괴테의 고전주의 예술론: “정신적이면서도 감각적인 전체”로서의 인간 교육
J. W. Goethes klassische Kunstauffassung: Die Bildung des Menschen als “sowohl ein geistiges als ein sinnliches Ganze[s]”
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초록
In der vorliegenden Studie wird J. W. Goethes klassische Kunstauffassung untersucht. Nach seiner Ansicht soll die Kunst uns eine Anschauung von der Totalität der Welt vermitteln. Das Erlebnis dieser Totalität wird in der modernen Gesellschaft sehr gebraucht, weil der aufgeklärte Verstand den Menschen die Welt nur als eine tote abstrakte Menschinerie verstehen lässt und somit ihn selbst quasi zu einem rein abstrakt denkenden Automaten degradiert hat. Die Kunst soll also durch die dichterische Phantasie den Menschen das ursprüngliche Verhältnis zur Welt als “sowohl ein geistiges als ein sinnliches Ganze[s]” restituieren helfen. Goethe hat vor allem in den antiken Kunstwerken vorbildhaft gelungene Darstellungen des symphronistisch mit Gleichgewicht ausgeglichenen Verhältnis des Menschen zur Welt gesehen, beispielsweise in dem berühmten Werk Laokoon, wo der Schmerz des Vaters beim Zuschauer “Schrecken” und derjenige des älteren Sohnes “Furcht” erregt, während der sich gerade von der Schlange befreiende jüngere Sohn ein bisschen beruhigend wirkendes “Mitleiden” erregt. Er findet auch in Myrons Kunstwerk aus Erz “Kuh”, wo die mütterliche Liebe der stillenden starken Kuh und die Geborgenheit des zarten Kalbs harmonisiert dargestellt ist, eine derartig versöhnende “unschuldigste Verbunden[heit]” des “göttlich Belebende[n] im Menschen” “mit dem tierisch Belebten.” Goethe verlangt von den Künstlern die Darstellung des Charakteristischen in Dingen, die “die Eigenschaften der Dinge und die Art, wie sie bestehen, genau” zeigen können, kurzum den “Stil”. Er kritisiert nämlich sowohl eine einfache naturalistische “Nachahmung” des Gegenstandes, als auch eine rein subjektiv dichtende “Manier”. Die so verstandene klassische Kunstauffassung Goethes lässt sich schliesslich als ein Versuch bewerten, die den Blick der Menschheit auf die Welt verschmälernde Aufklärung künstlerisch für die Herstellung eines persönlich-ganzheitlichen Verhältnis der Menschheit zur Welt als eines Naturidealen aufzuheben.
Abstract
In der vorliegenden Studie wird J. W. Goethes klassische Kunstauffassung untersucht. Nach seiner Ansicht soll die Kunst uns eine Anschauung von der Totalität der Welt vermitteln. Das Erlebnis dieser Totalität wird in der modernen Gesellschaft sehr gebraucht, weil der aufgeklärte Verstand den Menschen die Welt nur als eine tote abstrakte Menschinerie verstehen lässt und somit ihn selbst quasi zu einem rein abstrakt denkenden Automaten degradiert hat. Die Kunst soll also durch die dichterische Phantasie den Menschen das ursprüngliche Verhältnis zur Welt als “sowohl ein geistiges als ein sinnliches Ganze[s]” restituieren helfen. Goethe hat vor allem in den antiken Kunstwerken vorbildhaft gelungene Darstellungen des symphronistisch mit Gleichgewicht ausgeglichenen Verhältnis des Menschen zur Welt gesehen, beispielsweise in dem berühmten Werk Laokoon, wo der Schmerz des Vaters beim Zuschauer “Schrecken” und derjenige des älteren Sohnes “Furcht” erregt, während der sich gerade von der Schlange befreiende jüngere Sohn ein bisschen beruhigend wirkendes “Mitleiden” erregt. Er findet auch in Myrons Kunstwerk aus Erz “Kuh”, wo die mütterliche Liebe der stillenden starken Kuh und die Geborgenheit des zarten Kalbs harmonisiert dargestellt ist, eine derartig versöhnende “unschuldigste Verbunden[heit]” des “göttlich Belebende[n] im Menschen” “mit dem tierisch Belebten.” Goethe verlangt von den Künstlern die Darstellung des Charakteristischen in Dingen, die “die Eigenschaften der Dinge und die Art, wie sie bestehen, genau” zeigen können, kurzum den “Stil”. Er kritisiert nämlich sowohl eine einfache naturalistische “Nachahmung” des Gegenstandes, als auch eine rein subjektiv dichtende “Manier”. Die so verstandene klassische Kunstauffassung Goethes lässt sich schliesslich als ein Versuch bewerten, die den Blick der Menschheit auf die Welt verschmälernde Aufklärung künstlerisch für die Herstellung eines persönlich-ganzheitlichen Verhältnis der Menschheit zur Welt als eines Naturidealen aufzuheben.
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