훔볼트의 관점에서 본 언어의 ‘힘’과 ‘작용방식’
Die Sprachkraft und das Sprachverfahren? bei W. v. Humboldt
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초록
In diesem Aufsatz habe ich kurz versucht, die Sprachkraft und das Sprachverfahren auf der Basis des Humboldtschen Sprachdenkens zu erforschen. Zuerst stellt Humboldt einer statischen Auffassung der Sprache als Ergon(Erzeugtes) die dynamische als Energeia(Erzeugung) entgegen. Der Sinn der Gegenüberstellung von Ergon und Energeia liegt darin, daß die Sprache als ständig lebendige Erzeugung kein faßbares Objektgebilde darstellt, dessen sich der Mensch zum Zweck der Verständigung wie eines beliebigen Gegenstandes bedienen kann. Die Sprache als Energeia läßt sich vielmehr nur genetisch bestimmen. Sie ist ihrem Wesen nach ein geistiger Prozeß, der nie zu einem Abschluß gelangen kann, sondern sich ständig neu erzeugt. Für Humboldt wird die Sprache also nicht als das in Grammatik und Lexikon niedergelegte System betrachtet, sondern als ein dynamisches Verwandeln der Welt in Ausdruck durch die innere Geistestätigkeit. Die Sprache ist für Humboldt der Ausdruck, die Selbsttätigkeit des Geistes. Sprache ist kein totes Uhrwerk, sondern eine lebendige Schöpfung aus sich selbst. Doch können wir nicht ganz von der Sprache als Ergon absehen, weil die Sprachforscher, um den lebendigen Charakter der Sprachen zu erfassen, sprachliche Zeugnisse untersuchen müssen. Die allgemeine dem ganzen Menschengeschlecht inwohnende Kraft muß sich in der Wirklichkeit individualisieren. Die zentrale Bedeutung des Prinzips der Individualisierung läßt sich für die Humboldtsche Sprachtheorie nun durch eine Analyse seines Theorems von der Sprache als dem bildenden Organ des Gedanken erhellen. Das Sprachverfahren wird zweifellos in drei Momenten als eine gedankenbildende Tätigkeit präzisiert. Die Gedankenbildung ist zunächst die Hinüberversetzung der Vorstellung in den Begriff. Die Hinüberversetzung ihrerseits wird näher als die Bezeichnug des Begriffs charakterisiert, und schließlich wird die Bezeichnug als eine den Begriff bildende Verlautbarung aufgefaßt. Der Laut wird mit der Artikulation auch gedankentragend und wirkt prägend und begriffsbildend auf den Gedanken zurück. Vor allem hat Humboldt die gleichzeitige Formung von Laut und Gedanken als einen synthetischen Akt, durch den die Sprache entsteht, verstanden.
Abstract
In diesem Aufsatz habe ich kurz versucht, die Sprachkraft und das Sprachverfahren auf der Basis des Humboldtschen Sprachdenkens zu erforschen. Zuerst stellt Humboldt einer statischen Auffassung der Sprache als Ergon(Erzeugtes) die dynamische als Energeia(Erzeugung) entgegen. Der Sinn der Gegenüberstellung von Ergon und Energeia liegt darin, daß die Sprache als ständig lebendige Erzeugung kein faßbares Objektgebilde darstellt, dessen sich der Mensch zum Zweck der Verständigung wie eines beliebigen Gegenstandes bedienen kann. Die Sprache als Energeia läßt sich vielmehr nur genetisch bestimmen. Sie ist ihrem Wesen nach ein geistiger Prozeß, der nie zu einem Abschluß gelangen kann, sondern sich ständig neu erzeugt. Für Humboldt wird die Sprache also nicht als das in Grammatik und Lexikon niedergelegte System betrachtet, sondern als ein dynamisches Verwandeln der Welt in Ausdruck durch die innere Geistestätigkeit. Die Sprache ist für Humboldt der Ausdruck, die Selbsttätigkeit des Geistes. Sprache ist kein totes Uhrwerk, sondern eine lebendige Schöpfung aus sich selbst. Doch können wir nicht ganz von der Sprache als Ergon absehen, weil die Sprachforscher, um den lebendigen Charakter der Sprachen zu erfassen, sprachliche Zeugnisse untersuchen müssen. Die allgemeine dem ganzen Menschengeschlecht inwohnende Kraft muß sich in der Wirklichkeit individualisieren. Die zentrale Bedeutung des Prinzips der Individualisierung läßt sich für die Humboldtsche Sprachtheorie nun durch eine Analyse seines Theorems von der Sprache als dem bildenden Organ des Gedanken erhellen. Das Sprachverfahren wird zweifellos in drei Momenten als eine gedankenbildende Tätigkeit präzisiert. Die Gedankenbildung ist zunächst die Hinüberversetzung der Vorstellung in den Begriff. Die Hinüberversetzung ihrerseits wird näher als die Bezeichnug des Begriffs charakterisiert, und schließlich wird die Bezeichnug als eine den Begriff bildende Verlautbarung aufgefaßt. Der Laut wird mit der Artikulation auch gedankentragend und wirkt prägend und begriffsbildend auf den Gedanken zurück. Vor allem hat Humboldt die gleichzeitige Formung von Laut und Gedanken als einen synthetischen Akt, durch den die Sprache entsteht, verstanden.
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