하이너 뮐러의 『사중주』론 – 라클로의 『위험한 관계』와의 비교
Quartett von Heiner Müller - Im Vergleich mit Laclos’ Briefroman Les liaisons dangereuses
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초록
Als Adaption des Briefromans Gefährliche Liebschaften von Choderlos de Laclos zeigt das Theaterstück Quartett Müllers eigene dramatische Zitattechnik, die die Ausgangstexte in einen neuen Kontext verändert und historische Zusammenhänge mit diesem Thema assoziiert. Im Unterschied zum Roman Gefährliche Liebschaften, der das sittliche Verderben der Aristokratie, die irrationale Vernunft im 18. Jahrhundert behandelt, stellt Quartett die unmenschliche Beziehung dar, die die Marquise de Merteuil und der Vicomte Valmont als Täter spielen. Mit der geschlechtlichen Liebe instrumentalisieren sie ihre Opfer. Das Leitmotiv der beiden Werke ist die Verführung. In den beiden Werken ist die sexuelle Verführung mit der Aggressor-Opfer-Struktur und der Gier nach Macht, Unterdrückung und Herrschaft verbunden. Im Roman Gefährliche Liebschaften stehen sich die Libertinage, die Merteuil und Valmont vertreten, und die traditionelle Moralität, die Tourvel, Rosemonde u. a. haben, gegenüber. Auf der dramaturgischen Ebene verändert Müller diese Struktur des Gegensatzes zum Spiel der Verführung und Eroberung von Merteuil und Valmont, und zwar zu einem Rollenspiel, bei dem zwei Personen vier Rollen spielen. Die Prozesse, in denen Merteuil als Valmont die Präsidentengattin Tourvel verführt und Valmont die Jungfrau Cécile Volange, die Merteuil spielt, erobert und schließlich tötet, symbolisieren die Struktur der Unterdrückung in der Geschichte. Heiner Müller sagt, dass dies sein „Reflex auf das Problem des Terrorismus“ sei, der sich in der Geschichte dauernd wiederholt. Dieses ernste Thema behandelt Müller in Form der Komödie. Vor allem die Travestie, in der Merteuil und Valmont den Geschlechtertausch zeigen, erzeugt einen Zusammenstoß verschiedener Vorstellungsbereiche und damit Lachen, Erstaunen, Befremden. Dadurch entsteht ein Raum, in dem man das Problem der Gewalt in der Geschichte noch objektiver, kritischer erkennen kann. Heiner Müller skelettiert den Stoff und den Inhalt der Gefährlichen Liebschaften, aber gibt dadurch eine Gelegenheit für ein neues Geschichtsbewusstsein.
Abstract
Als Adaption des Briefromans Gefährliche Liebschaften von Choderlos de Laclos zeigt das Theaterstück Quartett Müllers eigene dramatische Zitattechnik, die die Ausgangstexte in einen neuen Kontext verändert und historische Zusammenhänge mit diesem Thema assoziiert. Im Unterschied zum Roman Gefährliche Liebschaften, der das sittliche Verderben der Aristokratie, die irrationale Vernunft im 18. Jahrhundert behandelt, stellt Quartett die unmenschliche Beziehung dar, die die Marquise de Merteuil und der Vicomte Valmont als Täter spielen. Mit der geschlechtlichen Liebe instrumentalisieren sie ihre Opfer. Das Leitmotiv der beiden Werke ist die Verführung. In den beiden Werken ist die sexuelle Verführung mit der Aggressor-Opfer-Struktur und der Gier nach Macht, Unterdrückung und Herrschaft verbunden. Im Roman Gefährliche Liebschaften stehen sich die Libertinage, die Merteuil und Valmont vertreten, und die traditionelle Moralität, die Tourvel, Rosemonde u. a. haben, gegenüber. Auf der dramaturgischen Ebene verändert Müller diese Struktur des Gegensatzes zum Spiel der Verführung und Eroberung von Merteuil und Valmont, und zwar zu einem Rollenspiel, bei dem zwei Personen vier Rollen spielen. Die Prozesse, in denen Merteuil als Valmont die Präsidentengattin Tourvel verführt und Valmont die Jungfrau Cécile Volange, die Merteuil spielt, erobert und schließlich tötet, symbolisieren die Struktur der Unterdrückung in der Geschichte. Heiner Müller sagt, dass dies sein „Reflex auf das Problem des Terrorismus“ sei, der sich in der Geschichte dauernd wiederholt. Dieses ernste Thema behandelt Müller in Form der Komödie. Vor allem die Travestie, in der Merteuil und Valmont den Geschlechtertausch zeigen, erzeugt einen Zusammenstoß verschiedener Vorstellungsbereiche und damit Lachen, Erstaunen, Befremden. Dadurch entsteht ein Raum, in dem man das Problem der Gewalt in der Geschichte noch objektiver, kritischer erkennen kann. Heiner Müller skelettiert den Stoff und den Inhalt der Gefährlichen Liebschaften, aber gibt dadurch eine Gelegenheit für ein neues Geschichtsbewusstsein.
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