskaja marka> verdrängt, und in den Vordergrund tritt die Poetik des Wassers('вода') als Bedrohung der 'стихия'. Die durch das Motiv 'камень' vertretene Semiosphäre - die Kulturwelt - befindet sich in Gefahr durch 'вода' überschwemmt und zerstört zu werden. Das Motiv 'камень' steht nun für die Versteinerung der Organismen oder für das Objekt der vernichtenden Macht des Wassers, das gleichzeitig als Metapher der Zeit funktioniert. Parallel zur Dominanz des Motivs вода und dem Umschlagen der positiven 'камень'-Semantik in die negative geschieht der Zerfall des hellenistischen Weltbildes. Für den Hellenismus, der nach der Ansicht Mandel'štams die gleichgültigen Dinge in die Utensilen verwandelt und dadurch die Welt vermenschlicht und erwärmt, ist die innere Verbindung aller Erscheinungen entscheidend wichtig. Im Hellenismus stehen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einer organischen Beziehung, und jedem Gegenstand wird eine pragmatisch-kommunikative Funktion zugegeben. Was in der Dominanz des Motivs 'вода' zum Ausdruck kommt, ist gerade die Gefahr des Verlusts dieser Funktion und der Bruch der synthetischen Zeitauffassung. Damit geht auch das Gedächtnis('память') verloren. 'Память' ist bestenfalls in Bruchstücken oder in verblassener Form vorhanden. Hier versucht Mandel'štam, mit Hilfe der sjužetlosen, heterogenen, marginalen Eisenbahnprosa('železnodorožnaja proza') dem bruchstückhaften Gedächtnis getreu zu sein, ohne es mit den egoistischen Erinnerungen('воспоминания') wie mit der Fiktion der schönen Ordnug zu vergewaltigen. Diese Prosa nimmt die wesentlichen Merkmale der aus den Fugen geratenen Welt - 'пустота', 'зияние', 'разрывы' - in sich auf, und der Autor beschließt, inmitten des Todes mit der Angst Hand in Hand zu leben und zu schaffen. Die Eisenbahnprosa, die für ihn die einzige mögliche lierarische Form ist, wächst hier über die Dimension rein formaler Experimente hinaus und geht in die existentielle, moralisch-kulturelle Sphäre hinüber. In diesem Sinne stellt <Egipetskaja marka> eine widersprüchliche Kombination von Tod und Schaffen, von Kultur und Katastrophe dar. Hier wird dem Titel 'egipetskaja marka' eine neue Bedeutung verliehen. Der schimpfliche Beiname Parnoks, welcher den Verlust seiner Identität bezeichnet, wird nun die Metapher der Identität des Autors. Auf dem Weg der Suche nach der verlorenen визитка Parnoks - nach der verlorenen Identität und dem verlorenen Kommunikationspartner - entsteht die Eisenbahnprosa <Egipetskaja marka>, und damit auch die neue Identität des Autors. Wie der egyptische Totenschiff verbindet die 'egipetskaja marka' das Leben und den Tod, ermöglicht im Tode das Leben weiterzuführen. Sie wird die Metapher der Poetik, die den Verkehr zwischen Kulturschaffen und Kultertod ermöglicht.
Abstract
O. Ė. Mandel'štam schrieb seine Prosawerke inmitten der Lebens- und Schaffenskrise. Diese Situation übte großen Einfluß auf seine Prosa auf. Mande'lštam nimmt in <Egipetskaja marka> seine früheren poetologischen Motive wieder auf, aber in beachtlich veränderten Funktionen. Er reflektiert dadurch über das Verhältnis von Zeit und Kultur, über das Problem, welchen Sinn die Existenz des Dichters und der Literatur haben könnte und in welcher Weise ihre Existenz noch möglich sein könnte. In dieser Hinsicht steht <Egipetskaja marka> in auffallendem Kontrast zu seinen früheren Werken. Mandel'štams Akmeismus kennzeichnet sich v. a. durch die Poetik des Steins('камень') und den Hellenismus. In seiner positiven Poetik bedeutet камень das Material für die kreative Bearbeitung und das Ergebnis der Bearbeitung. Aber dierser positive Sinn wird in <Egipetskaja marka> verdrängt, und in den Vordergrund tritt die Poetik des Wassers('вода') als Bedrohung der 'стихия'. Die durch das Motiv 'камень' vertretene Semiosphäre - die Kulturwelt - befindet sich in Gefahr durch 'вода' überschwemmt und zerstört zu werden. Das Motiv 'камень' steht nun für die Versteinerung der Organismen oder für das Objekt der vernichtenden Macht des Wassers, das gleichzeitig als Metapher der Zeit funktioniert. Parallel zur Dominanz des Motivs вода und dem Umschlagen der positiven 'камень'-Semantik in die negative geschieht der Zerfall des hellenistischen Weltbildes. Für den Hellenismus, der nach der Ansicht Mandel'štams die gleichgültigen Dinge in die Utensilen verwandelt und dadurch die Welt vermenschlicht und erwärmt, ist die innere Verbindung aller Erscheinungen entscheidend wichtig. Im Hellenismus stehen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in einer organischen Beziehung, und jedem Gegenstand wird eine pragmatisch-kommunikative Funktion zugegeben. Was in der Dominanz des Motivs 'вода' zum Ausdruck kommt, ist gerade die Gefahr des Verlusts dieser Funktion und der Bruch der synthetischen Zeitauffassung. Damit geht auch das Gedächtnis('память') verloren. 'Память' ist bestenfalls in Bruchstücken oder in verblassener Form vorhanden. Hier versucht Mandel'štam, mit Hilfe der sjužetlosen, heterogenen, marginalen Eisenbahnprosa('železnodorožnaja proza') dem bruchstückhaften Gedächtnis getreu zu sein, ohne es mit den egoistischen Erinnerungen('воспоминания') wie mit der Fiktion der schönen Ordnug zu vergewaltigen. Diese Prosa nimmt die wesentlichen Merkmale der aus den Fugen geratenen Welt - 'пустота', 'зияние', 'разрывы' - in sich auf, und der Autor beschließt, inmitten des Todes mit der Angst Hand in Hand zu leben und zu schaffen. Die Eisenbahnprosa, die für ihn die einzige mögliche lierarische Form ist, wächst hier über die Dimension rein formaler Experimente hinaus und geht in die existentielle, moralisch-kulturelle Sphäre hinüber. In diesem Sinne stellt <Egipetskaja marka> eine widersprüchliche Kombination von Tod und Schaffen, von Kultur und Katastrophe dar. Hier wird dem Titel 'egipetskaja marka' eine neue Bedeutung verliehen. Der schimpfliche Beiname Parnoks, welcher den Verlust seiner Identität bezeichnet, wird nun die Metapher der Identität des Autors. Auf dem Weg der Suche nach der verlorenen визитка Parnoks - nach der verlorenen Identität und dem verlorenen Kommunikationspartner - entsteht die Eisenbahnprosa <Egipetskaja marka>, und damit auch die neue Identität des Autors. Wie der egyptische Totenschiff verbindet die 'egipetskaja marka' das Leben und den Tod, ermöglicht im Tode das Leben weiterzuführen. Sie wird die Metapher der Poetik, die den Verkehr zwischen Kulturschaffen und Kultertod ermöglicht.
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