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Sprache und Menschenbildung bei W. v. Humboldt
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초록
Kraft tritt für Humboldt in dem Menschen als Geisteskraft hervor. Die Begriffe Kraft und Individualität gehören bei ihm den zentralen Termini der Anthropologie und Bildungstheorie, und das Verhältnis zwischen den Individualitäten und der Menschheit ist auch zweifellos entscheidend. Die Sprache bestimmt in entscheidener Weise das Verhältnis des Menschen zum Mitmenschen und zur Welt sowie sein Verständnis des Mitmenschen und sein Verständnis von Welt. Wenn aber Menschen sich nur sprachlich verständigen und Welt sich nur durch Sprache erschließt, dann bedeutet Verlust an Sprache ohne Zweifel auch einen Verlust menschlichen Verstehenkönnens und einen Verlust an Welt. Deshalb befindet sich Sprache nicht einfach zwischen Mensch und Welt, sondern in jeder ihrer Äußerungen ist sie durchwirkt von der Subjektivität des Sprechenden und von dem vom Sprecher angegangenen Gegenstand. Die Sprache und die Bildung können bei Humboldt auch nicht vom Einzelnen zur Wirklichkeit gebracht werden, aber nur gesellschaftlich. Die Sprache ist das Medium, das den Wechselbezug des Menschen mit der Welt ermöglicht und damit die Voraussetzung für Bildung überhaupt. Bildung ist für Humboldt eine unendliche Erweiterung des Selbst, auch Welterweiterung. Sie bedeutet also ein ständiges Objektiverwerden. Bildung im Sinne Humboldts ist keine solche Veränderung des Menschen, daß er sein ganzes Sein auf ein grundsätzlich neues Fundament stellen soll, sondern Ausbildung der von Natur in den Menschen angelegten Fähigkeiten.
Abstract
Kraft tritt für Humboldt in dem Menschen als Geisteskraft hervor. Die Begriffe Kraft und Individualität gehören bei ihm den zentralen Termini der Anthropologie und Bildungstheorie, und das Verhältnis zwischen den Individualitäten und der Menschheit ist auch zweifellos entscheidend. Die Sprache bestimmt in entscheidener Weise das Verhältnis des Menschen zum Mitmenschen und zur Welt sowie sein Verständnis des Mitmenschen und sein Verständnis von Welt. Wenn aber Menschen sich nur sprachlich verständigen und Welt sich nur durch Sprache erschließt, dann bedeutet Verlust an Sprache ohne Zweifel auch einen Verlust menschlichen Verstehenkönnens und einen Verlust an Welt. Deshalb befindet sich Sprache nicht einfach zwischen Mensch und Welt, sondern in jeder ihrer Äußerungen ist sie durchwirkt von der Subjektivität des Sprechenden und von dem vom Sprecher angegangenen Gegenstand. Die Sprache und die Bildung können bei Humboldt auch nicht vom Einzelnen zur Wirklichkeit gebracht werden, aber nur gesellschaftlich. Die Sprache ist das Medium, das den Wechselbezug des Menschen mit der Welt ermöglicht und damit die Voraussetzung für Bildung überhaupt. Bildung ist für Humboldt eine unendliche Erweiterung des Selbst, auch Welterweiterung. Sie bedeutet also ein ständiges Objektiverwerden. Bildung im Sinne Humboldts ist keine solche Veränderung des Menschen, daß er sein ganzes Sein auf ein grundsätzlich neues Fundament stellen soll, sondern Ausbildung der von Natur in den Menschen angelegten Fähigkeiten.
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